Die Diskussionen über die langfristige Medienzukunft von AEW gehen weiter. Hintergrund ist die geplante Fusion von Warner Bros. Discovery mit Paramount Skydance, die derzeit in der Branche für Spekulationen sorgt. Zwar wurde zuletzt mehrfach darüber diskutiert, ob sich die Veränderungen negativ auf AEW auswirken könnten, doch intern zeichnet sich offenbar ein deutlich optimistischeres Bild ab.
Wie Fightful Select berichtet, soll AEW-Präsident Tony Khan eine mögliche Zukunft unter einem von Paramount-geführten Medienkonzern sogar positiv sehen. Mehrere Quellen aus dem Umfeld der Company gaben an, dass Khan eine fortgesetzte Zusammenarbeit mit Warner Bros. Discovery unter dem Dach von Paramount Skydance als potenziell vorteilhafte Entwicklung für AEW betrachte.
Innerhalb von AEW wird demnach bereits über verschiedene Zukunftsszenarien gesprochen, obwohl sich am aktuellen TV-Vertrag bislang nichts geändert hat. Offizielle Ankündigungen zu einem neuen Vertrag oder möglichen Veränderungen gibt es derzeit weiterhin nicht.
Paramount mit langer Wrestling-Vergangenheit
Ein Faktor, der laut den Berichten intern positiv bewertet wird, ist die lange Verbindung von Paramount zum Wrestling-Geschäft. Der Medienkonzern arbeitete in der Vergangenheit bereits mit mehreren großen Promotions zusammen. In den 1990er-Jahren war ECW auf Sendern von Paramount präsent, später folgten Kooperationen mit WWE sowie über viele Jahre hinweg mit TNA Wrestling.
Diese Historie wird innerhalb von AEW offenbar als Vorteil angesehen. Mehrere Quellen sollen gegenüber Fightful erklärt haben, dass Paramount die Wrestling-Branche kenne und deshalb grundsätzlich offen für eine Zusammenarbeit mit AEW sein könnte.
UFC-Verbindung offenbar kein Hindernis
Zuletzt war außerdem spekuliert worden, ob Paramounts bestehende Verbindung zur UFC problematisch für AEW werden könnte. UFC gehört bekanntlich zur TKO Group Holdings, die wiederum gemeinsam mit WWE unter einem Dach operiert.
Laut Fightful Select soll dies intern jedoch nicht als großes Hindernis betrachtet werden. Eine Quelle aus dem Umfeld von Paramount erklärte demnach, dass es keine Exklusivitätsvereinbarung gebe, die eine Zusammenarbeit mit AEW verhindern würde. Zusätzlich wurde betont, dass UFC Inhalte für Paramount liefere und nicht umgekehrt.
Damit scheint zumindest aus heutiger Sicht keine direkte Blockade für eine mögliche künftige Partnerschaft zwischen AEW und einem von Paramount kontrollierten Mediennetzwerk zu bestehen.
WWE-Umfeld sieht Situation kritischer
Während AEW intern offenbar optimistisch auf die Entwicklung blickt, sollen die Einschätzungen im Umfeld von WWE deutlich vorsichtiger ausfallen. Laut mehreren englischsprachigen Berichten gibt es dort die Erwartung, dass Paramount langfristig möglicherweise andere Prioritäten setzen könnte.
Demnach wird hinter den Kulissen spekuliert, dass AEW Schwierigkeiten bekommen könnte, falls Paramount nach einer Übernahme bestimmte Inhalte neu bewertet oder umstrukturiert. Konkrete Hinweise auf entsprechende Pläne gibt es allerdings bislang nicht.
AEWs aktueller Vertrag bleibt unverändert
Unabhängig von den Spekulationen läuft der bestehende Medienvertrag zwischen AEW und Warner Bros. Discovery weiterhin regulär. Der aktuelle Deal soll noch bis Ende 2027 gültig sein und zusätzlich eine mögliche Verlängerungsoption enthalten.
