Billy Gunn und Jim Ross haben über Jahrzehnte hinweg unterschiedliche Aufgaben im Wrestling übernommen. Aktuelle Aussagen geben Einblicke in Gunns ursprüngliche Vereinbarung mit AEW sowie in Ross’ Situation nach dessen jüngsten gesundheitlichen Rückschlägen.
Billy Gunn war zunächst vor allem für die Arbeit hinter den Kulissen vorgesehen
Billy Gunn gehörte zu den frühen Verpflichtungen von All Elite Wrestling. Seine Erfahrung sollte der damals neu gegründeten Promotion in erster Linie hinter den Kulissen zugutekommen. Regelmäßige eigene Matches standen bei seiner ursprünglichen Vereinbarung dagegen nicht im Vordergrund.
Im Gespräch mit Kenny McIntosh von Inside The Ropes erläuterte der WWE Hall of Famer, dass sein damaliger Talentvertrag lediglich zwölf Einsatztermine pro Jahr vorgesehen habe. Gegenüber Tony Khan habe er sich bereit erklärt, bei Bedarf gelegentlich selbst in den Ring zu steigen. Eine umfangreiche Rückkehr als aktiver Wrestler sei zunächst jedoch nicht sein Plan gewesen.
Gunn beschrieb dabei zwei getrennte vertragliche Vereinbarungen. Neben seinem Talentvertrag habe er einen Arbeitsvertrag gehabt. Seine hauptsächlichen Aufgaben waren die Arbeit als Produzent und das Training. Entsprechend klein sei der Talentvertrag ausgefallen. Anfangs wusste er nicht einmal, ob er tatsächlich alle zwölf vorgesehenen Termine absolvieren würde.
Aus gelegentlichen Matches wurde ein deutlich größerer Einsatzplan
Die tatsächliche Entwicklung wich schließlich erheblich von diesen ursprünglichen Vorstellungen ab. Gunn berichtete, dass AEW ihn zunehmend häufiger eingesetzt habe. Später sei er bei beiden Shows beschäftigt gewesen und habe praktisch ständig gearbeitet. Die Belastung beschrieb er mit der Bemerkung, dabei beinahe auseinandergefallen zu sein.
Auch die von Fightful genannten Matchzahlen zeigen, dass Gunn im Ring wesentlich häufiger gefragt war, als es die anfängliche Planung vermuten ließ. Demnach bestritt er 2020 insgesamt 23 Matches für AEW. Im folgenden Jahr kamen sogar 34 Begegnungen hinzu.
Dabei ist zwischen Einsatzterminen und einzelnen Matches zu unterscheiden: Gunn sprach im Interview von zwölf vertraglich vorgesehenen Terminen pro Jahr. Eine ausdrücklich festgelegte Obergrenze von zwölf Matches nannte er nicht. Nach Angaben von Fightful stand er seit Januar 2026 nicht mehr für AEW in einem Match im Ring.
Jim Ross erholt sich nach erneutem Krankenhausaufenthalt
Inzwischen gibt es eine vorsichtig positive Nachricht zum Gesundheitszustand von Jim Ross. Der 74-jährige Kommentator ist nach einem weiteren Krankenhausaufenthalt wieder zu Hause. Für eine Rückkehr zu seinem Podcast „Grilling JR“ benötigt er allerdings noch Zeit.
Sein Co-Moderator Conrad Thompson informierte die Zuhörer in der Ausgabe vom 22. Oktober über die Situation. Demnach habe Ross einen Infekt im Brustbereich entwickelt. Wegen niedriger Sauerstoffwerte habe er eine Nacht im Krankenhaus verbringen müssen.
Thompson zeigte sich erleichtert, dass Ross inzwischen wieder entlassen worden sei und sich erhole. Gleichzeitig betonte er, dass sein Podcast-Partner weiterhin angeschlagen sei.
Für die folgende Woche äußerte Thompson die Hoffnung, Ross wieder bei „Grilling JR“ begrüßen zu können. Ein verbindlicher Rückkehrtermin ist das jedoch nicht. Dabei griff er auch Ross’ bekannten Spruch auf, ohne sein Pech hätte er überhaupt kein Glück. Statt einer neuen gemeinsamen Aufnahme wurde dieses Mal eine ältere Folge über die Lethal Lottery bei WCW Starrcade 1991 veröffentlicht.
Zwei Operationen und die ausstehende Aktivierung des Shunts
Der jüngste Krankenhausaufenthalt folgte auf zwei Eingriffe am Gehirn. Im August war Ross ein Shunt eingesetzt worden, der überschüssige Flüssigkeit ableiten sollte. Die Maßnahme hatte seine Gleichgewichtsprobleme zunächst deutlich verbessert.
Später entwickelte er jedoch starke Kopfschmerzen. Nachdem eine CT-Untersuchung Blutungen angezeigt hatte, wurde der Shunt deaktiviert und ein weiterer Eingriff angesetzt. Dieser fand am 7. Oktober statt. Thompson berichtete anschließend unter Berufung auf Ross’ Tochter, dass die Operation gut verlaufen sei.
Nach dem neuesten Update ist der Shunt weiterhin nicht wieder aktiviert worden. Thompson hofft, dass dies möglichst bald geschehen kann, nannte dafür aber keinen Termin.
Trotz dieser Belastungen bleibt Ross dem Wrestling eng verbunden. In einer früheren Ausgabe seines Podcasts erklärte er, dass ihn das Geschäft seit 51 Jahren begleite und er sich weiterhin nicht ausgebrannt fühle. Vielmehr sei er dankbar, noch immer daran teilhaben zu können. Auch eine Rückkehr an das AEW-Kommentatorenpult bleibt sein Wunsch, sobald seine Gesundheit dies zulässt.
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