WWE setzt AEW weiter unter Druck: Unterschiedliche Prognosen zur Skydance-Partnerschaft

WWE-, AEW-, Skydance- und Warner-Bros.-Logos vor einer Wrestling-Arena mit roten und blauen Lichteffekten, einem aufsteigenden Diagramm und einem Vertragsdokument.

Vor dem nächsten direkten Aufeinandertreffen von NXT und AEW Blood & Guts richtet sich die Aufmerksamkeit auch auf die wirtschaftlichen Hintergründe der Konkurrenz. Zwei aktuelle Berichte beschäftigen sich mit WWEs Vorgehen und der weiteren Zusammenarbeit zwischen AEW und seinem Medienpartner.

Bryan Alvarez sieht hinter WWEs Gegenprogramm ein langfristiges Ziel

Bryan Alvarez beschäftigte sich bei Wrestling Observer Live mit der Frage, weshalb WWE weiterhin eigene Veranstaltungen gegen wichtige AEW-Shows ansetzt. Seiner Einschätzung nach gehe es dem Unternehmen dabei auch darum, AEW vor den nächsten Verhandlungen über die Übertragungsrechte zu schwächen.

Alvarez verwies auf die Veränderungen im Mediengeschäft und den Zusammenschluss von Paramount und Warner Bros. Discovery unter dem Dach von Skydance. AEW nähere sich einem für den nächsten Vertrag wichtigen Jahr. Wie die Verantwortlichen dann entscheiden würden, lasse sich angesichts dieser Veränderungen nicht zuverlässig vorhersagen.

Seiner Einschätzung nach wird die WWE deshalb weitere Gelegenheiten für Gegenprogramme nutzen. Dafür muss das Unternehmen AEW an einem einzelnen Abend nicht deutlich schlagen. Schon fünf oder zehn Prozent weniger Zuschauer könnten aus Sicht der WWE einen Zweck erfüllen. Alvarez beschrieb dieses Vorgehen als fortlaufenden Versuch, dem Konkurrenten einen Teil seines Publikums abzunehmen.

Die bisherigen Ergebnisse bewertete er allerdings kritisch. WWEs Versuche seien bislang weitgehend wirkungslos geblieben. Dennoch rechne er damit, dass das Unternehmen daran festhalten werde.

Für AEW selbst äußerte Alvarez eine vorsichtig positive Erwartung. Er vermute, dass die Promotion erneut eine ähnliche Vereinbarung wie bisher erreichen und auf TBS und TNT bleiben werde. WWE werde seiner Ansicht nach jedoch alles versuchen, um eine solche Fortsetzung zu erschweren.

Siehe auch  Erneuter Rückschlag für Stephanie Vaquer: WWE-Star fällt laut Bericht auf unbestimmte Zeit aus

NXT wechselte wegen der US-Wahlberichterstattung auf Mittwoch

Das nächste direkte TV-Duell findet am 4. November statt. NXT läuft in dieser Woche am Mittwoch und damit parallel zu AEW Dynamite: Blood & Guts. Hintergrund der Terminänderung ist die Berichterstattung über die US-Zwischenwahlen am Dienstag, dem 3. November.

Dave Meltzer berichtete, dass NXT bei einer regulären Dienstagsausstrahlung auf zahlreichen lokalen Stationen von The CW aus dem Programm genommen worden wäre. Der US-TV Sender führt die Ausgabe inzwischen offiziell für Mittwoch um 20 Uhr US-Ostküstenzeit.

Alvarez berichtete außerdem, dass NXT angewiesen wurde, für diesen Abend ein besonders starkes Programm zusammenzustellen. In diesem Zusammenhang wurde auch der Auftritt von John Cena bei NXT bestätigt. Nach seinen Informationen hat das vorherige direkte Aufeinandertreffen mit AEW das Selbstvertrauen innerhalb von WWE gestärkt.

Ein ehemaliger WBD-Verantwortlicher äußerte Zweifel an einer Vertragsverlängerung

Eine weniger optimistische Einschätzung zur weiteren Zusammenarbeit zwischen AEW und Skydance veröffentlichte Blake Avignon auf X. Dabei berief er sich auf Aussagen eines ehemaligen Verantwortlichen von Warner Bros. Discovery (WBD), dessen Namen er nicht nannte.

Nach Einschätzung dieser Person könnte sich die neue Führung von Skydance gegen eine Verlängerung des AEW-Vertrags entscheiden, wenn das Unternehmen auch künftig ausschließlich Wrestlingprogramme anbietet. Konkret geht es um ein im bestehenden Vertrag vorgesehenes zusätzliches Jahr, das Skydance durch die Nutzung einer entsprechenden Option ermöglichen könnte.

Laut Avignon kritisierte der frühere WBD-Verantwortliche vor allem, dass AEW sein Programmangebot bislang nicht über die klassischen Wrestlingformate hinaus erweitert habe. Seiner Ansicht nach könnte dies bei künftigen Vertragsverhandlungen zu einem Problem werden.

Sollte AEW-Präsident Tony Khan für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit lediglich weitere Wrestling-Shows anbieten, die sich kaum vom bisherigen Programm unterscheiden, könnte ihn die Entscheidung der neuen Skydance-Führung negativ überraschen. Dabei handelt es sich allerdings um die persönliche Einschätzung des ehemaligen WBD-Verantwortlichen und nicht um eine bestätigte Entscheidung von Skydance.

Siehe auch  WWE bespricht Rusevs Rückkehr – Triple H heizt Metallica-Fans in Las Vegas ein

Tony Khan berichtete von positiven Gesprächen mit Skydance

Khan selbst äußerte sich zuletzt mehrfach zuversichtlich über die Zusammenarbeit. Nach WrestleDream am 17. Oktober bestätigte der AEW-Präsident, bereits mehrere Gespräche mit Skydance-Chef David Ellison über die Zukunft der Promotion geführt zu haben. Ellison freue sich sehr auf die Partnerschaft mit AEW, erklärte Khan.

Als Vorteil bezeichnete er insbesondere die Zusammenführung der Unternehmen und ihrer Ressourcen. Für AEW sei wichtig, dass TBS, TNT und HBO Max unter einem gemeinsamen Dach blieben. Auch die fortgesetzte Zusammenarbeit mit den bisherigen Ansprechpartnern Channing Dungey und JB Perrette hob er hervor.

Dave Meltzer berichtete am 25. Oktober bei Wrestling Observer Radio über weitere Gespräche in Los Angeles. Khan sei dafür am 23. Oktober von Florida nach Kalifornien gereist. Nach Meltzers Informationen verließ er die Treffen ausgesprochen zufrieden. Seine Stimmung sei sogar noch positiver gewesen als nach früheren Gesprächen über die Partnerschaft.

Khan bestätigte den Besuch anschließend selbst. Er sei aus Los Angeles zurückgekehrt und habe dort einen großartigen Austausch mit dem Skydance-Team erlebt, erklärte er in einer auf X veröffentlichten Stellungnahme. Zugleich kündigte er an, dass Warner-Bros.-Verantwortliche die Ausgabe von Fright Night Dynamite am 28. Oktober in St. Louis besuchen würden.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*