Bad Bunny, Donald Trump und WWE: Eric Bischoff widerspricht Kritik

Bad Bunny steht erschöpft im WWE Ring

Nach seinem Auftritt in der Halbzeitshow des Super Bowl LX entwickelte sich Bad Bunny zu einem der meistdiskutierten Namen in den Vereinigten Staaten. Seine Performance sorgte nicht nur in der Musikbranche für Aufmerksamkeit, sondern löste auch politische und gesellschaftliche Reaktionen aus. In sozialen Netzwerken, Nachrichtenportalen und Podcasts wurde sein Auftritt intensiv diskutiert.

Im Wrestling-Umfeld rückte damit automatisch die Frage in den Vordergrund, ob WWE die gewachsene öffentliche Präsenz des Künstlers für eine erneute Zusammenarbeit nutzen würde. Bad Bunny war in der Vergangenheit mehrfach für WWE aktiv und stand unter anderem bei WrestleMania im Ring.

In Wrestling Observer Live äußerte Bryan Alvarez die Einschätzung, Bad Bunny werde eher früher als später zu WWE zurückkehren. Diese Aussage deutete darauf hin, dass innerhalb der Branche grundsätzlich mit einer weiteren Zusammenarbeit gerechnet wird.

Eine vorsichtigere Einordnung nahm Dave Meltzer im Wrestling Observer Newsletter vor. Dort wurde ausgeführt, dass WWE offenbar keine unmittelbare Eile habe, Bad Bunny kurzfristig wieder einzusetzen. Als möglicher Hintergrund wurde die politische Kontroverse rund um seinen Super Bowl Auftritt genannt.

Politische Reaktionen und öffentliche Stellungnahmen

Der US-Präsident Donald Trump äußerte öffentlich Kritik an der Halbzeitshow. Diese Reaktion verstärkte die politische Dimension der Diskussion. Zusätzlich organisierte Turning Point USA eine Gegenveranstaltung mit Kid Rock, was die Debatte weiter anheizte.

Auch der demokratische US-Senator Ruben Gallego schaltete sich ein. Er brachte öffentlich die Idee ins Spiel, Bad Bunny könne stattdessen zu AEW wechseln. Damit wurde die Diskussion auch auf die Ebene des professionellen Wrestlings übertragen.

In den sozialen Medien sorgte Jake Paul zudem für Aufmerksamkeit, als er Bad Bunny als „falschen“ Amerikaner bezeichnete. Später stellte er klar, dass sich seine Aussage nicht auf dessen ethnische Herkunft, sondern auf dessen Ideologie bezogen habe. Im weiteren Verlauf äußerte er Bewunderung für den Musiker. Logan Paul widersprach seinem Bruder öffentlich. Darüber hinaus richtete Triple H vor der Show gute Wünsche an Bad Bunny.

Eric Bischoff widerspricht dem MAGA-Label

Parallel zur Diskussion um Bad Bunny wurde WWE im Internet wiederholt als politisch ausgerichtetes Unternehmen bezeichnet. Hintergrund dieser Wahrnehmung sind personelle Verbindungen ins politische Umfeld. Triple H ist Mitglied des Präsidentenrats für Sport, Fitness und Ernährung. Linda McMahon war Bildungsministerin in der Trump Administration.

In der Ausgabe vom 14. Februar 2026 seines Podcasts „83 Weeks“ reagierte Eric Bischoff auf die Behauptung, WWE sei ein „MAGA-Unternehmen“. Nachdem Conrad Thompson die Wahrnehmung mit den Worten „Ob gut oder schlecht, es hat sich so ergeben, dass die WWE als MAGA-Unternehmen positioniert ist.“ formuliert hatte, widersprach Bischoff deutlich.

Er erklärte wörtlich: „Ich meine, ist es nicht eine Tatsache, dass es die WWE war, die Bad Bunny außerhalb der Musikindustrie einem breiteren amerikanischen Publikum bekannt gemacht hat? Wie können wir zu dem Schluss kommen, dass die WWE nur eine Seite vertritt, wenn sie doch tatsächlich beiden Seiten großartige Unterhaltung bietet? Wenn sie nur konservative Country-Acts buchen würden, würde ich zustimmen. Aber das ist nicht der Fall. Das tun sie nicht.“

Bischoff führte weiter aus: „Ich glaube, die Leute versuchen, mehr daraus zu machen, weil sich das Thema gut kommentieren lässt, es ein guter Klickköder ist und sich hervorragend für Podcast-Gespräche eignet. Ich finde, das ist einfach nur billiger Krach. So wie billiger Krach im Wrestling, weil es so verdammt einfach ist und keinen Wert hat. Das ist so etwas wie billiger Inhalt.“

Darüber hinaus sagte er: „Ich glaube, die Internet-Wrestling-Community erschafft das, weil sie jetzt etwas Neues hat, worüber sie streiten, sich gegenseitig verspotten und sich gegenseitig schreckliche Dinge vorwerfen kann. Jetzt können sie das tun und gleichzeitig über Wrestling reden. Es ist eine traurige Feststellung, das ist es wirklich.“

WWE zwischen öffentlicher Wahrnehmung und Geschäftsinteressen

Im Zuge der Diskussion wurde darauf verwiesen, dass WWE mit unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammenarbeitet, die teils ebenfalls polarisieren. Logan Paul gilt unter Teilen der Fanbasis als umstritten, wird jedoch weiterhin regelmäßig eingesetzt.

Meltzer betonte in seiner Einschätzung, dass das reguläre WWE-Publikum voraussichtlich kein grundsätzliches Problem mit einem erneuten Auftritt von Bad Bunny hätte. Gleichzeitig wurde angemerkt, dass WWE möglicherweise vermeiden wolle, politische Spannungen weiter zu verstärken.

Logan Paul hatte zuletzt erklärt, ein mögliches Match zwischen ihm und Bad Bunny könne das größte aller Zeiten werden. Ob WWE eine solche Begegnung für WrestleMania 42 konkret plant, wurde bislang nicht offiziell bestätigt – wir berichteten.

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