AEW dementiert Bericht zur TV-Zukunft und möglicher frühzeitiger Trennung von Warner Bros. Discovery

Warner Bros. und Paramount-Zentralen
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All Elite Wrestling und Warner Bros. Discovery haben Berichte über die Zukunft der Promotion und den geplanten Verkauf von WBD an Paramount Skydance entschieden zurückgewiesen. Auslöser des aktuellen Streits ist ein X-Posting des ehemaligen Paradigm-Talentagenten Nick LoPiccolo, der All Elite Wrestling und Tony Khan seit Längerem öffentlich kritisch begegnet. Anschließend griff der Journalist John McMullen die Behauptungen in einem ausführlicheren Beitrag auf, ehe sowohl AEW als auch WBD die zentralen Punkte offiziell dementierten.

Was LoPiccolo behauptet

LoPiccolo, der mehrere prominente WWE-Akteure in seinem Klientel führt, hatte zunächst auf X erklärt, WBD habe Tony Khan bereits im August des vergangenen Jahres mitgeteilt, dass der TV-Vertrag mit AEW nicht verlängert werde. Er versah diese Behauptung mit der Aussage, er habe seine Information „direkt bestätigt und dreifach gegengeprüft“. Die Wrestling-Community reagierte überwiegend skeptisch oder belustigt, weil ein solches Vorab-Dementi einer Vertragsverlängerung wenige Monate nach Inkrafttreten eines neuen TV-Deals geschäftslogisch kaum nachvollziehbar wäre.

LoPiccolo untermauerte seine Behauptung zudem mit einer harten Markteinschätzung. Seiner Meinung nach kommt für AEW aktuell kein anderer relevanter Distributor mehr infrage als Google und YouTube: „Paramount ist für AEW nicht realistisch. WBD hat im August gepasst. CW/Roku ist nicht mehr im Spiel. Amazon und Fox wollen AEW nicht.“

LoPiccolos Tonalität ist dabei nicht zufällig konfrontativ. Bereits in den vergangenen Monaten hatte er Tony Khan öffentlich vorgeworfen, anonyme Burner-Accounts auf Social Media zu betreiben, um Kritiker zu beobachten. Diese Vorgeschichte erklärt einen Teil der besonders scharfen Tonart seiner aktuellen Aussagen.

McMullens Aufgriff und mehrfache Aktualisierung

Der NFL-Insider und Philadelphia-Eagles-Reporter John McMullen trug den Vorgang am 3. Mai 2026 mit einem ausführlichen X-Beitrag in eine breitere Öffentlichkeit.
McMullen ging in seiner ersten Version davon aus, dass AEW nach aktuellem Stand rund 12 bis 16 Monate Zeit haben werde, um einen neuen TV-Vertrag zu sichern, sei es mit Paramount, Skydance oder einem anderen Medienpartner. Demnach habe Tony Khan im engeren Umfeld geäußert, im Zweifel auch einen Wechsel zu YouTube in Betracht zu ziehen.

McMullen schrieb seinen Beitrag jedoch mehrfach um. In den späteren Versionen stellte er ausdrücklich klar, dass sowohl WBD als auch AEW die Aussagen LoPiccolos offiziell dementiert haben. Beide Seiten bestreiten, dass es 2025 eine konkrete Information an Tony Khan gegeben habe, wonach WBD verkauft werde und zukünftige Programm-Entscheidungen deshalb von neuen Verantwortlichen getroffen würden.

SEC-Vorgaben als entscheidendes Gegenargument

Tony Khan erklärte zudem, das angeblich im August geführte Gespräch mit WBD-CEO David Zaslav habe nie stattgefunden. Auch aus WBD-Kreisen wird eine entsprechende „Vorwarnung“ an Khan klar verneint, da ein solcher Hinweis gegen Börsen- und Aufsichtsregeln verstoßen hätte. Die SEC-Vorgaben verbieten es, börsenrelevante Informationen wie einen geplanten Unternehmensverkauf einzelnen Geschäftspartnern früher mitzuteilen als den Märkten. Genau dieses Argument liefert WBD als juristisch stabiles Gegenargument zu den LoPiccolo-Behauptungen.

„Die Idee von Quellen außerhalb von AEW, dass WBD-CEO David Zaslav persönlich Khan über einen kommenden Verkauf informiert habe, wurde vehement dementiert mit der Erklärung, dass keine Showrunner informiert wurden, einschließlich Khan.“ Mit dieser Formulierung beendet die WBD-Seite die zentrale Linie der LoPiccolo-Behauptung.

