AJ Styles blickt auf eine außergewöhnlich erfolgreiche WWE-Karriere zurück. Im Gespräch über seine Zeit im Unternehmen gewährte der frühere World Champion nun jedoch einen überraschend persönlichen Einblick und erklärte, welche Unsicherheit ihn trotz seiner zahlreichen Erfolge lange begleitete.
Berichte über Sheamus bringen Styles zum Nachdenken
Im „The Phenomenally Retro Podcast“ sprach Styles zunächst über die ungewisse Zukunft seines langjährigen Weggefährten Sheamus. Zuletzt hatten Berichte die Runde gemacht, wonach der Ire WWE nach beinahe zwei Jahrzehnten verlassen könnte.
Styles ist überzeugt, dass Sheamus unabhängig von seiner Entscheidung gut zurechtkommen werde. Er beschrieb ihn als intelligenten, erfahrenen Wrestler, der sich weiterhin in hervorragender körperlicher Verfassung befinde. Ein Abschied von WWE könne zudem neue Motivation freisetzen und ihm zusätzlichen Antrieb für den nächsten Abschnitt seiner Karriere geben.
Nach aktuellen Informationen steht Sheamus jedoch weiterhin bei WWE unter Vertrag. Sein Vertrag soll erst am 1. Oktober 2026 auslaufen. Die zusätzliche Laufzeit könnte mit früheren verletzungsbedingten Ausfallzeiten zusammenhängen. Eine Verlängerung wurde bislang nicht bekannt.
Eine Entlassung war Styles’ größte Sorge
Die Diskussion über Sheamus führte Styles zu einer persönlichen Aussage über seine eigene Laufbahn. Die Angst vor einer möglichen Entlassung habe ihn während seiner gesamten WWE-Karriere nie vollständig verlassen. Außenstehende könnten diese Sorge angesichts seiner Titelgewinne und großen Matches nur schwer nachvollziehen, doch Styles habe seine Position im Unternehmen anders wahrgenommen als viele Fans.
Eine Entlassung hätte für ihn nicht nur das Ende seiner Beschäftigung bedeutet. Er hätte sie zugleich als Zeichen verstanden, dass WWE ihn nicht mehr für gut genug halte. Besonders in Phasen, in denen er seltener eingesetzt wurde oder keine bedeutende Storyline erhielt, habe er sich gefragt, ob die Verantwortlichen noch langfristig mit ihm planten.
Seine Selbstwahrnehmung unterschied sich damit deutlich von seinem öffentlichen Ansehen. Während viele Fans Styles längst als einen der erfolgreichsten und zuverlässigsten Wrestler seiner Generation betrachteten, zweifelte er selbst daran, ob sein Platz bei WWE dauerhaft sicher war.
Auch große Erfolge beseitigten die Zweifel nicht
Styles kam Anfang 2016 zu WWE und wurde sofort als bedeutender Neuzugang präsentiert. Innerhalb kurzer Zeit etablierte er sich im Main Event und gewann mehrere Titel. Trotzdem entwickelte er nie das Gefühl, allein wegen seines Namens oder seiner bisherigen Leistungen unantastbar zu sein.
Styles beendete seine aktive Karriere schließlich zu seinen eigenen Bedingungen. Er wurde nicht überraschend entlassen, sondern blieb WWE erhalten und übernahm neue Aufgaben, bei denen seine jahrzehntelange Erfahrung weiterhin genutzt wird.
Styles sucht nach zukünftigen WWE-Stars
Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist die Suche nach neuen Talenten. Styles beobachtet Wrestler aus der Independent-Szene und prüft, wer für WWE infrage kommen könnte. Dabei beschäftigt er sich auch mit dem WWE-ID-Programm, das ausgewählte Independent-Wrestler unterstützt, ohne dass sie sofort vollständig ins WWE-System wechseln müssen.
Styles kennt die Schwierigkeiten junger Talente aus eigener Erfahrung und möchte ihnen besseren Zugang zu Training, Kontakten und Auftrittsmöglichkeiten ermöglichen. Darüber hinaus soll er auch mit Wrestlern aus NXT und bei Bedarf aus dem Main Roster zusammenarbeiten und ihnen bei ihrer Weiterentwicklung helfen.
Vorübergehender Einsatz im Performance Center
Zuletzt half Styles außerdem beim Training im WWE Performance Center in Orlando aus. Er stellte jedoch klar, dass er nicht dauerhaft die Position eines anderen Trainers übernommen habe. Er sprang lediglich für einen Kollegen ein, der sich wegen gesundheitlicher Probleme mit seinen Knien behandeln lassen musste.
Die Arbeit mit den Nachwuchstalenten bereitet Styles große Freude. Besonders gerne beschäftigt er sich mit kleineren Details innerhalb eines Matches, darunter Bewegungsabläufe, das richtige Timing und die Frage, wie Aktionen glaubwürdiger und wirkungsvoller dargestellt werden können.
Dabei möchte er keinen Wrestler nach seinen eigenen Vorstellungen formen. Styles möchte seine Erfahrungen weitergeben und eine zusätzliche Perspektive anbieten. Die Talente sollen anschließend selbst entscheiden, welche Hinweise zu ihrem Stil und ihrer Persönlichkeit passen.
Seine Leidenschaft für das Wrestling sei auch nach dem Karriereende nicht verschwunden. Styles hofft, dass diese Begeisterung auf die Nachwuchstalente übergeht und sie motiviert, sich intensiv mit ihrem Handwerk zu beschäftigen.
Talentscout, Trainer und Mentor
Neben der Talentsuche und der Unterstützung im Ring möchte Styles auch für bereits verpflichtete Wrestler erreichbar sein. Manchmal könne ein persönliches Gespräch helfen, um herauszufinden, wie es einem Talent gehe oder weshalb eine Entwicklung ins Stocken geraten sei.
Styles kann sich vorstellen, gemeinsam mit einem Wrestler im Performance Center an konkreten Problemen zu arbeiten. Seine Funktion vereint damit Aufgaben eines Talentscouts, Trainers und Mentors. Wie sich die Position langfristig entwickelt, ist noch nicht endgültig festgelegt.
Gerade diese Vielseitigkeit macht für Styles den Reiz seiner neuen Aufgabe aus. Er möchte dort helfen, wo seine Erfahrung benötigt wird, sei es bei der Entdeckung eines Independent-Wrestlers, der Weiterentwicklung eines NXT-Talents oder im persönlichen Gespräch mit einem etablierten WWE-Star.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar