Die aktuelle Entwicklung rund um den Ticketverkauf von WrestleMania 42 sorgt nicht nur öffentlich für Aufmerksamkeit, sondern beschäftigt auch die Verantwortlichen und Talente hinter den Kulissen. Nachdem im Allegiant Stadium ein Rabattcode in Höhe von 25 Prozent eingeführt wurde (wir berichteten), rücken nun interne Reaktionen stärker in den Fokus. Gleichzeitig gewinnt ein weiteres Thema an Bedeutung, das bereits seit Monaten diskutiert wird: die Vergabe von Freikarten.
Bereits zuvor war berichtet worden, dass Funktionäre von TKO Group Holdings mit dem bisherigen Verlauf des Ticketverkaufs nicht zufrieden gewesen sein sollen. In diesem Zusammenhang wurde Sean Ross Sapp zu möglichen Spannungen innerhalb der WWE befragt.
Backstage-Stimmung vor WrestleMania 42
Laut Sean Ross Sapp wird das Thema intern wahrgenommen. Eine akute Krisenstimmung gebe es zwar nicht, dennoch sei eine gewisse Unzufriedenheit spürbar. Insbesondere im kreativen Bereich wird diskutiert, ob eine stärkere Ausrichtung der Storylines unmittelbare Auswirkungen auf den Ticketverkauf haben könnte. Dazu sagte Sapp: „Es gibt sicherlich einige Leute, die sich wünschen, dass die Kreativen besser arbeiten würden, da dann auch der Ticketverkauf besser laufen würde. Ich habe ausführlich über die Situation mit den Freikarten berichtet und darüber, wie viele Talente einfach so frustriert waren, insbesondere jetzt, wo sich die Tickets nicht verkaufen, dass sie nicht mehr so viele Freikarten bekommen wie früher.“
Die Aussage macht deutlich, dass kreative Entscheidungen und wirtschaftliche Kennzahlen intern miteinander verknüpft diskutiert werden. Parallel dazu steht seit längerer Zeit die Vergabepraxis von Freikarten im Mittelpunkt.
Freikarten werden zum Vertragsbestandteil
Die WWE hatte ihre Richtlinien im vergangenen Jahr angepasst. Anstelle kostenloser Tickets erhalten Talente laut Berichten nur noch die Möglichkeit, Eintrittskarten zu einem Vorzugspreis zu erwerben. Diese Änderung sorgte zunächst hinter den Kulissen für Kritik, wurde jedoch spätestens durch öffentliche Aussagen von Rikishi einem breiteren Publikum bekannt.
Mehrere Talente reagieren inzwischen mit konkreten vertraglichen Schritten. Ein nicht namentlich genannter Topstar soll anderen geraten haben: „Wenn ihr euch darüber beschweren wollt, dann bringt das in eurem Vertrag unter.“
Fightful Select zufolge wurde dieser Hinweis aufgegriffen: „Uns wurde berichtet, dass mehrere WWE-Talente inzwischen Freikarten in ihre Verträge aufgenommen haben. Viele gehen davon aus, dass dies eine Standardforderung sein wird.“
Auch Sean Ross Sapp ging auf diese Entwicklung ein und ergänzte: „Ich würde sagen, es hat sich ein wenig gelockert. Ich habe einfach auf den Tag gewartet, an dem Talente sagen: ‚Okay, wir arbeiten das einfach in unsere Verträge ein.‘“ Einige von ihnen tun das, andere haben es getan. Ich glaube, sogar Roman Reigns hat einigen Wrestlern geraten: Wenn ihr das wollt, erwartet es nicht einfach, sondern arbeitet es in euren Vertrag ein. Und genau das tun jetzt viele Wrestler.“
Öffentliche Kritik durch Rikishi
Rikishi äußerte sich in seinem Podcast ebenfalls ausführlich zur aktuellen Situation. Selbst mit einem Legends-Vertrag habe er keinen automatischen Zugang mehr zu kostenfreien Plätzen. Er erklärte: „Es gibt keine Freikarten mehr. Ich kann versuchen, einen Rabatt zu bekommen, weiß aber nicht, wie hoch dieser derzeit ist. Eine Karte für 1.000 Dollar ist immer noch sehr teuer.“
Er erklärte außerdem, dass sich die Situation inzwischen sogar auf sein privates Umfeld auswirke. Selbst enge Familienmitglieder könnten ihn derzeit kaum noch kontaktieren oder um Tickets bitten, weil die Abläufe zu kompliziert geworden seien.
Wirtschaftliche Strategie und interne Reaktionen
Die Anpassung der Freikartenpolitik steht im Zusammenhang mit der hohen Nachfrage nach WWE-Tickets. Das Unternehmen setzt verstärkt auf Einnahmen aus regulären Verkäufen und reduziert kostenlose Kontingente. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass Talente ihre Interessen zunehmend vertraglich absichern.
Im Fall von WrestleMania 42 fällt diese Debatte mit einer Phase zusammen, in der der Ticketverkauf laut Berichten hinter dem Niveau des Vorjahres liegt. Die Einführung eines öffentlichen Rabattcodes im Allegiant Stadium verdeutlicht, dass die wirtschaftliche Seite der Großveranstaltung derzeit besonders aufmerksam beobachtet wird.
Ehrlich gesagt würde ich nicht einmal für 1.000 Dollar zur Veranstaltung gehen. Auch nicht für 500 Dollar. Bis 40 Dollar würde ich es akzeptieren.