Undertaker über Vince McMahon: Beinahe-Eskalation, WCW-Angebot und ein seltenes Eingeständnis

Undertaker steht im Ring und greift sich Vince McMahon
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Der Undertaker und Vince McMahon arbeiteten rund drei Jahrzehnte eng zusammen. Ihre Beziehung war jedoch nicht nur von Erfolg und Loyalität geprägt, sondern auch von harten Auseinandersetzungen und gegenseitigem Vertrauen.

In seinem „Six Feet Under“-Podcast berichtete Mark Calaway, wie ein persönliches Gespräch mit McMahon beinahe körperlich eskalierte, warum er trotz finanzieller Probleme nicht zu WCW wechselte und welches seltene Eingeständnis McMahon ihm gegenüber machte.

Persönliches Gespräch schlägt beinahe in einen Kampf um

Der beinahe eskalierte Vorfall ereignete sich in einer schwierigen Phase von Calaways Leben. Zu diesem Zeitpunkt sei er nur noch wenige Male pro Jahr für WWE in den Ring gestiegen und habe abseits des Wrestlinggeschäfts mit zahlreichen persönlichen Problemen zu kämpfen gehabt.

Als WWE eine Veranstaltung in seiner Heimatregion ausrichtete, habe er Vince McMahon besucht. Calaway sei nicht aus geschäftlichen Gründen erschienen, sondern habe lediglich mit jemandem sprechen wollen, den er nach den vielen gemeinsamen Jahren als Freund betrachtet habe.

Im Büro habe er McMahon von den Problemen berichtet, die sich in seinem Privatleben angesammelt hätten. Statt ihm die erwartete Anteilnahme entgegenzubringen, habe McMahon ihm vorgeworfen, sich selbst leidzutun. Calaway müsse aufhören, sich in dieser Situation zu verlieren, und seine Angelegenheiten wieder in den Griff bekommen.

Diese Reaktion habe ihn vollkommen unvorbereitet getroffen. Calaway habe geglaubt, sich einem Freund anzuvertrauen, sei jedoch mit einer äußerst direkten Antwort konfrontiert worden. In diesem Moment habe er große Wut verspürt.

Er habe McMahon deutlich gemacht, dass ein solches Gespräch mit fast jeder anderen Person vermutlich in einer körperlichen Auseinandersetzung geendet hätte. Niemand könne auf diese Weise mit ihm sprechen. McMahon sei dennoch nicht zurückgewichen und habe erwidert, dass offenbar jemand genau das tun müsse.

Calaway habe das Gespräch schließlich abgebrochen und das Büro verlassen. Nachdem seine Wut nachgelassen habe, seien ihm McMahons Worte jedoch nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Mit etwas Abstand habe er erkannt, dass er sich tatsächlich wieder sammeln und seine Probleme aktiv angehen müsse.

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Bei einem späteren Telefonat habe Calaway eingeräumt, dass McMahon mit seiner Einschätzung richtiggelegen habe. Gleichzeitig habe er humorvoll hinzugefügt, dass ein Teil von ihm weiterhin gern körperlich auf die Konfrontation reagiert hätte.

Rückblickend habe McMahon häufig sehr genau erkannt, ob Calaway Unterstützung oder eine schonungslose Ansprache benötigte. Die jeweilige Reaktion sei im ersten Moment nicht immer angenehm gewesen, habe sich später aber oftmals als hilfreich erwiesen.

Kevin Nash wollte Undertaker zu WCW holen

Wie viel Calaway seine Beziehung zu Vince McMahon bedeutete, zeigte sich bereits während des Monday Night War. WWE befand sich damals wirtschaftlich und kreativ in einer schwierigen Phase, während WCW mit einer moderneren Präsentation und lukrativen Verträgen zahlreiche bekannte Wrestler verpflichtete.

Calaway räumte ein, ernsthaft über einen Wechsel nachgedacht zu haben. WWE habe weiterhin auf überzeichnete Figuren gesetzt, die beim Publikum nicht mehr wie erhofft funktioniert hätten. Zugleich hätten die Wrestler teilweise 20 bis 25 Tage im Monat gearbeitet, ohne finanziell entsprechend abgesichert zu sein.

Kevin Nash, der bereits zu WCW gewechselt war, habe ihm persönlich zu diesem Schritt geraten und von den dort gezahlten Summen sowie den möglichen Chancen berichtet. Calaway habe die Option keineswegs sofort verworfen, denn das garantierte Geld hätte ihm ermöglicht, seine damaligen Schulden und wirtschaftlichen Probleme unmittelbar zu lösen.

Gegen einen Wechsel habe jedoch seine Vorgeschichte mit WCW gesprochen. Vor seiner WWE-Verpflichtung sei ihm dort vermittelt worden, dass er im Wrestling niemals zu einem bedeutenden Zuschauermagneten werden könne. Diese Einschätzung habe ihn tief getroffen und sei ihm auch Jahre später im Gedächtnis geblieben.

McMahon sei anfangs ebenfalls nicht vollständig von ihm überzeugt gewesen, habe ihm aber dennoch die Chance gegeben, sich als Undertaker zu beweisen. Diese Gelegenheit habe Calaways Leben verändert. Seine Loyalität gegenüber McMahon und WWE habe ihm deshalb mehr bedeutet als das schnelle Geld von WCW. Zudem habe er darauf vertraut, dass McMahon das Unternehmen aus der Krise führen werde.

