Kevin Owens feierte beim zweiten Abend des WWE SummerSlam nach 17 Monaten sein überraschendes Comeback und sicherte sich unmittelbar eine Chance auf die Undisputed WWE Championship.
In der „SummerSlam Sunday Post-Show“ blickte er auf seine schwierige Genesung nach der Nackenoperation zurück und schilderte, wie ernst ein unfreiwilliges Karriereende zeitweise zur Debatte stand.
Owens befürchtete noch vor einem Monat sein Karriereende
Auf die Frage von Big E, ob er während seiner Rehabilitation immer an eine Rückkehr geglaubt habe, räumte Owens erhebliche Zweifel ein. Bis ungefähr einen Monat vor dem SummerSlam habe er befürchtet, möglicherweise nie wieder ein Match bestreiten zu können.
Nach seiner Nackenoperation seien wiederholt medizinische Aufnahmen angefertigt worden. Diese hätten über längere Zeit nicht den Heilungsfortschritt gezeigt, auf den die Ärzte gehofft hatten. Owens habe deshalb ernsthaft damit gerechnet, dass seine aktive Laufbahn beendet sein könnte.
Mit diesem möglichen Ende habe er jedoch keinen Frieden schließen können. Die Vorstellung, dass ihm das Wrestling genommen werde, obwohl er selbst noch nicht zum Aufhören bereit sei, habe ihn schwer belastet. Unterstützung habe er hauptsächlich von seiner Frau, seinen Kindern, seinen Eltern, engen Freunden und dem medizinischen Team von WWE erhalten.
Auch Big E habe während dieser Phase eine wichtige Rolle gespielt. Owens habe regelmäßig mit ihm gesprochen. Der Austausch dürfte für ihn besondere Bedeutung gehabt haben, da Big E nach seiner eigenen schweren Nackenverletzung ebenfalls mit der Unsicherheit leben musste, ob eine Rückkehr in den Ring noch möglich sein würde.
Erst bei einer weiteren Untersuchung wenige Wochen vor dem SummerSlam sei schließlich der erhoffte Fortschritt festgestellt worden. Owens habe daraufhin wieder mit dem Training im Ring beginnen dürfen und innerhalb kurzer Zeit seine Rückkehr vorbereitet.
Überraschungsauftritt endet mit Sieg und Titelchance
Ursprünglich sollten Sami Zayn und Finn Bálor am zweiten SummerSlam-Abend den nächsten Herausforderer auf die Undisputed WWE Championship bestimmen. SmackDown General Manager Nick Aldis fügte jedoch zunächst GUNTHER und kurz darauf Kevin Owens hinzu.
Als Owens’ Musik im U.S. Bank Stadium ertönte, reagierten die Zuschauer mit einem der lautesten Momente des gesamten SummerSlam-Wochenendes. Der Rückkehrer setzte sich im Fatal Four-Way Match gegen Zayn, Bálor und GUNTHER durch. In der Schlussphase traf er alle drei Gegner mit dem Stunner und pinnte schließlich seinen langjährigen Weggefährten Sami Zayn.
Durch den Erfolg ist Owens der neue Nummer-eins-Herausforderer auf die Undisputed WWE Championship von CM Punk. Wann und bei welcher Veranstaltung das Titelmatch stattfinden wird, hat WWE bislang nicht bekannt gegeben.
Publikumsreaktion erreichte Owens erst im Ring
Während der Post-Show schilderte Owens auch, wie er seinen Einzug erlebt habe. Wegen seiner Emotionen, der laufenden Musik und der besonderen Akustik eines Stadions sei es ihm zunächst kaum möglich gewesen, die Lautstärke der Zuschauer richtig wahrzunehmen. Erst im Ring sei die Reaktion vollständig bei ihm angekommen.
Dabei habe er an „Stone Cold“ Steve Austin denken müssen. Dieser hatte ihm nach ihrem gemeinsamen Match bei WrestleMania 38 erklärt, während seiner Rückkehr selbst kaum etwas vom Publikum gehört zu haben. Owens habe das damals nicht nachvollziehen können, nach seinem eigenen Comeback jedoch verstanden, wie stark Emotionen und die Geräuschkulisse eines Stadions die Wahrnehmung verändern könnten.
Keine Rückkehr mit angezogener Handbremse
Trotz der langen Verletzungspause sollten die Fans laut Owens keine deutlich vorsichtigere Version von ihm erwarten. Sein Operateur habe ihm zwar empfohlen, sorgsam mit seinem Körper umzugehen, Owens wolle seine Matches jedoch nicht nur mit angezogener Handbremse bestreiten.
Er sei nicht zurückgekehrt, um lediglich einen Teil seiner bisherigen Intensität zu zeigen. Solange er medizinisch für den Ring freigegeben sei, wolle er den Zuschauern weiterhin alles geben. Selbst wenn dies bedeute, dass ihm möglicherweise nur noch wenige Jahre als aktiver Wrestler blieben, wolle er diese Zeit nicht halbherzig verbringen.
Besonderes Lob für seine drei Gegner
Für seine Rückkehr hätte sich Owens nach eigener Darstellung kaum eine passendere Gruppe von Gegnern wünschen können. GUNTHER kenne er persönlich noch nicht besonders gut, halte ihn jedoch für einen der besten und möglicherweise sogar den derzeit besten Wrestler der Welt.
Finn Bálor bezeichnete Owens als einen Menschen, der für ihn außerhalb des Rings wie ein Bruder sei. Mit Sami Zayn verbinde ihn wiederum eine persönliche und berufliche Geschichte, die bereits lange vor ihrer gemeinsamen WWE-Zeit begonnen habe.
Dass Owens sein Comeback mit diesen drei Wrestlern bestreiten durfte, habe den Abend für ihn zusätzlich aufgewertet. Im Mittelpunkt seiner Aussagen standen jedoch weniger der Sieg und die Titelchance als die Dankbarkeit über seine Rückkehr und die Menschen, die ihn während der vergangenen Monate unterstützt hatten.
Emotionale Botschaft an Tanea „Rebel“ Brooks
Einen Teil seines Auftritts nutzte Owens, um die Aufmerksamkeit auf Tanea Brooks zu lenken, die Wrestling-Fans vor allem als „Rebel” kennen. Brooks kämpft gegen ALS und hat Owens während seiner eigenen Genesung durch ihren Umgang mit der Erkrankung beeindruckt.
Owens betonte, dass manche Dinge größer seien als einzelne Wrestling-Unternehmen und deren Konkurrenz untereinander. Die Stärke, mit der Brooks ihre schwierige Situation bewältige, habe ihm während seiner Rehabilitation zusätzliche Motivation gegeben.
AEW wird Brooks am 9. September 2026 mit einer besonderen Ausgabe von „Dynamite“ ehren. Die als „Rebel Heart Dynamite“ angekündigte Veranstaltung findet in Athens im US-Bundesstaat Georgia statt. Ein Teil der Einnahmen sowie die Gewinne aus besonderen Merchandise-Artikeln sollen an ALS-Organisationen gespendet werden.

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