AJ Styles fordert bessere Ideen – und erklärt umstrittenen Kickout von Cody Rhodes

Cody Rhodes und AJ Styles stehen sich im Wrestlingring angespannt gegenüber, während der Ringrichter zwischen beiden vermittelt und die voll besetzte Arena im Hintergrund zu sehen ist.

AJ Styles hat während seiner Karriere mit unterschiedlichen Kreativteams gearbeitet und zahlreiche Nachwuchstalente kennengelernt. In Cody Rhodes’ „What Do You Wanna Talk About?“ Podcast blickte er auf Erfahrungen zurück, die seine Haltung zu beiden Bereichen geprägt haben, und sprach über eine öffentliche Auseinandersetzung um seinen Sohn Avery.

AJ Styles fordert bessere Vorschläge statt bloßer Beschwerden

Im Gespräch ging es zunächst darum, wie Wrestler mit kreativen Entscheidungen umgehen sollten, die ihnen nicht gefallen. Cody Rhodes erklärte, dass auch er nicht von jedem Vorschlag begeistert sei. Dennoch betrachte er die Entwicklung der Shows als gemeinsame Arbeit. Er wolle deshalb nicht gegen jede Idee ankämpfen, sondern sich besonders für die Dinge einsetzen, die ihm wirklich wichtig seien.

Styles schloss sich dieser Haltung an und formulierte seinen Rat deutlich: „Wenn du keine bessere Idee hast, dann sag gar nichts.“ Rhodes ergänzte daraufhin: „Beschwer dich erst, wenn du eine bessere Idee hast.“ Zur Kritik an einer geplanten Storyline gehört für Styles somit auch die Bereitschaft, eine bessere Alternative anzubieten.

Der frühere WWE-Champion erklärte, dass einem Wrestler eine Vorgabe missfallen könne. Wenn dieser jedoch selbst keinen anderen Vorschlag habe, müsse er seine Aufgabe trotzdem erfüllen. Styles brachte das mit der schroffen Aufforderung auf den Punkt, den Mund zu halten und seinen Job zu erledigen. Die Writer sind dafür verantwortlich, Storylines zu entwickeln. Die Aufgabe der Darsteller bestehe hingegen darin, das Vorgesehene überzeugend umzusetzen.

Dabei räumte Styles ein, dass die Vorschläge der Writer häufig besser gewesen seien als seine eigenen. Gelegentlich habe er allerdings selbst eine Idee gehabt, die funktionieren konnte. Ob diese tatsächlich aufgegriffen werde, liege nicht allein in seiner Hand. Ein guter Vorschlag garantiert weder die Gelegenheit, ihn vorzustellen, noch dessen spätere Umsetzung. Eigene Beiträge und die Bereitschaft, mit den Entscheidungen des Kreativteams zu arbeiten, gehörten für ihn deshalb zusammen.

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Die umstrittene Burning-Hammer-Szene ging auf Styles zurück

Wie er selbst zur Gestaltung eines Matches beigetragen hatte, schilderte Styles anhand seiner Begegnung mit Cody Rhodes bei Backlash France. Rhodes verteidigte dort die Undisputed WWE Championship gegen ihn. Während des Matches zeigte Styles einen Burning Hammer, doch Cody befreite sich bereits bei eins aus dem anschließenden Cover und startete danach seine Gegenoffensive.

Dieser schnelle Kickout nach einer derart spektakulären Aktion brachte Styles nach eigener Darstellung viel Kritik ein. Im Podcast verriet er nun, dass der Ablauf auf seinen eigenen Vorschlag zurückgegangen war. Die beiden hätten für diesen Moment eine große Aktion gebraucht, aus der Rhodes anschließend mit neuer Energie herauskommen sollte. Styles hatte deshalb angeregt, den Burning Hammer zu zeigen und Cody bereits beim ersten Zählversuch die Schulter hochreißen zu lassen.

Die Vergleiche mit Kenta Kobashis berühmtem Burning Hammer hielt er dabei für unpassend. Seine eigene Variante unterscheide sich von Kobashis Ausführung, und er könne die Aktion auch nicht so gut zeigen wie deren bekanntester Anwender. Rhodes bestätigte, dass Styles die Szene vorgeschlagen hatte. Er habe die Idee gerne ausprobiert und die Herausforderung angenommen. Zudem verwies Cody darauf, dass der Burning Hammer nicht Styles’ regulärer Finisher gewesen sei.

Bei manchen Nachwuchstalenten vermisst er den früheren Hunger

Styles und Rhodes sprachen außerdem über ältere Traditionen und ungeschriebene Regeln im Wrestling. Styles äußerte den Eindruck, dass manche Vorstellungen gerade innerhalb der Independent-Szene falsch weitergegeben würden. Das Geschäft hat sich verändert, während bestimmte Erwartungen an Wrestler weiterhin aus einer anderen Zeit stammten.

Gleichzeitig erkannte er bei manchen jüngeren Talenten nicht denselben Hunger, den er selbst zu Beginn seiner Karriere empfunden hatte. Damals habe er jede Gelegenheit nutzen wollen, die sich ihm bot. Er wollte möglichst viel erreichen und sich jeder Herausforderung stellen. Diese Einstellung sehe er heute nicht mehr bei allen Nachwuchswrestlern im gleichen Maße.

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Styles blickte selbstkritisch auf den Streit um seinen Sohn zurück

Ein weiteres Thema war die öffentliche Auseinandersetzung um Avery Styles. Arik Cannon hatte dem jungen Wrestler nach einer GCW-Veranstaltung in Minnesota vorgeworfen, nicht bei den Aufbauarbeiten mitgeholfen zu haben. AJ verteidigte seinen Sohn damals mit dem Hinweis, dass Avery für ein Match gebucht worden sei. An dem anschließenden Austausch beteiligte sich auch Cody Rhodes.

Rückblickend bezeichnete Styles die Angelegenheit als ausgesprochen lächerlich. Er vermutete, dass er sich durch eine gezielte Provokation zu seiner Antwort hatte verleiten lassen. Rhodes erläuterte ebenfalls seine damalige Reaktion. Er habe Avery unterstützen wollen, aber damit nicht gemeint, dass Kinder bekannter Wrestler grundsätzlich keine Stühle aufstellen oder andere Aufgaben übernehmen müssten.

Vielmehr warb Rhodes für etwas mehr Nachsicht im Umgang mit dem jungen Talent. Wer in einer Wrestling-Familie aufwächst, bekommt bereits früh viel vom Geschäft mit. Gleichzeitig führt ein berühmter Nachname jedoch auch dazu, dass die eigenen Schritte besonders kritisch beobachtet werden. Rhodes bereute nicht, Avery öffentlich unterstützt zu haben. Rückblickend meinte er jedoch, dass er sich nicht weiter in den Streit hätte einmischen müssen.

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