AJ Lee hat in zwei aktuellen Interviews offen über die Gründe gesprochen, die sie zu ihrer WWE-Rückkehr im September 2025 bewogen haben. Dabei machte sie deutlich, dass nicht mögliche Storylines oder Titelchancen den Ausschlag gaben. Stattdessen stand für sie eine ganz andere Frage im Mittelpunkt: Würde die WWE ihre mentale Gesundheit respektieren und schützen?
Was sich seit ihrer ersten Zeit im Unternehmen verändert hat, brachte Lee mit einer bemerkenswerten Aussage auf den Punkt. Früher habe sie ihre Diagnose nicht einmal offen ansprechen können. Heute sei sie sogar Teil ihres Vertrags.
Das entscheidende Gespräch vor ihrer Rückkehr
Lee erklärte, dass ihre Gespräche mit WWE nicht mit kreativen Plänen oder einer möglichen Rolle im TV begonnen hätten. Bevor sie überhaupt ernsthaft über ein Comeback nachdachte, wollte sie wissen, ob ihre mentale Gesundheit innerhalb des Unternehmens ernst genommen werde.
Nach ihren Angaben fragte sie WWE-Präsident Nick Khan und Chief Content Officer Triple H direkt, ob sie bei Bedarf eine Auszeit nehmen könne und ob das Unternehmen dafür Verständnis hätte. Außerdem wollte sie wissen, ob psychische Gesundheit tatsächlich als wichtiger und legitimer Grund für eine Pause anerkannt werde.
Die Antwort habe ihr die nötige Sicherheit gegeben. Sowohl Nick Khan als auch Triple H hätten ihr persönlich versichert, dass ihre mentale Gesundheit für die WWE höchste Priorität habe. Für Lee war diese Zusage entscheidend. Erst dadurch sei eine Rückkehr für sie überhaupt möglich geworden.
Besonders positiv sei für sie gewesen, dass sie das Thema nicht erst selbst habe ansprechen müssen. Stattdessen hätten beide Seiten von Anfang an offen darüber gesprochen und dieselbe Sichtweise vertreten. Diese Gespräche bildeten schließlich die Grundlage für ihre Rückkehr zur WWE.
„Früher konnte ich meine Diagnose nicht einmal nennen und heute steht sie in meinem Vertrag.“
Mit diesem Satz beschrieb AJ Lee den größten Unterschied zwischen ihrer ersten WWE-Zeit und ihrer heutigen Situation. Vor rund zehn Jahren habe sie ihre Diagnose nicht einmal offen aussprechen können. Heute sei sie offiziell Teil ihres Vertrags. Für Lee ist das weit mehr als ein symbolisches Zeichen. Die entsprechende Regelung gebe ihr ein vertraglich festgelegtes Recht auf eine Auszeit, wenn sie diese aus Gründen ihrer mentalen Gesundheit benötige.
Während ihrer ersten WWE-Laufbahn habe sie das Gefühl gehabt, diesen Teil ihres Lebens verstecken zu müssen. Sie habe befürchtet, dass offene Gespräche über psychische Probleme ihrer Karriere schaden oder sogar ihren Arbeitsplatz gefährden könnten.
Damals sei die vorherrschende Einstellung gewesen, trotz aller Probleme weiterzumachen, keine Schwäche zu zeigen und nicht über mentale Gesundheit zu sprechen. Dadurch habe sie oft nach außen stark und belastbar gewirkt, obwohl sie innerlich mit großen Herausforderungen zu kämpfen hatte.
Heute sieht Lee eine deutlich positivere Entwicklung. Ihrer Meinung nach werden Unternehmen und Verantwortliche inzwischen stärker für den Umgang mit ihren Mitarbeitern zur Verantwortung gezogen. Das hat dazu beigetragen, gesündere Arbeitsumgebungen zu schaffen und Themen wie mentale Gesundheit offener zu behandeln.
2015 war trotz ihrer Erfolge das schwerste Jahr ihres Lebens
Im Interview blickte Lee auch auf ihr letztes Jahr als aktive Wrestlerin zurück. Sie bezeichnete 2015 als die schwierigste Zeit ihrer mentalen Gesundheit.
Besonders belastend sei gewesen, dass sie sich damals gleichzeitig auf einem Höhepunkt ihrer Karriere befand. Als Divas Champion gehörte sie zu den bekanntesten und präsentesten Frauen der WWE. Nach außen wirkte alles erfolgreich und geordnet.
Hinter den Kulissen habe die Situation jedoch völlig anders ausgesehen. Lee erklärte, dass sie sich damals in einer schweren depressiven Phase befunden habe. Die große Diskrepanz zwischen ihrem öffentlichen Auftreten und ihrem tatsächlichen inneren Zustand habe sie nachhaltig geprägt.
Deshalb sei ihr WWE-Abschied im Jahr 2015 auch keine spontane Entscheidung gewesen. Vielmehr sei er das Ergebnis einer Situation gewesen, in der sie körperlich und mental nicht mehr weitermachen konnte.
Rückblickend hat das Gespräch mit Nick Khan und Triple H vor ihrer Rückkehr deshalb eine besondere Bedeutung. Für sie sei es der Beweis gewesen, dass sich die Unternehmenskultur innerhalb der WWE in wichtigen Bereichen grundlegend verändert habe.
Ihr Engagement reicht weit über das Wrestling hinaus
Die Jahre nach ihrem WWE-Abschied nutzte AJ Lee nicht nur, um sich auf ihre eigene Gesundheit zu konzentrieren. Sie beschäftigte sich intensiv damit, welche Behandlung und Unterstützung ihr langfristig helfen konnten.
Gleichzeitig begann sie, sich öffentlich für das Thema mentale Gesundheit einzusetzen. Heute tritt sie regelmäßig als Rednerin auf und spricht über ihre Erfahrungen, um anderen Menschen Mut zu machen.
Dabei beschränkt sie sich nicht auf die Sportwelt. Besonders wichtig ist ihr die Arbeit mit Communitys of Color, in denen psychische Erkrankungen oft noch stärker tabuisiert werden. Lee möchte mit ihrer Geschichte zeigen, dass niemand mit solchen Problemen allein ist und es sich lohnt, Hilfe zu suchen und den für sich richtigen Weg zu finden.
Hinweis: AJ Lees Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, über mentale Gesundheit zu sprechen. Wenn du selbst unter Depressionen oder anderen psychischen Belastungen leidest, denke daran: Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche. Du musst damit nicht allein umgehen. Unterstützung bieten Hausärzte, Psychotherapeuten, psychiatrische Fachkliniken und Beratungsstellen. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 erreichbar.

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