Andrade kritisiert WWEs Umgang mit Talenten: Warum er seine AEW-Situation anders bewertet

Andrade steht im WWE Backstagebereich und blickt angespannt in die Kamera
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Andrade hat in den vergangenen Jahren einige große Veränderungen erlebt und dabei mehrfach zwischen den größten Wrestling-Unternehmen gewechselt. In einem Interview blickte der Mexikaner nun auf verschiedene Erfahrungen zurück und machte deutlich, weshalb er seine derzeitige Situation anders bewertet als frühere Stationen seiner Karriere.

Andrade kritisiert die Chancenverteilung bei WWE

Im Gespräch mit Latin Lover bei „Luchando Por Tus Sueños“ äußerte Andrade deutliche Kritik daran, wie WWE seiner Ansicht nach mit bestimmten Talenten umgeht. Sein Vorwurf richtet sich insbesondere auf die Anzahl der Möglichkeiten, die einzelne Wrestler über einen längeren Zeitraum erhalten. Nach seiner Wahrnehmung bekommen manche Performer immer wieder neue Gelegenheiten, sich durchzusetzen, während mexikanische Wrestler deutlich weniger Chancen erhalten würden.

Andrade führte dabei Santos Escobar sowie Angel Garza und Berto als Beispiele an. Alle drei hätten seiner Meinung nach genügend Ausstrahlung, körperliche Voraussetzungen und Fähigkeiten im Ring, um bei WWE wesentlich stärker präsentiert zu werden. Dennoch sei ihnen bislang nicht jene langfristige Möglichkeit eingeräumt worden, die andere Wrestler erhalten hätten.

Er bezog diese Kritik auch auf seine eigene WWE-Karriere und erklärte, häufig versucht zu haben, aus begrenzter TV-Zeit möglichst viel herauszuholen. Ob er dabei gewonnen oder verloren habe, sei für ihn weniger entscheidend gewesen als die Gelegenheit, sich vor einem großen Publikum präsentieren und relevant halten zu können.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten Andrades Aussagen, weil er in diesem Zusammenhang einen Vergleich mit samoanischen Wrestlern zog. Roman Reigns nahm er ausdrücklich von seiner Kritik aus und stellte klar, dass dieser seine Möglichkeiten genutzt und sich seinen Status erarbeitet habe. Gleichzeitig vertrat Andrade die Meinung, dass andere samoanische Talente über Jahre hinweg immer wieder Chancen bekommen hätten, obwohl sich der erhoffte Durchbruch aus seiner Sicht nicht eingestellt habe. Konkrete Namen nannte er dabei nicht.

„Wenn WWE jemanden zum Star machen möchte, bekommt er die nötigen Chancen“

Für Andrade liegt das grundsätzliche Problem weniger in der Herkunft einzelner Wrestler als vielmehr darin, wie stark WWE bereit sei, langfristig in bestimmte Talente zu investieren. Wenn das Unternehmen beschlossen habe, jemanden zum Star zu machen, könne dieser nach seiner Einschätzung zahlreiche Gelegenheiten bekommen, bis das gewünschte Ergebnis erreicht werde. Genau diese Geduld habe er bei einigen mexikanischen Wrestlern vermisst.

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Andrade erklärte, dass er während seines eigenen WWE-Runs häufig das Gefühl gehabt habe, nie wirklich den entscheidenden Vertrauensbeweis erhalten zu haben. Zwar gewann er unter anderem die United States Championship, doch ein Titelgewinn allein sei für ihn nicht mit einer langfristigen Positionierung gleichzusetzen. Er habe andere Wrestler beobachtet, die wiederholt neue Programme und Möglichkeiten bekamen, während er selbst versucht habe, aus vergleichsweise kleinen Gelegenheiten möglichst viel zu machen.

Seine Aussagen sorgten anschließend erwartungsgemäß für Diskussionen in den sozialen Medien. Ein Fan warf Andrade vor, sich über seine frühere WWE-Situation zu beklagen, und wollte wissen, weshalb er dann überhaupt von AEW zu WWE zurückgekehrt sei. Zudem wurde gefragt, ob samoanische Wrestler ihn auch bei AEW zurückgehalten hätten.

Andrade reagiert auf Kritik und verteidigt AEW

Andrade ließ die Fragen nicht unbeantwortet. Seine damalige Rückkehr zu WWE habe vor allem damit zusammengehangen, dass er mit seiner damaligen Ehefrau Charlotte Flair zusammenarbeiten wollte. Wie Andrade im selben Interview ausführlich erklärte, war ursprünglich eine gemeinsame WWE-Storyline geplant, die aufgrund von Charlottes schwerer Knieverletzung nicht umgesetzt werden konnte – wir berichteten

Den Vorwurf, samoanische Wrestler hätten ihn bei AEW behindert, wies Andrade dagegen deutlich zurück. Er sei bei der Promotion immer gut behandelt worden. Gleichzeitig lobte er AEW dafür, unterschiedliche Wrestling-Stile und Talente aus verschiedenen Ländern zu präsentieren und ihnen Möglichkeiten zu geben. Andrade bezeichnete AEW in seiner Antwort sogar als die beste Wrestling-Promotion und machte deutlich, dass er derzeit glücklich und vollständig auf seine Aufgaben dort konzentriert sei.

Seine Aussage sollte dabei nicht so verstanden werden, dass es bei AEW grundsätzlich keine Probleme gebe. Im Interview betonte Andrade ausdrücklich, dass jede Wrestling-Promotion positive und negative Seiten habe. Das gelte nach seiner Einschätzung gleichermaßen für WWE, AEW, CMLL und AAA. Entscheidend sei letztlich, welche Position ein Wrestler innerhalb eines Unternehmens besitzt und welchen wirtschaftlichen Wert die Verantwortlichen in ihm sehen.

