Paul Heyman über Roman Reigns: Warum der Tribal Chief zunächst auf Widerstand stieß

Roman Reigns sitzt mit der Undisputed WWE Championship, während Paul Heyman aufmerksam hinter ihm steht
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Paul Heyman zählt zu den prägendsten Persönlichkeiten der Wrestling-Geschichte. In einem Interview mit Chris Van Vliet sprach der WWE Hall of Famer über die Entstehung von Roman Reigns‘ Tribal-Chief-Charakter, seine damaligen Diskussionen mit Vince McMahon und seine heutige Rolle hinter den Kulissen der WWE.

Vince McMahon wollte Roman Reigns zunächst als „The Big Dog“ behalten

Heute wird Paul Heyman häufig als einer der wichtigsten Köpfe hinter Roman Reigns‘ Entwicklung zum Tribal Chief angesehen. Laut Heyman war dieser Wandel jedoch keineswegs selbstverständlich.

Als er die Idee erstmals bei Vince McMahon vorstellte, reagierte dieser zunächst zurückhaltend. McMahon habe sich Roman Reigns weiterhin in seiner bisherigen Rolle als „The Big Dog“ vorgestellt. In diesem Szenario sollte Heyman als Fürsprecher an der Seite von Reigns auftreten, ähnlich wie zuvor bei Brock Lesnar.

Heyman war jedoch überzeugt, dass dieser Ansatz nicht funktionieren würde. Aus seiner Sicht war die Rolle des Fürsprechers eng mit Brock Lesnar verbunden. Wenn Roman Reigns wirklich den nächsten Schritt machen sollte, müsse eine völlig neue Figur entstehen. Eine einfache Weiterentwicklung des bisherigen Charakters sei dafür nicht ausreichend gewesen.

Der Tribal Chief brauchte einen kompletten Neuanfang

Heyman verglich die Veränderung von Roman Reigns mit einem der größten Charakterwechsel in der WWE-Geschichte. Für ihn war der Wandel ähnlich bedeutend wie damals die Transformation des Undertakers zum „American Badass“. Es habe nicht gereicht, Reigns lediglich einen neuen Spitznamen zu geben. Die gesamte Persönlichkeit des Charakters musste sich verändern.

Gleichzeitig machte Heyman deutlich, dass Roman Reigns diese Rolle einige Jahre zuvor noch gar nicht hätte spielen können. Er sei damals noch nicht an dem Punkt seiner Karriere gewesen, an dem eine solche Figur glaubwürdig gewirkt hätte.

Nach Heymans Ansicht musste Reigns zunächst Erfahrungen sammeln, Rückschläge erleben und als Persönlichkeit wachsen. Erst dadurch konnte er sich zu dem Charakter entwickeln, den die Fans später als Tribal Chief kennenlernten.

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Die Zuschauer hätten diese Entwicklung über Jahre hinweg miterlebt und seien den gesamten Weg mitgegangen – von seinen ersten Tagen im Main Roster bis hin zu seiner Rolle als dominanter Anführer der Bloodline.

Heute konzentriert sich Heyman auf langfristige Planungen

Neben den Gesprächen über Roman Reigns sprach Heyman auch offen über seine aktuelle Tätigkeit hinter den Kulissen der WWE. Er erklärte, dass er heute nicht mehr an den regulären wöchentlichen Meetings des Kreativteams teilnimmt. Stattdessen konzentriert er sich vor allem auf langfristige Planungen und reist dafür regelmäßig nach Stamford.

Sein aktueller Schwerpunkt liegt auf zukünftigen Großprojekten wie WrestleMania 43 in Saudi-Arabien. Gleichzeitig beschäftigt er sich bereits mit Ideen und möglichen Geschichten für die WrestleMania-Ausgabe im darauffolgenden Jahr.

Heyman erklärte, dass eine langfristige Planung wichtig sei, um eine klare Richtung vorzugeben. Auch wenn sich viele Ideen im Laufe der Zeit verändern, sei es hilfreich, das angestrebte Ziel einer Geschichte bereits früh zu kennen.

Als Beispiele für Talente, für die intern bereits mögliche WrestleMania-Richtungen diskutiert werden, nannte er Roman Reigns, CM Punk, Logan Paul, Bron Breakker, Seth Rollins, Jade Cargill, Becky Lynch, Liv Morgan und Rhea Ripley.

Heyman fungiert als Verbindung zwischen Talenten und dem Kreativteam

An Veranstaltungstagen befindet sich Heyman meist in der sogenannten Gorilla Position direkt hinter dem Vorhang. Dort verfolgt er die komplette Show und steht bereit, falls kurzfristige kreative Entscheidungen getroffen werden müssen. Er unterstützt dabei sowohl die Wrestler als auch das Kreativteam und hilft, Ideen und Anpassungen miteinander abzustimmen. Dadurch übernimmt er eine wichtige Vermittlerrolle hinter den Kulissen.

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Zu den Talenten, mit denen er besonders eng zusammenarbeitet, zählen unter anderem Bron Breakker, Logan Paul, Austin Theory, Bronson Reed und Brock Lesnar. Darüber hinaus unterstützt Heyman Wrestler aller Erfahrungsstufen bei kreativen Fragen, Matchideen oder der Weiterentwicklung ihrer Charaktere. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen erfahrenen Main-Roster-Star oder ein aufstrebendes Talent aus NXT handelt.

Triple H schätzt Heymans Rolle innerhalb der WWE

Nach Angaben von Heyman betrachtet WWE Chief Content Officer Paul Levesque seine heutige Funktion als wichtigen Bestandteil des kreativen Prozesses. Besonders seine Erfahrung und seine Fähigkeit, mit unterschiedlichsten Talenten zusammenzuarbeiten, würden intern geschätzt.

Als Beispiele für junge Wrestler, die die WWE aktuell gezielt aufbaut, nannte Heyman Oba Femi, Trick Williams, Je’Von Evans und Sol Ruca.

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