Tony Schiavone erinnert sich an seine ersten Erfahrungen mit Darby Allin: „Du bringst dich noch um“

Auf dem Bild sitzen links Darby Allin in einer auffälligen pinkfarbenen Jacke und rechts Tony Schiavone im schwarzen Anzug mit roter Krawatte, während sich beide backstage einander zugewandt unterhalten

Tony Schiavone hat in seiner langen Wrestling-Karriere zahllose außergewöhnliche Momente erlebt. In einem aktuellen Interview blickte der AEW-Kommentator nun auf mehrere Situationen zurück, die ihn bis heute beschäftigen – darunter einige, bei denen es ihm deutlich schwerer fiel, einfach nur seiner Arbeit nachzugehen.

Tony Schiavone warnte Darby Allin schon Jahre vor AEW

Darby Allins kompromissloser Wrestling-Stil sorgt seit Jahren regelmäßig für spektakuläre Bilder und Diskussionen über die Risiken, die er dabei eingeht. Tony Schiavone machte nun deutlich, dass seine Sorgen um den AEW-Star lange vor der Gründung von All Elite Wrestling begannen. Im Battleground Podcast erinnerte sich Schiavone an die gemeinsame Zeit bei Major League Wrestling. Schon damals habe er Allin nach dessen besonders riskanten Aktionen gewarnt und ihm erklärt, dass er sich mit diesem Stil noch umbringen werde.

Besonders im Gedächtnis blieb ihm eine Situation aus dem Jahr 2017. Allin hatte kurz zuvor eine Gehirnerschütterung erlitten und erzählte Schiavone anschließend von seiner nächsten Idee: Bei einer MLW-Veranstaltung wollte er einen Stuhl mit Klebeband an seinem Rücken befestigen und von einem erhöhten Balkonbereich mit einem Coffin Drop in Richtung Ring springen. Schiavone versuchte nach eigener Darstellung, ihn davon abzubringen. Allin sei jedoch überzeugt gewesen, dass alles gutgehen würde und führte den Stunt tatsächlich aus.

Die Erinnerung lässt sich auch durch damalige Berichte bestätigen. Bei MLW Never Say Never im Dezember 2017 tauchte Allin während eines Tag Team Matches mit einem an seinem Rücken befestigten Stuhl auf einem erhöhten Bereich auf und sprang anschließend auf die Wrestler unter ihm. Für Schiavone war die Gefahr dabei offensichtlich. Allin hätte beim Klettern abrutschen, sein Ziel verfehlen oder sich beim Aufprall schwer am Rücken verletzen können. Gerade weil Schiavone ihn damals erst wenige Monate kannte, hat ihn diese Risikobereitschaft besonders beschäftigt.

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Auch spätere AEW-Stunts ließen Schiavone nicht kalt

Mit dem Wechsel zu AEW änderte sich an Allins Herangehensweise wenig. Schiavone erinnerte unter anderem an die Szene aus dem Jahr 2021, in der Ethan Page ihn bei Dynamite die Betonstufen im Daily’s Place hinunterbeförderte. Auch Allins Sprünge von hohen Leitern, Aktionen durch Glas und Feuer-Spots hätten ihn immer wieder beunruhigt. Nach einem Segment, bei dem Allin in Brand gesetzt worden war, suchte Schiavone ihn sogar im medizinischen Bereich auf.

Dort hat Allin beinahe beiläufig darüber gesprochen, möglicherweise eine schwere Verbrennung am Rücken erlitten zu haben. Schiavone zeigte sich rückblickend vor allem darüber erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit Allin solche Verletzungen behandle. Der AEW-Star hatte in der Vergangenheit selbst erklärt, dass viele seiner gefährlichsten Aktionen auf eigenen Ideen beruhen. Sein Umgang mit Risiko sei Teil seiner Persönlichkeit und nicht ausschließlich darauf ausgelegt, eine möglichst große Reaktion beim Publikum hervorzurufen.

Schiavone macht sich Sorgen um Allins Zukunft

Inzwischen beschäftigt Schiavone allerdings weniger die Frage, ob Allin einen einzelnen Stunt übersteht. Er fragt sich vielmehr, welche langfristigen Folgen diese Belastungen haben könnten. Der 68-Jährige verwies auf Wrestler wie Mick Foley und Hulk Hogan, deren Körper nach jahrzehntelanger Beanspruchung deutlich gezeichnet waren. Schiavone fragte sich offen, in welchem körperlichen Zustand Allin sein werde, wenn dieser eines Tages 50 Jahre alt ist.

Er hoffe deshalb, dass Darby außerhalb des Rings ausreichend dafür tue, seinen Körper beweglich und belastbar zu halten. Schiavone nannte unter anderem Stretching, Yoga oder Pilates als mögliche Wege, den enormen Belastungen etwas entgegenzusetzen. Trotz aller Bedenken bezeichnete er Allin zugleich als außergewöhnlichen Menschen. Selbst dessen erfolgreiche Besteigung des Mount Everest im Jahr 2025 passt zu einer Persönlichkeit, die offenbar ständig nach der nächsten großen Herausforderung sucht.

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„Rebel Heart“ stellte auch das Kommentatorenteam vor eine schwierige Aufgabe

Schiavone sprach im selben Interview außerdem über die emotional belastende Dynamite-Ausgabe „Rebel Heart“ vom 9. September. Die Veranstaltung war Tanea „Rebel“ Brooks und ihrem Kampf gegen ALS gewidmet. Schiavone erklärte, dass ihn besonders der persönliche Kontakt mit Rebel backstage berührt habe. Zu sehen, wie sehr sich ihr Gesundheitszustand verändert habe, sei für ihn schwer zu verarbeiten gewesen.

Gleichzeitig trauerte das AEW-Team um Andy „The Butcher“ Williams, der wenige Tage zuvor verstorben war. Excalibur verlor während einer Würdigung seines langjährigen Freundes live am Kommentatorenpult zeitweise die Fassung. Schiavone beschrieb rückblickend, wie schwierig es gewesen sei, währenddessen weiterhin Matches zu kommentieren und die Show professionell zu begleiten. Die Gedanken an Rebel und Williams seien den gesamten Abend über präsent gewesen.

So hält sich Schiavone von Wrestling-Diskussionen im Netz fern

Diskussionen über seine eigene Arbeit betrachtet Schiavone dagegen mit deutlich mehr Distanz. Er erklärte, dass er soziale Medien weitgehend meide und seine Tochter den Großteil seiner Accounts betreue. Er selbst nutze Instagram hauptsächlich für Bilder seiner Hunde und schaue gelegentlich bei Facebook vorbei. Kommentare von Wrestling-Fans oder Beiträge von Journalisten über seine Arbeit verfolgt er hingegen kaum.

Nach Jahrzehnten im Wrestling-Geschäft scheint Schiavone damit einen ziemlich einfachen Weg gefunden zu haben, mit den ständig wechselnden Meinungen im Internet umzugehen: Er liest sie größtenteils gar nicht erst.

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