Michael Cole über den Vergleich mit Jim Ross: Warum er jahrelang an sich zweifelte

Jim Ross und Michael Cole kommentieren gemeinsam eine Wrestling Show
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Michael Cole gehört seit vielen Jahren zu den bekanntesten Stimmen der WWE. Der Weg zu seiner heutigen Position war für den langjährigen Kommentator jedoch von erheblichen Selbstzweifeln geprägt. Im Podcast „What’s Your Story?“ mit Stephanie McMahon sprach Cole darüber, wie sehr ihn die Erwartung belastete, eines Tages die Rolle von Jim Ross übernehmen zu sollen.

Schon früh in seiner WWE-Laufbahn sei ihm immer wieder vermittelt worden, dass er als möglicher Nachfolger des legendären Kommentators vorgesehen sei. Für Cole bedeutete diese Aussicht allerdings weniger eine Auszeichnung als vielmehr einen kaum zu bewältigenden Erwartungsdruck. Jim Ross hatte sich zu diesem Zeitpunkt längst einen Ruf als eine der bedeutendsten Stimmen der Wrestling-Geschichte aufgebaut und zahlreiche prägende Momente des Unternehmens begleitet.

Cole erinnerte zugleich an die gesundheitlichen Probleme seines früheren Kollegen und übermittelte Ross seine besten Wünsche. Trotz aller beruflichen Vergleiche machte er deutlich, wie groß sein Respekt vor dessen Lebenswerk weiterhin ist.

Unterschiedliche Voraussetzungen beim Einstieg ins Wrestling

Eine der größten Schwierigkeiten bestand für Cole darin, dass sich seine Ausgangslage deutlich von der seines Vorgängers unterschied. Ross hatte nahezu sein gesamtes Erwachsenenleben im Wrestling verbracht und bereits in jungen Jahren begonnen, Erfahrungen in der Branche zu sammeln. Cole kam dagegen erst im Alter von 30 Jahren zur WWE und verfügte zu diesem Zeitpunkt über keinerlei vergleichbare Wrestling-Vergangenheit.

Vor seinem Einstieg bei WWE arbeitete Cole als Journalist und berichtete unter anderem über politische sowie internationale Ereignisse. Das professionelle Sprechen und die Arbeit vor der Kamera waren ihm daher zwar vertraut, doch die besonderen Abläufe einer Wrestling-Produktion musste er von Grund auf erlernen. Dazu gehörte nicht nur die Aufgabe, Matches verständlich zu begleiten. Ein WWE-Kommentator soll zugleich Charaktere erklären, laufende Geschichten vermitteln, Emotionen verstärken und auf kurzfristige Anweisungen reagieren.

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Der direkte Vergleich mit Ross verschärfte Coles Unsicherheit zusätzlich. Obwohl Vince McMahon und der langjährige WWE-TV-Verantwortliche Kevin Dunn Vertrauen in seine Fähigkeiten setzten, war Cole selbst lange nicht davon überzeugt, die Erwartungen erfüllen zu können. Er habe jahrelang daran gezweifelt, ob er tatsächlich an das Kommentatorenpult gehöre und eine derart wichtige Rolle innerhalb der Shows ausfüllen könne.

Michael Cole versuchte zunächst, Jim Ross zu kopieren

Die Suche nach einer eigenen Identität dauerte nach Coles Einschätzung fast ein Jahrzehnt. In seinen frühen Jahren orientierte er sich stark an Jim Ross und übernahm teilweise sogar dessen typische Formulierungen sowie dessen Art der Matchbegleitung. Rückblickend empfindet Cole manche dieser Aufnahmen als unangenehm, weil deutlich zu erkennen sei, dass er noch keinen eigenen Stil entwickelt hatte.

Das Problem bestand für ihn nicht darin, die grundlegenden Aufgaben eines Kommentators zu verstehen. Cole analysierte alte Aufnahmen und stellte fest, dass sowohl er als auch Ross versuchten, die Geschichten im Ring zu erklären und die beteiligten Wrestler für das Publikum einzuordnen. Dennoch erreichten Ross’ Kommentare die Zuschauer auf eine andere Weise.

Erst mit der Zeit erkannte Cole, dass der entscheidende Unterschied in der glaubwürdigen Emotionalität seines Kollegen lag. Ross vermittelte selbst bei vergleichsweise einfachen Aktionen den Eindruck, vollständig in das Geschehen investiert zu sein. Seine Reaktionen wirkten nicht wie ein einstudierter Bestandteil einer Fernsehübertragung, sondern wie die unmittelbare Antwort eines Menschen, der von den Ereignissen im Ring tatsächlich mitgerissen wurde.

Genau diese Qualität hat Ross für viele Fans zur größten Kommentatorenstimme aller Zeiten gemacht. Cole versuchte deshalb nicht länger, lediglich dessen Wortwahl oder Lautstärke zu imitieren. Stattdessen arbeitete er daran, eigene Emotionen glaubwürdig zu transportieren und eine Stimme zu entwickeln, die zu seiner Persönlichkeit passte.

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Der Wendepunkt kam erst nach mehreren Jahren

Wann genau sein Selbstvertrauen zurückkehrte, konnte Cole nicht an einem bestimmten Match oder einer einzelnen Show festmachen. Irgendwann sei jedoch der Moment gekommen, in dem er erstmals das Gefühl gehabt habe, seinen Platz bei WWE tatsächlich verdient zu haben. Diese Erkenntnis habe seine Arbeit grundlegend verändert.

Cole musste nicht länger versuchen, der nächste Jim Ross zu werden. Stattdessen konnte er sich darauf konzentrieren, seine eigenen Stärken auszubauen. Während Ross vor allem für seine leidenschaftliche und emotionale Begleitung großer Matches bekannt wurde, entwickelte Cole über die Jahre einen stärker moderierenden Stil, mit dem er die unterschiedlichen Bestandteile einer WWE-Show miteinander verbindet.

Dazu gehört auch seine Fähigkeit, neue Zuschauer durch komplizierte Geschichten zu führen, ohne langjährige Fans vollständig aus dem Blick zu verlieren. Cole hat während seiner Karriere zahlreiche Veränderungen bei WWE erlebt, verschiedene Kommentatorenpartner begleitet und sich immer wieder an neue Präsentationsformen angepasst.

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