Im Takedown-Interview mit Zack Heydorn hat John Cena seine Pläne für die Zeit nach dem Ende seiner aktiven Karriere ausführlich beschrieben. Sein zentrales Anliegen sei es, der WWE die Energie zurückzugeben, die ihm die Branche über zwei Jahrzehnte hinweg geschenkt habe.
Konkret will Cena junge Talente fördern und durch eigene Markenpartnerschaften neue wirtschaftliche Möglichkeiten für WWE-Wrestler schaffen. Ein zentrales Projekt dieser Vision ist das „John Cena Classic“, das seiner Vorstellung nach neue Main-Roster-Stars hervorbringen soll.
„Pay it forward“ als Karriere-Philosophie nach dem Ring-Abschied
Cena machte im Interview deutlich, dass er seine neue Rolle als bewussten Wechsel von der Performer-Position in die Förderer-Position versteht. Anstatt sich nach seinem letzten Match einfach zurückzuziehen, wolle er kontinuierlich neue Wege finden, der WWE etwas zurückzugeben: „Mein Ziel ist, die Branche besser zu hinterlassen, als ich sie vorgefunden habe.“
Mit dieser Formulierung fasst Cena seine Pay-it-Forward-Philosophie zusammen. Er beschreibt seinen aktiven Ehrgeiz so, dass viele Wrestler nach dem Ring-Abschied in der Versenkung verschwinden würden, er aber genau das vermeiden wolle.
Wer der nächste Oba Femi, Cody Rhodes oder Charlotte Flair sein könnte
Bei der Erläuterung seiner Mentoring-Vision nannte John Cena vier konkrete Karriere-Vorbilder als Beispiele für die Art von Stars, die der John Cena Classic künftig hervorbringen soll. Das Konzept soll den nächsten Oba Femi, den nächsten Cody Rhodes, den nächsten Roman Reigns oder die nächste Charlotte Flair eine Bühne geben. Die vier Genannten stehen für unterschiedliche Erfolgsmodelle innerhalb der WWE: von Femis kometenhaftem Aufstieg bei NXT über Cody Rhodes‘ Karriere-Comeback bis zu Roman Reigns‘ Tribal-Chief-Ära und Charlotte Flairs Bilanz mit mehreren Titeln.
Cena sieht im Cena Classic die Chance, die kreative Energie seines Namens auf eine neue Wrestler-Generation zu übertragen. Mit der direkten Einladung neuer Talente in die kuratierte Show-Form will er gleichzeitig die WWE-internen Karriere-Bühnen erweitern und jungen Wrestlern Plattformen unter Druck verschaffen.
Cenas Mission, die Branche in besserem Zustand zu hinterlassen
Cena fasste sein gesamtes Botschafter-Engagement unter dem Leitspruch zusammen, die Branche in besserem Zustand zurückzulassen, als er sie vorgefunden habe. Dazu gehöre eine analytische Komponente, die er als „Acumen“ beschreibt, also Marktverständnis und strategisches Denken. Cena will die Energie, die ihm die WWE über Jahre gegeben hat, auf die kommende Generation übertragen.
Konkret heißt das, in mehrere Bereiche gleichzeitig zu investieren, namentlich kreative Konzepte wie den Cena Classic, direkte Mentoring-Arbeit mit jungen Talenten und neue wirtschaftliche Türen für WWE-Wrestler. Dieser dreigliedrige Ansatz macht deutlich, dass Cenas Botschafter-Rolle nicht nur repräsentative Auftritte umfasst, sondern eine aktive Branchen-Entwicklung anstrebt. Damit definiert Cena seinen Erfolg künftig nicht mehr über vergangene Title-Siege, sondern über messbare Branchen-Verbesserungen.
Der Madison-Avenue-Brückenschlag in die Werbe-Industrie
Ein zentrales Element von Cenas neuer Mission ist seine Rolle als Brücke zwischen WWE und der amerikanischen Werbe-Industrie, oft mit dem Sammelbegriff Madison Avenue zusammengefasst. Als er in den frühen 2000ern in der WWE startete, habe die Werbe-Industrie das Wrestling-Geschäft komplett gemieden. Diese Lage habe sich nach und nach verändert, und Cena habe einen wesentlichen Anteil daran, dass WWE inzwischen als Markenpartner akzeptiert wird. H
Heute sieht Cena seine Aufgabe darin, diese Türen für andere WWE-Wrestler zu öffnen. Konkret beschreibt er das so, dass ein ganzer Wirtschaftsbereich, den WWE früher ignoriert habe, nun aktiv an Markenpartnerschaften interessiert sei. Diese Entwicklung bedeute einen erheblichen Reichweiten-Gewinn für WWE und schaffe neue Einkommens-Quellen für die aktiven Wrestler.
Die Tarsus-Pharmaceuticals-Partnerschaft als konkretes Beispiel
Als konkretes Beispiel für diese Brückenfunktion nennt Cena seine aktuelle Partnerschaft mit dem Pharma-Unternehmen Tarsus Pharmaceuticals und dessen Medikament Xdemvy zur Behandlung der Demodex-Blepharitis. Dabei handelt es sich um eine Lidrand-Milben-Erkrankung, die Cena bei sich selbst diagnostiziert bekommen hatte.
Aus dieser persönlichen Betroffenheit entwickelte sich die Marken-Botschafter-Rolle, die er als Beispiel-Modell für künftige WWE-Wrestler versteht. Cena beschreibt solche Partnerschaften als „einen wahrgewordenen Traum“, weil er jetzt die WWE-Marke in Industrien tragen kann, die früher unerreichbar gewesen seien.
Sein Ziel sei es, mehr passionierte Fans für WWE zu gewinnen, die das Produkt bislang nicht entdeckt hätten, und gleichzeitig finanzielle Möglichkeiten für die aktiven Wrestler zu schaffen, die seine Generation noch nicht hatte.
