Zwei Meldungen aus dem WWE-Umfeld sorgen derzeit abseits des Rings für Schlagzeilen. Während die WWE erneut Stellen im Verwaltungsbereich abbaut, sieht sich die frühere WWE-Co-Chefin Linda McMahon in ihrer heutigen Funktion als US-Bildungsministerin mit einem Amtsenthebungsverfahren konfrontiert.
WWE baut weitere Stellen im Bürobereich ab
Nach Informationen von Fightful Select hat die WWE am Freitag, dem 26. Juni, eine weitere Entlassungsrunde durchgeführt. Dieses Mal betrifft sie jedoch nicht die Wrestler, sondern Mitarbeiter aus dem Verwaltungs- und Bürobereich des Unternehmens. Welche Abteilungen betroffen sind und welche Mitarbeiter das Unternehmen verlassen mussten, ist bislang nicht bekannt.
Die aktuellen Entlassungen folgen auf mehrere Personalmaßnahmen der vergangenen Wochen. Bereits am 24. April hatte die WWE rund 25 Superstars aus dem Main Roster und dem Entwicklugnsbereich entlassen.
Zu den bekanntesten Namen gehörten unter anderem Aleister Black, Zelina Vega, Kairi Sane, Bo Dallas, Nikki Cross, Santos Escobar, die Motor City Machine Guns, Dexter Lumis, Apollo Crews, Erick Rowan, Joe Gacy, Andre Chase, Zoey Stark und Alba Fyre. Im Mai folgten mit Tonga Loa, JC Mateo sowie Mitgliedern von The New Day weitere Abgänge.
Dass nun auch Mitarbeiter hinter den Kulissen betroffen sind, deutet darauf hin, dass die WWE ihre Umstrukturierung nicht nur auf den aktiven Kader beschränkt, sondern das Unternehmen insgesamt neu ausrichtet. Berichten zufolge soll Triple H an den jüngsten Entscheidungen maßgeblich beteiligt gewesen sein. Eine offizielle Stellungnahme der WWE zu den aktuellen Büroentlassungen liegt bislang nicht vor.
Auffällig ist zudem der Zeitpunkt der Maßnahme. Erst in der vergangenen Woche sorgte ein SmackDown-Tape-Leak intern für erhebliche Unruhe. Ob zwischen dem Vorfall und den Entlassungen ein Zusammenhang besteht, ist derzeit jedoch nicht bekannt.
Linda McMahon sieht sich mit einem Amtsenthebungsverfahren konfrontiert
Für deutlich größere Schlagzeilen sorgt derzeit Linda McMahon. Die frühere WWE-Co-Geschäftsführerin und heutige US-Bildungsministerin sieht sich mit einem Amtsenthebungsverfahren konfrontiert.
Die demokratische Kongressabgeordnete Suzanne Bonamici aus dem Bundesstaat Oregon brachte am 25. Juni im US-Repräsentantenhaus die Resolution H.Res.1391 ein. Darin wird die Amtsenthebung McMahons wegen angeblicher „schwerer Verbrechen und Vergehen“ gefordert. Die Resolution wurde inzwischen an den Justizausschuss des Repräsentantenhauses überwiesen und wird von insgesamt 16 demokratischen Abgeordneten unterstützt.
Diese Vorwürfe werden gegen McMahon erhoben
Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht der Umgang mit Zuständigkeiten innerhalb des US-Bildungsministeriums. Nach Ansicht der Antragsteller soll McMahon seit ihrem Amtsantritt mindestens fünf Abteilungen sowie mehr als 140 Programme ohne die erforderliche Zustimmung des Kongresses auf andere Bundesbehörden übertragen haben.
Betroffen seien unter anderem Programme zum Schutz von Bürgerrechten, zur Förderung von Menschen mit Behinderungen sowie zur Finanzierung von Hochschulen. Darüber hinaus wird McMahon vorgeworfen, den Kongress mit falschen Angaben getäuscht und dadurch das öffentliche Vertrauen missbraucht zu haben.
Zusätzlich verweist die Resolution darauf, dass seit McMahons Amtsantritt rund 2.000 Mitarbeiter des Bildungsministeriums entlassen worden seien. Dies habe nach Auffassung der Antragsteller zu erheblichen Verzögerungen bei der Auszahlung von Bundesmitteln geführt.
Linda McMahon weist die Vorwürfe entschieden zurück
Linda McMahon reagierte auf der Plattform X mit einer kurzen Stellungnahme. An die demokratischen Abgeordneten gerichtet schrieb sie: „An die Demokraten im Kongress: Gebt euch mehr Mühe.“ Sie wies sämtliche Vorwürfe zurück und erklärte, es sei bezeichnend, dass ihre Bemühungen zur Verbesserung des Bildungssystems und zum Abbau unnötiger Bundesbürokratie nun als Grund für ein Amtsenthebungsverfahren herangezogen würden.
Unterstützung erhielt McMahon vom republikanischen Vorsitzenden des Bildungsausschusses, Tim Walberg. Er verteidigte ihren Kurs und erklärte, McMahon setze genau die Politik um, für die die Wähler Präsident Donald Trump ihre Stimme gegeben hätten.
Ein politisches Signal mit geringen Erfolgsaussichten
Nach Einschätzung politischer Beobachter sind die Chancen auf eine tatsächliche Amtsenthebung derzeit gering. Da die Demokraten weder im Repräsentantenhaus noch im Senat über die Mehrheit verfügen, gilt ein erfolgreiches Impeachment-Verfahren unter den aktuellen politischen Mehrheitsverhältnissen als äußerst unwahrscheinlich.
Politisch bleibt der Vorstoß dennoch relevant: Er erhöht den öffentlichen Druck auf McMahon und rückt ihre Arbeit als Bildungsministerin weiter in den Fokus der Öffentlichkeit.
Für Wrestling-Fans zeigt der Fall zugleich, wie außergewöhnlich McMahons Karriere verlaufen ist: Von der langjährigen Führung der WWE an der Seite von Vince McMahon bis in eines der höchsten Regierungsämter der Vereinigten Staaten.

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