Akut besteht daher kein unmittelbarer Zeitdruck für AEW. Dennoch zeigen die aktuellen Berichte, dass innerhalb der Company bereits intensiv über die langfristige Zukunft nachgedacht wird, falls sich die Medienlandschaft durch die geplante Fusion tatsächlich grundlegend verändern sollte.
Dass Tony Khan die Entwicklungen offenbar gelassen und teilweise sogar optimistisch betrachtet, dürfte innerhalb der Wrestling-Branche deshalb für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen.
AEW Double or Nothing 2026: Ausverkauftes Louis Armstrong Stadium und historischer Gate-Wert
15.015 Zuschauer sahen Double or Nothing 2026 live im Louis Armstrong Stadium in Queens, New York, was die Show zur bestbesuchten Auflage des Events macht. Das Tennisstadion im Billie Jean King National Tennis Center, sonst als Hauptarena der US Open bekannt, war damit Schauplatz der ersten Wrestling-Veranstaltung in seiner Geschichte.
Wie Dave Meltzer im „Wrestling Observer“ berichtet, erzielte die Show eine Ticket-Einnahme von knapp unter 1,5 Millionen US-Dollar. Damit liegt „Double or Nothing 2026” hinter „All In Texas 2025” mit knapp 2,9 Millionen US-Dollar auf dem zweiten Platz der Shows mit den höchsten Ticketeinnahmen in der Geschichte der USA außerhalb der WWE.
Auf AEW-Ebene weltweit rangiert dieser Wert auf Platz vier hinter „All In Texas 2025“ sowie den beiden „Wembley“-Ausgaben 2023 und 2024. Meltzer wies zudem darauf hin, dass die Gate-Zahl selbst inflationsbereinigt zu den historisch höchsten für eine Non-WWE-Veranstaltung in den USA gehört.
Buyrate: Klarer Anstieg gegenüber Revolution
Auch bei der PPV-Buyrate lässt Double or Nothing 2026 die jüngsten Vergleichswerte hinter sich. Laut Meltzer auf Wrestling Observer Radio lag die Buyrate rund 15 Prozent über der von AEW Revolution 2026, die selbst bereits die stärkste seit All In Texas gewesen war.
AEW Revolution 2026 wurde demnach 170.000- bis 175.000-mal gekauft. Das bedeutet für Double or Nothing eine konservative Schätzung von rund 187.000 bis 192.000 Buys, optimistisch betrachtet könnten es bis zu 200.000 sein. Durch nachträgliche Käufe könnte die Zahl noch weiter steigen.
Meltzer bezeichnete die Show als „Huge success“ und erklärte, sie werde voraussichtlich unter den fünf oder sechs meistgekauften PPVs in der Geschichte von AEW einzuordnen sein. Hinter AEW All Out 2021 (215.000 Buys) und AEW All In 2023 (205.000 Buys) wäre Double or Nothing 2026 damit die dritthöchste Buyrate in der Unternehmensgeschichte. Ob die Zahl von All In Texas 2025 übertroffen werde, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.
Größtes HBO-Max-Ereignis und Blick nach vorne
Meltzer fügte hinzu, dass „Double or Nothing 2026” die meistgestreamte AEW-Show in der Geschichte von HBO Max gewesen sei. Ein direkter Vergleich mit „All In Texas” ist jedoch schwierig, da HBO Max damals noch kein Übertragungspartner von AEW war. Angesichts des Erfolgs in Queens erwartet Wrestling Inc., dass AEW künftig weitere PLEs im Raum New York ausrichten wird.
Die starken Zahlen setzen AEW nach einem schwierigeren Jahr 2024 in einem wirtschaftlich positiv aufstrebenden Licht dar. Gleichzeitig stellt All In London am 30. August eine Herausforderung dar: Mit aktuell knapp 25.000 verkauften Tickets liegt die Show deutlich hinter dem Tempo der Wembley-Ausgaben von 2023 mit über 53.000 verkauften Tickets zurück. Ob der wirtschaftliche Schwung aus New York auch Wembley zugutekommt, bleibt abzuwarten.
