Baron Corbin befindet sich in seinem zweiten WWE-Run an einem Punkt, an dem sportliche Ambitionen und die eigene Karriereplanung immer enger zusammenrücken. Dabei macht der 41-Jährige inzwischen keinen Hehl daraus, dass er seine verbleibende Zeit im Ring sehr bewusst nutzen möchte.
Baron Corbin sieht seinen aktuellen WWE-Vertrag möglicherweise als den letzten
Im Gespräch mit „The Sportster“ bestätigte Corbin erstmals ausdrücklich, dass er bei seiner Rückkehr einen neuen, mehrjährigen WWE-Vertrag unterschrieben hat. Eine genaue Laufzeit nannte er nicht. Gleichzeitig sprach er ungewöhnlich offen darüber, wie er selbst seine weitere Karriere einschätzt. Nach seiner derzeitigen Vorstellung könnte dies der letzte Vertrag sein, den er als aktiver Wrestler unterschreibt. Corbin machte allerdings deutlich, dass es sich dabei nicht um eine konkrete Rücktrittsankündigung handelt. Vielmehr beschäftigt ihn die Frage, wie lange er körperlich noch genau das Niveau erreichen kann, das er von sich selbst erwartet.
Er wolle keinesfalls zu den Wrestlern gehören, die zu lange weitermachen und eines Tages sichtbar langsamer werden. Solange er durch den Vorhang gehe, wolle er beim Entrance, im Ring und bei Promos weiterhin mit voller Intensität auftreten können. Genau deshalb betrachtet Corbin seinen aktuellen WWE-Run als begrenzte Gelegenheit, noch möglichst viele Dinge zu erreichen.
Corbin möchte dieses Mal bewusst egoistischer sein
Dabei hat sich auch seine Einstellung gegenüber seiner ersten langen WWE-Zeit verändert. Corbin erklärte, dass er sich damals häufig darauf konzentriert habe, anderen Wrestlern zu helfen. Er habe dafür sorgen wollen, dass die Stimmung innerhalb des Rosters funktioniere, er habe jüngeren Talenten Ratschläge gegeben und versucht, seine Gegner im Ring möglichst gut aussehen zu lassen. Diese Haltung möchte er während seines zweiten Runs nicht vollständig ablegen, doch dieses Mal sollen seine eigenen Ziele deutlich stärker im Vordergrund stehen.
Corbin bezeichnete sich selbst als „egoistisch“ und machte klar, dass er seine verbleibende Karriere nicht mehr hauptsächlich dafür einsetzen wolle, anderen beim Aufstieg zu helfen. Viele jüngere Wrestler hätten noch zehn oder 15 Jahre vor sich. Diese Zeit habe er selbst nicht mehr. Als Beispiel nannte er Trick Williams, dem Corbin noch eine lange Karriere zutraut. Während Williams zahlreiche Jahre habe, um weitere Ziele zu erreichen, sieht Corbin seinen eigenen zeitlichen Spielraum wesentlich begrenzter.
„Es gibt dieses Mal keine Freunde“
Wie konsequent Corbin diese Haltung verfolgen möchte, zeigte sich auch an der Liste möglicher Gegner, die er im Interview nannte. Neben Trick Williams und Lil Yachty erwähnte er unter anderem Cody Rhodes, CM Punk, Gunther, Finn Bálor und Bron Breakker. Für Corbin ist dabei entscheidend, wer etwas besitzt, das er selbst erreichen möchte. Freundschaften oder persönliche Beziehungen sollen seiner Darstellung zufolge keine Rolle spielen. Dazu erklärte er, dass dieses Mal jeder ein Ziel sei, wenn diese Person etwas habe, das er wolle.
Sein größtes noch unerfülltes Karriereziel hat Corbin bereits zuvor öffentlich benannt: Er möchte erstmals einen WWE World Championship gewinnen. Genau diese Ambition bekommt durch seine neue Aussage über einen möglicherweise letzten Vertrag zusätzliche Bedeutung. Nach dem Verlust des United States Championship an Trick Williams bei Sunday Night’s Main Event ist Corbins jüngste Titelregentschaft zwar bereits wieder beendet. Seine Aussagen zeigen jedoch, dass er diesen Rückschlag keineswegs als Beginn seines Karriereendes betrachtet.
WWE änderte die Pläne für Corbins Rückkehr mehrfach
Im Sportster-Interview verriet Corbin außerdem weitere Einzelheiten darüber, wie kurzfristig WWE die konkrete Umsetzung seines Comebacks veränderte. Ursprünglich war ihm mitgeteilt worden, dass er bei Raw zurückkehren sollte. Diese Planung wurde später verworfen und WWE entschied sich stattdessen für SmackDown. Auch der Veranstaltungsort änderte sich. Zwischenzeitlich sollte Corbins Comeback in Atlantic City stattfinden. Da diese Ausgabe jedoch aufgezeichnet wurde, entschied sich WWE schließlich gegen diesen Termin.
Das Unternehmen wollte nach Corbins Darstellung offenbar eine unmittelbare Zuschauerreaktion auf seine Rückkehr erhalten. Deshalb wurde das Comeback nach Oklahoma City verschoben, wo SmackDown live ausgestrahlt wurde. Corbin tauchte dort am 10. Juli überraschend auf und griff in das United States Championship Match zwischen Trick Williams und Carmelo Hayes ein. Wenige Wochen später gewann er beim SummerSlam zum zweiten Mal in seiner Karriere den United States Championship.
Sorry, was macht Baron in einem WWE Ring. Er hatte jetzt vier Matches und in jedem hat er seine Unfähigkeit gezeigt. Beim Summerslam, das war das schrecklichste, was ich je bei WWE im Hauptkader gesehen hab. Fehler, falsche Absprechung, seltsame Aktionen. Slapstick Einladungen. Bitte nie wieder…