Chris Jerichos No Holds Barred Match gegen Tommaso Ciampa bei AEW Redemption gehörte zu den ungewöhnlichsten Begegnungen des Pay-per-Views. Besonders der Einsatz eines elektrischen Bohrers sorgte anschließend für Diskussionen.
Jericho hat nun erklärt, weshalb das Werkzeug überhaupt Teil des Matches wurde. Gleichzeitig sprach der 55-Jährige über die grundsätzliche Herausforderung seiner Painmaker-Auftritte und eine weitere ungewöhnliche Idee aus der Fehde mit Ciampa.
Der Painmaker soll sich von normalen Jericho-Matches unterscheiden
Im Gespräch mit Beef Vegan bei Rock 102.1 KFMA erklärte Jericho, dass mit einer Rückkehr seines Painmaker-Charakters bestimmte Erwartungen verbunden seien. Der Painmaker steht bei Jericho seit Jahren für besonders harte und unkonventionelle Matches. Deshalb müsse er sich bei jedem erneuten Auftritt Gedanken darüber machen, womit sich die nächste Begegnung von früheren Hardcore- und Death-Matches unterscheiden könne.
Das sei inzwischen schwieriger geworden. Im Wrestling seien über Jahrzehnte nahezu sämtliche denkbaren Waffen und Matcharten eingesetzt worden. Tische, Stühle, Leitern, Reißzwecken oder Glasscheiben gehören längst zum bekannten Repertoire.
Jericho und Ciampa wollten deshalb Elemente verwenden, die zumindest in ihrer konkreten Umsetzung ungewöhnlicher wirkten. Ein Beispiel waren die Spiegel, die bei Redemption zum Einsatz kamen. Anstelle gewöhnlicher Glasscheiben entschied man sich für Spiegel und konnte dadurch zugleich mit Jerichos Painmaker-Präsentation spielen.
Auch klassische Reißzwecken wurden verändert. Diese landeten nicht einfach auf der Ringmatte, sondern wurden mit Hockey-Pucks kombiniert. Damit entstand zugleich eine kleine Verbindung zum Austragungsort Montreal und zur dort besonders ausgeprägten Eishockeykultur. Die auffälligste Idee war jedoch zweifellos der elektrische Bohrer.
Jericho räumt ein, dass der Bohrer bewusst übertrieben war
Jericho unternahm keinen Versuch, das Werkzeug als gewöhnlichen Bestandteil eines Wrestling-Matches darzustellen. Vielmehr war allen Beteiligten bewusst, wie absurd ein Bohrer in einer solchen Begegnung wirken könnte. Genau darin lag allerdings auch der Reiz.
Entscheidend sei gewesen, dass das Werkzeug nicht völlig ohne Zusammenhang auftauchte. Der Bohrer war bereits zuvor Bestandteil der Geschichte zwischen Jericho und Ciampa gewesen. Deshalb sei schließlich die Überlegung entstanden, ihn auch beim entscheidenden Match aufzugreifen und sogar in das Finish einzubauen.
Bei Redemption wurde die Begegnung zunehmend intensiver. Neben Stühlen, Tischen, Reißzwecken und Spiegeln kam schließlich auch der Bohrer zum Einsatz. Bereits dessen Anblick sorgte im Bell Centre für eine besonders lautstarke Reaktion des Publikums und unterstrich, wie ungewöhnlich die Szene wirkte. Am Ende setzte Jericho das Werkzeug gegen Ciampa ein und zwang seinen Rivalen damit zur Aufgabe.
Für Jericho erreichte die Szene damit genau das, was er sich von einem Painmaker-Match erhofft. Das Publikum sollte nicht lediglich eine weitere Variante bekannter Hardcore-Spots sehen, sondern Momente erleben, über die anschließend gesprochen wird.
Der Bohrer war bereits Bestandteil der Story
Jerichos Hinweis darauf, dass der Bohrer Teil der Geschichte gewesen sei, ist dabei entscheidend. Das Werkzeug wurde nicht ausschließlich für den Pay-per-View aus dem Nichts eingeführt. Bereits zuvor war es innerhalb der Rivalität aufgegriffen worden. Dadurch konnte Jericho den späteren Einsatz bei Redemption als Fortsetzung eines bestehenden Motivs betrachten.
Ähnlich verhielt es sich mit einem weiteren ungewöhnlichen Element der Fehde: Sand. Im Beef-Vegan-Interview kam Jericho auch auf den sogenannten „Pocket Sand“-Spot zu sprechen. Die Idee besitzt eine Verbindung zur Animationsserie „King of the Hill“.
Dort ist „Pocket Sand“ eng mit der Figur Dale Gribble verbunden. Dieser greift in brenzligen Situationen auf Sand zurück, den er seinem Gegenüber ins Gesicht wirft. Eine ähnliche Idee fand schließlich ihren Weg in die AEW-Fehde.
Ciampa setzte Sand bereits vor Redemption ein
Beim Dynamite-Special Beach Break am 8. Juli trafen Jericho und Ciampa bereits in einem Match aufeinander. Während der Begegnung kam ein Eimer mit Sand ins Spiel. Ciampa nutzte eine Ablenkung des Referees, um Jericho Sand in die Augen zu werfen. Kurz darauf konnte er seinen Gegner mit einem Knee Strike besiegen. Damit war das Motiv für die Geschichte etabliert.
Bei Redemption griff Jericho die Idee schließlich selbst auf. Dieses Mal war es der Painmaker, der Sand verwendete und Ciampa damit dessen eigenes Mittel entgegenhielt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar