Becky Lynch über postpartale Depression, ihren WWE-Namen und ein noch offenes Ziel

Becky Lynch steht auf der Stage und strahlt

Becky Lynch hat in der WWE nahezu jeden großen Meilenstein erreicht. Sie stand im Main Event von WrestleMania, gewann mehrfach Women’s Championships und prägte eine gesamte Generation der Women’s Division. Dennoch erklärte sie kürzlich, dass ein bedeutender Erfolg in ihrer Laufbahn noch fehlt.

Im Rahmen eines GQ Couples Quiz sprach Becky Lynch gemeinsam mit Seth Rollins über ihre Karriereziele. Rollins hob zunächst hervor, dass sie aus seiner Sicht bereits alles erreicht habe, was man in der WWE erreichen könne. Becky stellte jedoch klar, dass sie das anders sehe und noch einen offenen Punkt auf ihrer Liste habe. Auf Nachfrage wurde deutlich, dass sie bislang noch keinen Sieg im Money in the Bank Ladder Match erringen konnte. Becky bestätigte dies und betonte selbstbewusst, dass sie sich in der Rolle einer Money in the Bank-Siegerin sehr gut sehen würde.

Das Money in the Bank Ladder Match gilt seit Jahren als eine der einflussreichsten Matcharten der WWE. Der Sieger erhält einen garantierten Championship-Vertrag, der jederzeit eingelöst werden kann. Trotz ihrer zahlreichen Titelgewinne blieb Becky dieser Erfolg bislang verwehrt.

Offen über postpartale Depression nach dem Abstillen

Neben sportlichen Ambitionen sprach Becky Lynch zuletzt auch über einen sehr persönlichen Lebensabschnitt. Bei „The Viall Files“ berichtete sie über ihre Erfahrungen nach der Geburt ihrer Tochter Roux, die sie gemeinsam mit Seth Rollins im Dezember 2020 begrüßte.

Sie schilderte zunächst die körperliche Belastung der ersten Jahre als Mutter: „Er hat viel mit mir trainiert, und es war viel einfacher als gedacht, wieder in Form zu kommen, denn sie hat mir einfach alle Energie geraubt. Ich habe über zwei Jahre lang gestillt, also habe ich in den ersten zwei Jahren kaum geschlafen.“

Besonders herausfordernd sei jedoch die Phase nach dem Abstillen gewesen. Becky erklärte offen, dass sie zunächst nicht wusste, dass auch zu diesem Zeitpunkt eine postpartale Depression auftreten kann: „Ich wusste nicht, dass man nach dem Stillen an einer postpartalen Depression erkranken kann. Das war total verrückt, und dann war ich noch etwa sechs Monate lang völlig durcheinander. Es hat eine Weile gedauert, bis ich begriffen habe, was los war.“

Sie berichtete weiter, dass erst ein Gespräch mit Beth Phoenix ihr geholfen habe, die Situation richtig einzuordnen: „Erst als eines der Mädels – Beth Phoenix – mir erklärte, dass einem das passieren kann, wenn man fertig ist, wurde mir klar: „Oh, okay, ich brauche Hilfe.“ Und als ich das dann tat, war alles in Ordnung.“

Mit diesen Aussagen gewährte Becky Lynch einen seltenen Einblick in die emotionalen Herausforderungen hinter ihrer öffentlichen Rolle als WWE-Star und Mutter.

Der ungewöhnliche erste Job in Irland

Im weiteren Verlauf des Gesprächs erinnerte sich Becky Lynch auch an ihren ersten Job vor ihrer Wrestling-Karriere. Sie berichtete, dass sie bereits mit 14 Jahren in einer irischen Bar namens Abbey Tavern gearbeitet habe. Seth Rollins zeigte sich darüber erstaunt und fragte ungläubig, ob sie in diesem Alter tatsächlich Bier ausgeschenkt habe. Becky bestätigte ihre Tätigkeit und schilderte, dass in der Abbey Tavern regelmäßig amerikanische Touristen zu Gast gewesen seien, um irische Tanzshows zu sehen. Im Rahmen dieses Programms habe sie traditionelles irisches Essen und Bier serviert.

Sie stellte klar, dass sie selbst keinen Alkohol konsumierte, sondern ausschließlich im Service tätig war. Die Schilderung verdeutlichte kulturelle Unterschiede zwischen Irland und den Vereinigten Staaten, wo eine solche Beschäftigung in diesem Alter unüblich wäre.

Wie Becky Lynch und Seth Rollins zu ihren Ringnamen kamen

Auch die Entstehung ihrer heutigen Ringnamen wurde thematisiert. Seth Rollins, der zuvor unter dem Namen Tyler Black antrat, musste sich nach seiner Verpflichtung durch die WWE im Jahr 2010 einen neuen Namen zulegen. Er berichtete über die entscheidende Rolle, die Dusty Rhodes dabei spielte: „Als ich 2010 bei der WWE angestellt wurde, habe ich eine Liste erstellt. Ich musste mir einen neuen Namen ausdenken. Vorher hieß ich Tyler Black. Ich habe die Liste zu Dusty Rhodes gebracht und er hat sie durchgesehen. Er hatte seine kleine Brille auf und hat sie sich angesehen und sie alle laut ausgesprochen. Er mochte Seth, weil er mit einem Lispeln sprach und es für ihn lustig war, das so auszusprechen. Er meinte: ‚Das ist es, Baby. Seth Rollins! Ich sehe es schon auf der Leinwand – WrestleMania, Seth Rollins! Das ist es, das ist es! Wir sind fertig, du hast es, mach dein Ding!‘“

Becky Lynch schilderte ihren eigenen Prozess deutlich nüchterner. Ihr bürgerlicher Name lautet Rebecca Quinn. Sie hatte jedoch nur begrenzten Einfluss auf die finale Entscheidung: „Im Gegensatz zu Colby stand ich viel öfter auf der Abschussliste. Ich habe mir Namen ausgedacht, die ich supercool fand, aber sie haben immer wieder Nein gesagt. Schließlich entschieden sie sich für eine Kombination aus Becky und einem irischen Namen. Lynch war einer der Namen, die sie genehmigt haben. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mich dagegen wehren könnte. Also habe ich einfach gesagt: Okay.“

Beide machten deutlich, dass hinter einem Ringnamen häufig rechtliche und kreative Überlegungen stehen. Trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen entwickelten sich sowohl Becky Lynch als auch Seth Rollins unter ihren neuen Identitäten zu internationalen Headlinern und festen Größen im WWE-TV.

Wenn dich das Thema Depression persönlich betrifft oder belastet, wende dich bitte an einen Arzt oder eine psychologische Fachkraft. In Deutschland erreichst du zudem die TelefonSeelsorge kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

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