Ein Wechsel hätte seine finanziellen Sorgen kurzfristig beseitigt. Calaway habe jedoch befürchtet, die Entscheidung später zu bereuen, sobald WWE wieder erfolgreich werde. Deshalb sei er bei dem Unternehmen geblieben, das ihm seine wichtigste berufliche Chance gegeben hatte.

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McMahon gesteht einen kreativen Fehler ein

Trotz des engen Vertrauensverhältnisses waren Calaway und McMahon kreativ keineswegs immer einer Meinung. Eine Auseinandersetzung entstand im Zusammenhang mit einem Punjabi Prison Match. Calaway habe vorgeschlagen, vom inneren auf den äußeren Käfig zu springen. Dieser Wechsel hätte aus seiner Sicht ein wesentlich spektakuläreres und unerwarteteres Bild erzeugt. McMahon habe den Vorschlag jedoch abgelehnt und auf einer anderen Variante bestanden.

Der Undertaker habe ihn bereits während der Diskussion davor gewarnt, dass der gewünschte Spot nicht wie erhofft funktionieren werde. Wenn McMahon dennoch daran festhalten wolle, müsse er auch die Verantwortung für das Ergebnis übernehmen.

Während des Matches habe sich Calaways Befürchtung bestätigt. Die Reaktion des Publikums auf die umgesetzte Variante sei deutlich schwächer ausgefallen als erhofft. Als Calaway backstage auf McMahon getroffen sei, habe er kein Wort sagen müssen. Ein Blick habe genügt, damit McMahon verstanden habe, worauf der Undertaker hinauswollte. McMahon habe daraufhin leise eingeräumt, dass Calaway recht gehabt habe.

Nach rund drei Jahrzehnten der Zusammenarbeit sei dies laut dem Undertaker das einzige Mal gewesen, dass McMahon ihm gegenüber einen kreativen Fehler offen zugegeben habe. Das seltene Eingeständnis habe sich für Calaway daher wie ein besonderer persönlicher Erfolg angefühlt.

4 Kommentare

  1. In der WCW hätte Mark Calaway nicht unter dem Namen „The Undertaker” auftreten können, da die Rechte hierfür bei der WWE liegen. Wäre Mark Calaway zur WCW gewechselt, hätte er einen anderen Namen verwenden müssen, zum Beispiel Mean Mark Callous, Mark Callous oder einen anderen. Dann hätten die WCW-Fans schnell das Interesse an dem Wrestler Mark Calaway verloren.

    Gut, dass er bei der WWE geblieben ist. Man kann ja sehen, was aus Bret Hart geworden ist, nachdem er zur WCW gewechselt ist. Sein Erfolg konnte nicht mit der WWE verknüpft werden. Nur ein kurzer Push, dann hatte man keine Pläne mehr für ihn.

  2. Ich habe mal vor vielen Jahren ein Gerücht gehört das falls der Undertaker damals zur WCW gewechselt wäre, hätten sie ihn ein Biker Gimmick verpasst. Und im Jahr 2000 feierte er dann als Biker sein Comeback bei WWE. Sollte das Gerücht wahr sein wovon ich immer noch ausgehe dann hat die WWE den Undertaker deswegen als Biker dargestellt um die WCW blosszustellen

    • Nein, Calaway WOLLTE selber unbedingt als Biker auftreten… es war explizit sein eigener Wunsch. Und im Zuge der Attitude Era war es auch die passende Zeit dafür.

      Der Zeitpunkt über den hier gesprochen wird wo er theoretisch zur WCW wechseln sollte wäre aber deutlich davor gewesen. Irgendwann zwischen 96-98. Damals war er noch klar als Undertaker unterwegs… und seien wir mal ehrlich, ohne das Undertaker Gimmick wäre er nie so erfolgreich geworden. Er trat ja auch vorher schon auf, und da hat sich niemand für ihn interessiert. Erst als Undertaker gings richtig los.

      Zwischen 96-2000 war der Taker neben Shawn Michaels und Steve Austin derjenige mit dem höchsten Status bei WWE und auch beim Publikum. Dieser hohe Status ermöglichte ihm dann auch den Gimmickwechsel zum Biker. Das konnte bei WWE funktionieren, bei WCW auf keinen Fall.

      Er hätte dort nicht als Taker auftreten können, das Gimmick war geschützt von WWE. Bei WCW wäre er also als Taker erwartet worden von den Fans und die hätten blöd geguckt wenn er nur als Biker gekommen wäre. Das hätte neimals funktioniert.

      Bei WWE aber schon. Und wie gesagt, es war sein eigener Wunsch endlich mal als Biker aufzutreten, denn das war „er selbst“. Er wollte von Anfang an mehr von sich selbst in seine Wrestlingrollen einfließen lassen… Es war kein Seitenhieb richtung WCW, sondern seit je her sein eigener Wunsch.

    • @ Marc Mühlenberg

      Die Biker Zeit war eine gute Abwechslung, ich habe mich aber sehr darüber gefreut, als er 2004 dann zum Deadman zurück gekehrt ist und einige Biker Elemente belassen hat. Ich erinnere mich noch, es war glaube ich die erste SmackDown! Show nach WrestleMania 20, wo Taker Paul Heyman einen Tombstone verpasst hat, da hatte er unter seinem Hut das Biker Bandana getragen. War das einzige mal gewesen zu der zeit, in Deutschland auf Tele 5 brach die Übertragung damals ab als er Paul Heyman zum Tombstone gepackt hatte. Tele 5 bekam damals eine beschädigte Aufnahmekopie. Kann mich noch daran erinnern als wäre es gestern gewesen.

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