Alberto Del Rio: Ermittlungen bringen neue Details ans Licht

Alberto Del Rio denkt nach

Gegen Alberto Del Rio wird nach seiner Festnahme in Mexiko offiziell ermittelt. Die Behörden in San Luis Potosí haben ein Verfahren wegen mutmaßlicher häuslicher Gewalt eingeleitet. In der Wrestling-Branche hat es bereits erste Konsequenzen gegeben. Neben der Suspendierung durch eine Promotion stehen nun auch mögliche strafrechtliche Folgen im Raum, die weit über seine Karriere hinausgehen könnten.

Behörden bestätigen Ermittlungen nach Festnahme

Nach ersten Berichten über die Festnahme bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates San Luis Potosí offiziell die Aufnahme von Ermittlungen gegen den Wrestler, der in den Unterlagen als „Alberto ‚N‘“ geführt wird. Die Vorwürfe beziehen sich auf einen mutmaßlichen Vorfall mit seiner Partnerin, der sich in der Wohngegend Lomas del Tecnológico ereignet haben soll.

Den Angaben der Behörden zufolge wurde der Einsatz ausgelöst, nachdem das mutmaßliche Opfer am Nachmittag des 6. April um Hilfe gebeten hatte. Einsatzkräfte der staatlichen Zivilgarde trafen daraufhin am Ort des Geschehens ein und nahmen Del Rio fest. Laut offizieller Darstellung geschah dies auf frischer Tat, was bedeutet, dass er unmittelbar während des Vorfalls gestellt worden sein soll.

„Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates San Luis Potosí (FGESLP) hat Ermittlungen gegen Alberto „N“ eingeleitet, dem der Verdacht auf häusliche Gewalt gegen seine Lebensgefährtin vorgeworfen wird; die Vorfälle ereigneten sich in Lomas del Tecnológico, in der Hauptstadt von San Luis Potosí.“

Laut einem Bericht der Zeitung Milenio soll sie dabei Verletzungen im Gesicht sowie an den Armen erlitten haben. Im weiteren Verlauf schilderten die Behörden den gemeldeten Ablauf genauer.

„Laut der Anzeige des Opfers kam es bei einem Treffen mit Alberto „N“ in einem Haus in der Wohnsiedlung Lomas del Tecnológico zu einem Streit, der dazu führte, dass der Beschuldigte verschiedene körperliche und verbale Übergriffe gegen seine Partnerin verübte. Der Beschuldigte wurde der Sonderstaatsanwaltschaft für Frauen-, Familien- und Sexualdelikte überstellt, nachdem er von Beamten der staatlichen Zivilgarde auf frischer Tat festgenommen worden war.“

Die Ermittlungsbehörden bestätigten zudem, dass der Fall den üblichen juristischen Weg nehmen wird. In diesem Zusammenhang ist vorgesehen, dass Del Rio im Rahmen der weiteren Schritte vor Gericht erscheinen muss.

„Nach der Festnahme durch die Beamten der GCE wurde der Beschuldigte den Beamten der Staatsanwaltschaft überstellt, die für die ordnungsgemäße Erstellung der Ermittlungsakte zuständig sind und ihn bei der ersten Anhörung vor die Justizbehörde bringen werden, wo er sich für die ihm vorgeworfenen Taten verantworten muss.“

Erste Konsequenzen: The Crash reagiert mit Suspendierung

Während die Ermittlungen laufen, hat sich die Situation bereits unmittelbar auf Del Rios Karriere ausgewirkt. Die mexikanische Promotion „The Crash Lucha Libre“ reagierte auf die Entwicklungen und suspendierte ihn.

In einer Mitteilung, die am 8. April veröffentlicht wurde, erklärte das Unternehmen, dass Del Rio vorerst nicht mehr bei Veranstaltungen eingesetzt wird. Damit stellt diese Entscheidung die erste bestätigte berufliche Konsequenz dar, die sich aus den aktuellen Vorwürfen ergibt.

„Mit dieser Erklärung bekräftigt The Crash Lucha Libre, dass es sich um ein Unternehmen mit Werten handelt, das das Spektakel des Sports auf familienfreundliche Weise fördert und jegliche Gewalttaten außerhalb des sportlichen Kontexts ablehnt. Aus diesem Grund werden wir Alberto Del Río ‚El Patrón‘ nach den jüngsten Ereignissen aus unserem Programm nehmen.“

Del Rio stand zuletzt weiterhin aktiv im Ring und trat regelmäßig für The Crash auf, ehe die Promotion nach Bekanntwerden der Vorwürfe reagierte.

Mögliche Anklagepunkte und drohende Strafen

Neben den unmittelbaren Auswirkungen auf seine Karriere rücken nun auch die möglichen strafrechtlichen Konsequenzen stärker in den Mittelpunkt. Ein Bericht von Milenio beschreibt, welche rechtlichen Schritte im weiteren Verlauf folgen könnten.

Demnach prüfen die Staatsanwälte zwei unterschiedliche Anklagepunkte, die jeweils deutlich voneinander abweichende Strafrahmen vorsehen. Eine grundlegende Anklage wegen häuslicher Gewalt könnte eine Freiheitsstrafe von einem bis zu sieben Jahren nach sich ziehen. Hinzu käme eine Geldstrafe, die sich nach dem sogenannten UMA-System richtet und sich auf einen Bereich zwischen etwa 2.346 und 82.117 Pesos belaufen kann, was umgerechnet ungefähr zwischen 115 und 4600 Euro entspricht.

Deutlich schwerwiegender wäre eine Einstufung als geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen. In diesem Fall droht eine Freiheitsstrafe von acht bis zu 20 Jahren sowie eine deutlich höhere Geldstrafe. Dieser Tatbestand kommt insbesondere dann zur Anwendung, wenn erschwerende Umstände vorliegen.

Laut dem Bericht greift diese schwerere Anklage unter anderem dann, wenn die Verletzungen als schwerwiegend oder erniedrigend eingestuft werden, wenn Drohungen oder Belästigungen vorausgingen oder wenn ein Muster von Gewalt erkennbar ist.

Fall entwickelt sich zu ernstem juristischen Verfahren

Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie sich die Situation innerhalb kurzer Zeit verändert hat. Ausgehend von einer ersten Festnahme wurde ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet, das nun konkrete rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Darüber hinaus steht der Fall im Kontext früherer Vorwürfe. Bereits im Mai 2020 war Del Rio in einen ähnlichen Vorfall verwickelt, bei dem ihm unter anderem schwere Straftaten vorgeworfen wurden. Diese Anschuldigungen wurden später jedoch fallen gelassen.

1 Kommentar

  1. Auch nicht zum ersten mal, ganz ehrlich, der sollte bei keinem mehr wresteln dürfen, ein gewaltätiger mann im ring als vorbild/anschauung braucht niemand

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