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Andrade verdient bei AEW nach eigener Aussage mehr als zuletzt bei WWE

Andrade sprach auch über die finanzielle Seite seiner Karriere ungewöhnlich offen. Auf die Frage, welche Promotion am besten bezahle, wollte er jedoch keine allgemeingültige Antwort geben. Grundsätzlich bezahle die WWE sehr gut, doch auch bei anderen Promotions könnten etablierte Stars hohe Einnahmen erzielen. Für seine persönliche Situation machte er allerdings eine klare Aussage: Er verdiene bei seinem aktuellen AEW-Vertrag mehr als während seines letzten WWE-Engagements.

Dabei verfolgt er nach eigenen Angaben seit Jahren eine klare Strategie bei Vertragsverhandlungen. Mit jedem neuen Vertrag wolle er seine finanzielle Situation verbessern und möglichst nicht auf demselben Niveau bleiben. Andrade machte gleichzeitig deutlich, dass Wrestler ihre Marktposition nutzen müssten, solange sie für eine Promotion einen entsprechenden Wert besitzen. Solange jemand Zuschauer anziehe oder Einnahmen generiere, werde ein Unternehmen diesen Performer entsprechend behandeln. Diese Situation könne sich im Wrestling jedoch schnell verändern.

Andrade erklärte außerdem, dass er theoretisch auch als unabhängiger Wrestler in Mexiko hohe Einnahmen erzielen könnte. Verschiedene Veranstalter seien bereit gewesen, ihm genügend Bookings und entsprechende Gagen anzubieten, um sogar mehr als bei WWE zu verdienen. Ein langfristiger Vertrag bei AEW biete ihm jedoch eine andere Form der Sicherheit, da er nicht dauerhaft selbst nach einzelnen Engagements suchen müsse.

6 Kommentare

  1. Naja ist ein recht typisches Ding bei WWE… mit mexikanern.

    Sie suchen in der Regel den EINEN Mexikaner den sie pushen und oben halten und auch nahe des Mainevents platzieren. Das war früher Eddie Guerrero und dann Rey Mysterio. Letzterer kann das seit Jahren nicht mehr leisten, da zu alt und angeschlagen. Man entschied sich scheinbar für seinen Sohn… warum auch immer.

    Neben diesem einen „auserwählten“ gibt es keinen Platz für andere… das mexikanische Wrestling wird nicht ernst genommen bei WWE, wurde es noch nie. Unter Vince traten sie sogar eigentlich nur als Partyclowns mal zwischendurch auf… durften ihren Luchdore-Stil 4 Minuten präsentieren und das wars.

    Was das angeht ist es deutlich besser geworden. Aber große Storylines und Titelfehden bekommt trotzdem meist nur einer. Man holte Penta und Rey Fenix, aber so wirklich durchstarten tun die auch nicht… und ne gute aktive Tag Divison gibts bei WWE nur mal Phasenweise.

    Bei AEW verfolgt man was mexikaner angeht keine „Strategie“… nein, eher… man verfolgt allgemein keine Strategie. Das mag für viele Wrestler dann gut sein weil sie Chancen kriegen die ihnen bei WWE dauerhaft verwehrt bleiben. Aber auf den Zuschauer kann das auch sehr planlos wirken. Weil es das eben auch ist.

    Bei WWE kommen Veränderungen nur langsam. Bei AEW praktisch über Nacht, bei AEW herrscht ein ziemliches Bäumchen-Wechsel-Dich spiel. Auch was Face und Heel-Rollenverteilung angeht.

    Kontinuität ist leider Fehlanzeige… das kann was gutes als auch was schlechtes sein… ein goldener Mittelweg wäre schöner, den findet AEW aber nicht und WWE genauso wenig, es sind eher zwei „Extreme“ Die einen bemühen ständig den Würfelbecher, die anderen wollem einen Roman Reigns am liebsten 50 Jahre lang samt Bloodline im Mainevent haben und einen Topstar Mexikaner für die Latino Fans.

  2. Was bedeutet denn bei dir nicht durchstarten dürfen? Außerdem, wie kannst du es wissen, wenn du keine WWE ansiehst (Deine Aussage). Muss denn jeder immer einen Gürtel um den Hals tragen, damit er als Durchstarter gilt? Verstehe auch die Aussage von Andrade nicht. Hat ihn wohl bei seinem erneuten Wechsel zur WWE wohl nicht gestört.

    • Ich gucke seit einem Jahr kein WWE mehr (genauer gesagt seit Cena Schluss gemacht hat), davor schon, und bis 2019 praktisch ununterbrochen über 25 Jahre lang. Mit dem auftreten von AEW hat mich WWE als dauerzuschauer verloren. Wenn dir das nicht reicht hab ich wohl pech gehabt das dir meine Meinung nicht relevant genug ist… aber das beruht auf Gegenseitigkeit.

      Was jetzt in diesem Moment abgeht weiß ich nur durch die Berichte hier, was aber schon einiges an Info ist auch ohne die Shows zu sehen, aber willst du mir ernsthaft erzählen das 30 Jahre WWE sich in den letzten 9 Monaten geändert haben? Bestimmt, total… deshalb spricht Andrade ja auch die Dinge an die immer schon so waren wo er gerade WWE wieder verlassen hat…

      Was ein Durchstarter ist, hast du nicht zu entscheiden… ich auch nicht, aber selbstverständlich meine ich damit Wrestler die häufig im Mainevent tätig sind… und bei WWE sind das selten Mexikaner und wenn dann eigentlich immer nur einer den man eben zu jenem Star macht.

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