TKO hat am 4. November seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 vorgelegt. In der anschließenden Telefonkonferenz erläuterte die Führung des WWE-Mutterkonzerns die Entwicklung des Unternehmens und beantwortete Fragen zu den internationalen Veranstaltungsplänen.
TKO steigerte Umsatz und Nettogewinn deutlich
Der Konzern erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von rund 1,360 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach das einem Zuwachs von 21 Prozent oder 240,2 Millionen US-Dollar. Der Nettogewinn stieg von 106,8 Millionen auf 277,9 Millionen US-Dollar.
Das bereinigte EBITDA, eine um bestimmte Posten bereinigte Ergebniskennzahl vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, erhöhte sich um 54 Prozent auf 555,7 Millionen US-Dollar. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 32 auf 41 Prozent.
Einen großen Anteil am Wachstum hatte die UFC. Ihr Umsatz legte um 194 Millionen auf 519,2 Millionen US-Dollar zu, während das bereinigte EBITDA um 119,7 Millionen auf 285,3 Millionen US-Dollar stieg. Das IMG-Segment, zu dem auch On Location gehört, verzeichnete einen Umsatzanstieg um 54,6 Millionen auf 391,3 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA erreichte dort 115,9 Millionen US-Dollar nach 61,4 Millionen im Vorjahresquartal.
Weniger Großveranstaltungen und SummerSlam belasteten den WWE-Umsatz
WWE meldete dagegen einen leichten Umsatzrückgang. Die Einnahmen sanken von 402,1 Millionen auf 399,3 Millionen US-Dollar. TKO bezifferte das Minus auf gerundet ein Prozent.
Ausschlaggebend war das Geschäft mit Liveveranstaltungen und Hospitality-Angeboten. Hier gingen die Erlöse um 24,8 Millionen auf 57,7 Millionen US-Dollar zurück. Als Hauptgründe nannte TKO die Zusammensetzung und zeitliche Verteilung des Veranstaltungskalenders. Im Vergleich zum Vorjahresquartal fanden drei Main-Roster-Premium-Live-Events weniger statt. Hinzu kamen geringere Ticketverkaufserlöse für SummerSlam.
Andere Geschäftsbereiche glichen einen großen Teil dieses Rückgangs aus. Partnerschaften und Marketing brachten 51 Millionen US-Dollar ein, ein Plus von 11,1 Millionen. Laut TKO trugen neue Partner und höhere Gebühren bei Vertragsverlängerungen dazu bei.
Die Einnahmen aus Medienrechten, Produktion und Inhalten wuchsen um 6,9 Millionen auf 255,8 Millionen US-Dollar. TKO verwies auf höhere Rechtegebühren, insbesondere auf den im September 2025 gestarteten Vertriebsvertrag mit ESPN. Die geringere Zahl an PLEs dämpfte diesen Zuwachs.
Bei Produktlizenzen und sonstigen Einnahmen stieg der Umsatz um vier Millionen auf 34,8 Millionen US-Dollar. Als Gründe führte das Unternehmen unter anderem WWE-Videospiele und Sammelkarten an.
WWE erhöhte das bereinigte Ergebnis durch geringere Kosten
Trotz des Umsatzrückgangs verbesserte WWE sein bereinigtes EBITDA um 9,4 Millionen auf 217,2 Millionen US-Dollar. Die Marge stieg von 52 auf 54 Prozent.
TKO führte diese Entwicklung auf niedrigere Ausgaben zurück. Durch die drei entfallenen Main-Roster-PLEs sanken insbesondere Produktionskosten, Vergütungen für Talente und weitere Veranstaltungskosten. Auch die Vertriebs- und Verwaltungsausgaben gingen zurück, vor allem wegen geringerer Personalkosten.
Für die ersten neun Monate 2026 wies WWE einen Umsatz von 1,4959 Milliarden US-Dollar aus. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 1,3498 Milliarden gewesen. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich in diesem Zeitraum von 731,5 Millionen auf 841,6 Millionen US-Dollar.
TKO hob die Jahresprognose erneut an
TKO erhöhte seine Erwartungen für das Gesamtjahr zum zweiten Mal in Folge. Der Konzern rechnet nun mit einem Umsatz zwischen 5,790 und 5,830 Milliarden US-Dollar. Beim bereinigten EBITDA liegt das Ziel zwischen 2,295 und 2,315 Milliarden US-Dollar.
Präsident und COO Mark Shapiro erklärte, die erneute Anhebung drücke das Vertrauen in das gesamte Portfolio aus. Der überwiegende Teil der bestehenden Einnahmen sei für die kommenden fünf bis sieben Jahre abgesichert.
Im Quartal erwirtschaftete TKO einen operativen Cashflow von 472,1 Millionen US-Dollar und einen freien Cashflow von 449,9 Millionen US-Dollar. Zum 30. September verfügte der Konzern über liquide Mittel von 630,9 Millionen US-Dollar bei Bruttoschulden von 4,647 Milliarden US-Dollar. Seit Jahresbeginn flossen über Aktienrückkäufe, Dividenden und damit verbundene Ausschüttungen mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar an die Anteilseigner zurück.
Nick Khan führte Gespräche über WWE in Tokio
Während der Investorenkonferenz äußerte sich Shapiro auch zu möglichen WWE-Veranstaltungen in Japan. Er zeigte sich zuversichtlich hinsichtlich der Gespräche, die WWE-Präsident Nick Khan darüber führe, WWE im Jahr 2027 nach Tokio zu bringen.
Seit dem 1. Oktober 2026 überträgt Netflix in Japan Raw, SmackDown und NXT sowie die Premium Live Events. Das Angebot umfasst außerdem Archivmaterial und Liveübertragungen mit englischem oder japanischem Kommentar.
Shapiro erläuterte die Absicherung für WrestleMania 43
Zu Crown Jewel am 7. November in Riad erklärte Shapiro, die Vorbereitungen liefen planmäßig. Das Risiko durch die Lage im Nahen Osten bewertete er als äußerst gering. Die bisherigen Veranstaltungen des Konzerns in der Region seien ohne Unterbrechungen durchgeführt worden.
Für WrestleMania 43 in Saudi-Arabien erläuterte er mögliche Ausweichpläne. TKO hat nach seinen Angaben bereits die Hälfte der vereinbarten Zahlung erhalten. Auch bei einer notwendigen Verlegung werde der Konzern die zweite Hälfte bekommen. Die Veranstaltung würde in einem solchen Fall verlegt und nicht abgesagt.
Shapiro berichtete von einer langen Liste interessierter Ersatzorte, überwiegend in den USA. Bei einem kurzfristigen Wechsel sei allerdings kein zusätzliches finanzielles Anreizpaket des neuen Gastgebers zu erwarten. Mit einer ausverkauften Veranstaltung rechne er dennoch.
Tokio ist nicht der richtige Ort für dieses Produkt. Und kurzfristige Umsatzsteigerung durch Gehaltskürzungen und Preiserhöhungen btw. kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell.