Vor ihrer WWE-Entlassung: Die frühen Pläne von Santos Escobar und den Motor City Machine Guns

Santos Escobar feiert sich im Ring

Bei der WWE-Entlassungswelle vom 24. April haben zwei Akteure für Aufsehen gesorgt, deren Anschlussgeschichten interessanter wirken als die Entlassungen selbst. Sowohl Santos Escobar als auch die Motor City Machine Guns mit Alex Shelley und Chris Sabin wurden aus dem Roster gestrichen. Beide Parteien werden im Juli 2026 nach Ablauf der 90-tägigen Sperrfrist Free Agents. Laut Fightful Select haben beide bereits konkrete Anschlussoptionen. Diese Geschichten zeigen, wie schnell sich die Kräfteverhältnisse außerhalb der WWE neu sortieren können.

Santos Escobar: Ein Wechsel, der schon einmal kurz vor dem Vollzug stand

Sean Ross Sapp lieferte bei Fightful Select einen pikanten Hintergrund zu Escobars Situation. Bevor sein Vertrag im Oktober 2025 verlängert wurde, war er bereits einmal kurzzeitig als Free Agent auf dem Markt. In dieser Phase liefen offenbar konkrete Gespräche zwischen Escobar und dem mexikanischen Traditionsverband CMLL. Quellen, die mit der Situation vertraut sind, gaben an, dass der CMLL fest mit einem Engagement Escobars gerechnet habe.

Hätte Escobar tatsächlich beim CMLL unterschrieben, wären zudem Auftritte bei AEW eine naheliegende Folge gewesen, weil die beiden Promotions seit längerem eine enge Arbeitsbeziehung pflegen. Stattdessen schaltete sich die WWE in der Schlussphase mit einem nach allen Berichten finanziell signifikanten Angebot ein und holte Escobar zurück.

Vertragsverlängerung ohne erkennbaren Plan

Aus damaliger Sicht galt der Deal als klares Bekenntnis der WWE zu Escobar. Es hieß, das finanzielle Engagement sei zu hoch, um den Lucha-Star auf der Bank zu halten. Genau das geschah jedoch. Escobar wurde nach der Verlängerung im Oktober 2025 nicht mehr im Main Roster  eingesetzt, war lediglich einmal hinter den Kulissen einer WWE-Veranstaltung gesichtet worden und verlagerte den Großteil seiner Auftritte zur AAA, mit der die WWE eine Kooperation pflegt.

Im März kam es dann zum nächsten Bruch. Nach einem AAA-Einsatz, bei dem mehrere Beobachter eine spürbar verminderte Leistung notierten, gab Escobar bekannt, dass er sich einer Operation am Trizeps unterziehen müsse. Damit war die ohnehin nicht laufende Karriere innerhalb der WWE faktisch eingefroren.

Performance-Center-Zugang doch nicht gestattet

Ein Detail aus der jüngsten Berichterstattung verdient besondere Beachtung. Ursprünglich hieß es, Escobar dürfe das WWE Performance Center weiterhin für seine Reha nutzen. Diese Information wurde von Fightful Select inzwischen korrigiert. Laut F4WOnline ist das eben nicht der Fall. Escobar muss seine Genesung folglich außerhalb der WWE-Strukturen organisieren. Die WWE-Führung geht intern davon aus, dass er rund um den Ablauf seiner 90-tägigen Sperrfrist im Juli 2026 wieder einsatzbereit oder kurz vor der Freigabe sein wird.

CMLL als naheliegender Anker, AEW als logische Folge

Mit dem erneuten Übergang in die Free Agency richtet sich der Fokus sofort wieder auf den Verband, der schon einmal kurz vor einer Verpflichtung stand. „Diejenigen, mit denen wir gesprochen haben, gehen davon aus, dass die Gespräche mit dem CMLL wieder aufgenommen werden.“ Diese Linie deckt sich mit der Karriere-Geografie Escobars. Er war als King Cuerno bei Lucha Underground prominent vertreten, trat weltweit als El Hijo del Fantasma an, hatte beim CMLL bereits eine etablierte Phase und kennt die mexikanische Szene aus dem Effeff.

Motor City Machine Guns: Schon einmal hatten sie ein anderes Angebot

Eine erstaunlich ähnliche Vorgeschichte begleitet die Motor City Machine Guns. Auch Alex Shelley und Chris Sabin standen bereits einmal kurz davor, einen anderen Vertrag zu unterzeichnen, bevor die WWE einsprang. Vor ihrem Wechsel im Oktober 2024 hatte AEW dem Team ein Angebot vorgelegt. Die WWE matchte dieses Angebot, holte das Duo nach Stamford und konnte den frischen Tag-Team-Coup gleich kapitalisieren.