Tony Khan reagiert öffentlich

Tony Khan selbst nutzte seinen Auftritt bei Good Karma Wrestling, um sich erstmals direkt zur Lage zu äußern. Statt sich auf die Spekulationen einzulassen, betonte er die operative Stärke seiner Promotion. Die Zuschauerzahlen seiner Shows seien sehr stark, die Live-Events ausverkauft, und der Paramount-WBD-Merger-Prozess befinde sich auf einem geordneten Pfad. Damit zeigte Khan eine deutlich gelassenere Haltung, als seine Kritiker erwarten ließen.

LoPiccolo doubles down

Trotz der breiten Dementi beharrt LoPiccolo auf seiner Linie. Auf das Fightful-Dementi durch Sean Ross Sapp reagierte er auf X mit einer scharfen Antwort. Er stellte klar, dass es ihm nie um eine Annullierung der laufenden Dynamite-Programmierung gegangen sei, sondern ausschließlich um die geplante Vertragsoption. WBD habe Tony Khan bereits im August konkret signalisiert, dass diese Option nicht gezogen werde. Wer auch immer das gegenüber Fightful dementiert habe, müsse aus seiner Sicht sehr weit unten in der Hierarchie der Beteiligten stehen.

Vertragsdaten als Faktenanker

Wer den Vorgang einordnen möchte, findet im konkreten TV-Vertrag den nötigen Faktenanker. AEW und WBD haben einen dreijährigen TV-Deal abgeschlossen, der am 1. Januar 2025 begann und dessen Laufzeit bis Ende 2027 reicht. Eine Option für 2028 ist enthalten. Der Vertrag wird mit einem Volumen von 170 bis 185 Millionen US-Dollar pro Jahr angegeben, je nach Quelle. Damit handelt es sich um eine der wirtschaftlich relevantesten Wrestling-Distributionen der vergangenen Jahre.

Entscheidungen über die Zukunft von AEW im US-Fernsehen werden voraussichtlich erst im Laufe des Jahres 2027 getroffen. Dann werden die Verantwortlichen vermutlich nicht mehr WBD heißen, sondern Paramount Skydance, sofern der geplante Verkauf wie vorgesehen abgeschlossen wird.

Paramount-Skydance-Merger im Hintergrund

Der Zusammenschluss von WBD und Paramount Skydance hat ein Volumen von rund 110 Milliarden US-Dollar und befindet sich derzeit noch im Verfahren. Verschiedene Prüf- und Genehmigungsschritte, unter anderem durch Aufsichtsbehörden, müssen durchlaufen werden. Erst nach Abschluss des Deals kann darüber gesprochen werden, wie sich das neue Unternehmen zu seinen Wrestling-Engagements positionieren wird.

Nach Abschluss des Mergers soll Paramount+ laut McMullens Bericht eine kleinere Beteiligung am AEW-Unternehmen erhalten, einen Anteil an den Einnahmen der AEW-PPVs beziehen sowie die Streaming- und TV-Rechte übernehmen, die aus der Transaktion hervorgehen. Damit wären die strategischen Verflechtungen zwischen Paramount und AEW deutlich enger als zwischen WBD und AEW heute, was die LoPiccolo-Lesart einer feindlichen neuen Eigentümerstruktur zusätzlich relativiert.

MyAEW-App und neuer Sommer-PPV als Backup

Während die Distributions-Diskussion läuft, hat AEW operativ bereits eigene Schritte unternommen. Am 9. März 2026 startete die MyAEW-App als interne Streaming-Option und zusätzliche Distributions-Absicherung. Die Entwicklung der App war zwar lange vor LoPiccolos Behauptung geplant, fügt sich aber nun in das Bild einer Promotion ein, die sich gegen denkbare Distributions-Szenarien absichert.

Zusätzlich gibt es Berichte über einen neuen AEW-PPV namens „Redemption“, der laut Andrew Zarian vom Mat Men Podcast im Juli zwischen Forbidden Door und All In London stattfinden soll, möglicherweise in Montreal. Mit der Kalender-Erweiterung zeigt AEW operative Expansion, was die Krisen-Lesart der LoPiccolo-Behauptung deutlich relativiert. Eine Promotion, die ihre PPV-Anzahl ausweitet, plant nicht für eine Distributions-Krise, sondern für Wachstum.

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