Vor 28 Jahren feierte Kane einen der größten Erfolge seiner Karriere: Am 28. Juni 1998 gewann er beim King of the Ring in der Civic Arena in Pittsburgh die WWF Championship. Dies war sein erster Gewinn der WWF Championship und der Höhepunkt seiner Laufbahn.
Dennoch blickt der „Big Red Machine” bis heute mit gemischten Gefühlen auf diesen historischen Abend zurück. In der WWE-Reihe „Photo Shoot” sprach Kane offen darüber, warum sein erster Gewinn der World Championship für ihn bis heute einen bitteren Beigeschmack hat.
Ein historischer Titelgewinn geriet in den Schatten eines anderen Moments
Kane gewann die WWF Championship im Main Event gegen „Stone Cold“ Steve Austin. Mankind übernahm die Rolle des Special Guest Referees, während The Undertaker entscheidend in das Match eingriff und seinem Bruder so den Weg zum Titel ebnete. Nach monatelanger Fehde hatte Kane damit erstmals den wichtigsten Titel der damaligen WWF gewonnen.
Eigentlich hätte dieser Sieg der große Höhepunkt des Abends sein sollen. Doch bereits zuvor war Wrestling-Geschichte geschrieben worden. Im legendären Hell in a Cell Match zwischen The Undertaker und Mankind hatte Mick Foley zwei der spektakulärsten und gefährlichsten Bumps (Stürze) der Wrestling-Geschichte überstanden.
Zunächst wurde er vom Dach der Zelle durch das Kommentatorenpult befördert. Wenig später brach er sogar durch das Dach des Käfigs und stürzte direkt in den Ring. Diese Bilder gingen um die Welt und zählen bis heute zu den bekanntesten Momenten der WWE-Geschichte. Kanes erster Gewinn der WWF Championship geriet dadurch fast zwangsläufig in den Hintergrund.
„Darüber ärgere ich mich bis heute“
In der aktuellen Ausgabe von Photo Shoot sprach Kane ungewöhnlich offen über seine damaligen Gefühle. Er erklärte, dass er an diesem Abend zwar erstmals World Champion geworden sei, sich die meisten Fans jedoch kaum an seinen Titelgewinn erinnerten. Stattdessen werde der King of the Ring 1998 fast ausschließlich mit Mick Foleys legendären Stürzen aus dem Hell in a Cell Match verbunden.
Genau das ärgere ihn bis heute. Der größte Moment seiner Karriere werde häufig übersehen, weil sich alles um Mankinds spektakulären Auftritt drehe. Kane machte dabei jedoch deutlich, dass er Foley dafür keinen Vorwurf mache. Vielmehr sei es einfach die außergewöhnliche Bedeutung dieses Matches gewesen, die seinen eigenen Erfolg in den Hintergrund rückte.
Nur eine Nacht als Champion
Zu den gemischten Gefühlen trägt auch die Dauer seiner ersten Titelregentschaft bei. Bereits am folgenden Abend verlor Kane die WWF Championship bei Raw in Cleveland wieder an „Stone Cold“ Steve Austin. Das First Blood Match beendete seine Regentschaft nach nur einem Tag und machte sie zu einer der kürzesten in der Geschichte der WWF Championship.
Für Kane schmälert das den Wert seines Titelgewinns jedoch keineswegs. Er verwies darauf, dass auch André the Giant die WWF Championship nur für kurze Zeit gehalten habe, bevor der Titel an Ted DiBiase weitergegeben wurde.
Entscheidend sei für ihn nicht die Länge einer Regentschaft, sondern überhaupt einmal den wichtigsten Titel der WWE gewonnen zu haben. Nur sehr wenige Wrestler könnten von sich behaupten, jemals WWF Champion gewesen zu sein. Allein das sei für ihn eine besondere Auszeichnung.
Der Titelgewinn bleibt ein wichtiger Meilenstein
Rückblickend war der Gewinn der WWF Championship für Kane ein entscheidender Wendepunkt seiner Karriere. Erst im Oktober 1997 hatte er sein Debüt gefeiert und sich innerhalb weniger Monate zu einer der prägendsten Figuren der Attitude Era entwickelt. Mit dem Titelgewinn bewies er endgültig, dass er zur absoluten Spitze der WWE gehörte.
Auch wenn der Abend bis heute vor allem wegen Mick Foleys legendärem Hell in a Cell Match in Erinnerung geblieben ist, hat Kanes erster World-Title-Gewinn nichts von seiner historischen Bedeutung verloren.

Selbst ein Samy Zayn trug den höchsten Titel der Liga länger als Kane damals. Das ist echt beschämend.