Bereits in ihrer zweiten WWE-Woche gewannen Shelley und Sabin die SmackDown Tag Team Championships durch einen Überraschungssieg über Tama Tonga und Tonga Loa von der Bloodline. Im Dezember 2024 verloren sie die Titel an #DIY. Damit war der schnellste Höhepunkt ihres WWE-Engagements zugleich der einzige nachhaltige.

Stille Phase, fehlende TV-Zeit und das letzte Match am 20. März

In den Monaten danach reduzierte sich die Präsenz der Motor City Machine Guns deutlich. Ihr letztes Match im WWE-Fernsehen fand am 20. März statt. Beide Akteure waren zudem nicht für die jüngsten WWE-Aufzeichnungen eingeplant, was im Rückblick als deutliches Signal für den anstehenden Cut gewertet wird. Quellen aus dem WWE-Umfeld berichten, dass Sabin und Shelley ihre Zeit beim Unternehmen zwar geschätzt hätten, ihre TV-Zeit zuletzt aber spürbar zurückgegangen sei.

Bemerkenswert ist die ruhige Reaktion der beiden Wrestler auf die Entlassung. Aus dem Umfeld heißt es, das Duo habe deutlich gemacht, dass sie auch außerhalb der WWE erfolgreich bleiben und beschäftigt sein würden.

TNA bleibt offen, AEW gilt als wahrscheinlicher Anlauf

Bei der Frage nach dem nächsten Schritt zeichnet Fightful Select ein klares Bild. Aus TNA-Kreisen heißt es, dass die Tür für die Motor City Machine Guns dort jederzeit offen stehe, was angesichts der gemeinsamen Geschichte nachvollziehbar ist. Shelley und Sabin haben bei TNA insgesamt drei Tag Team Titel Regentschaften gefeiert und arbeiteten zwischen 2007 und 2024 wiederholt für die Promotion. Trotzdem geht die Mehrheit der Beteiligten davon aus, dass AEW als finales Ziel infrage kommt.

Bestätigte Gespräche zwischen All Elite Wrestling und dem Duo gibt es nach derzeitigem Stand nicht. Die Vorgeschichte spricht jedoch eine deutliche Sprache. Bereits 2022 hatten Shelley und Sabin im Rahmen der damaligen AEW-TNA-Annäherung einen prominenten Gastauftritt mit Jay Lethal gegen FTR und Wardlow bei All Out. Das spätere AEW-Angebot aus dem Jahr 2024 bestätigt das anhaltende Interesse aus Jacksonville.

Detroit am 29. Juli: Das perfekte Comeback-Datum?

Eine besonders pikante terminliche Konstellation hat Sports Illustrated aufgezeigt. AEW veranstaltet am 29. Juli eine Ausgabe von Dynamite im Masonic Temple Theater in Detroit. Das ist nicht nur die Heimatregion der Motor City Machine Guns, sondern liegt auch nur wenige Wochen vor All In London. Sollte AEW tatsächlich der nächste Schritt werden, wäre dieser Abend ein nahezu ideales Datum für einen vielbeachteten Einstand.

Die Sperrfrist endet bei Sabin und Shelley ebenfalls im Juli, womit ein zeitliches Zusammentreffen von Free-Agent-Status und einem perfekt vorbereiteten Auftrittsfenster greifbar wäre. Bestätigt ist davon nichts, doch die Symbolik wäre für AEW kaum zu übertreffen.

Mehr als nur Wrestling: Die Band GRPPLNG

Auch abseits des Rings zeigt sich, dass die Motor City Machine Guns ihre Karriere breiter angelegt haben. Beide arbeiten gemeinsam an ihrer Band GRPPLNG, an der sie auch nach dem WWE-Aus weiter feilen werden. Sabin verband seine offizielle Bestätigung der Entlassung auf X gleich mit der Ankündigung einer neuen, vier Songs umfassenden EP. Damit signalisiert das Duo, dass sich der Lebensentwurf nicht ausschließlich auf den nächsten Wrestling-Vertrag stützt.

Siehe auch: Kairi Sane: „Ich habe niemals aufgegeben“ – die ganze Geschichte hinter dem WWE-Aus und der Fan-Bewegung

1 Kommentar

  1. Motor City Machine Guns und Santos Escobar können gern zu TNA oder sonst wohin gehen aber bitte nicht zur AEW. See hatten Angebote von AEW sind aber lieber dann zur WWE gegangen, dumm gelaufen würde ich sagen falsche Entscheidung. AEW sollte sich selber und den Fans soviel Wert sein und nicht als Rudis Resterampe dienen für Wrestler die es in andern Firmen nicht geschafft bzw versagt haben.

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