Die Entlassung von Kairi Sane bei der WWE am 24. April hat sich innerhalb weniger Tage zu einer der vielschichtigsten Geschichten des Frühjahrs entwickelt. Was zunächst nach einem reinen Roster-Cut nach WrestleMania 42 aussah, ist mittlerweile zu einer Mischung aus widersprüchlichen Berichten, einer wachsenden Fan-Bewegung und einer öffentlichen Stellungnahme der Wrestlerin selbst geworden.
PWInsider beerdigt die Rückkehr-Gerüchte
Den Auftakt zur jüngsten Berichts-Welle machte ein Update von Mike Johnson bei PWInsider. Bereits am Wochenende und in den Tagen nach den WWE-Entlassungen waren Gerüchte aufgekommen, wonach Sanes Cut möglicherweise rückgängig gemacht worden sei oder sie überraschend bei der Raw-Ausgabe vom 27. April auftreten könnte, um ihre Storyline mit Asuka und IYO SKY abzuschließen. Diese Spekulationen verbreiteten sich schnell, weil Fans massiv auf eine Rückkehr drängten und ihr Name in den sozialen Medien trendete.
Johnson stellte jedoch klar, dass an den Behauptungen nichts dran sei. Es habe keine Änderung an Sanes Entlassungsstatus gegeben. Zusätzlich berichtete er, dass Sane das Land bereits verlassen habe und nach Japan zurückgekehrt sei. Damit war ein kurzfristiger Auftritt bei Raw schlicht nicht möglich.
Heftige Frustration hinter den Kulissen
Bereits vor dem PWInsider-Update hatte Fightful Select über erhebliche interne Reaktionen berichtet. Viele in der WWE seien überrascht gewesen, weil Sane weiterhin Teil einer wichtigen Storyline an der Seite von Asuka und IYO SKY gewesen sei. Diese Überraschung habe sich anschließend in deutliche Frustration verwandelt, weil die Geschichte ohne sie keinen geplanten Abschluss mehr finden könne.
Trotz der negativen Reaktionen gilt als sehr wahrscheinlich, dass Sane nicht lange ohne Angebot bleiben wird. Bleacher Report und andere Outlets nennen ausdrücklich die japanischen Top-Promotions Stardom und Marigold als naheliegende Anlaufstellen, während intern die Einschätzung kursiert, sie könne praktisch bei jeder Promotion ihrer Wahl unterkommen.
Meltzers Bericht verschiebt die Perspektive
Wenig später veränderte ein Bericht von Dave Meltzer bei Wrestling Observer Radio die Lesart der Geschichte deutlich. Meltzer machte deutlich, dass die Entscheidung möglicherweise eher von Sane selbst beeinflusst worden sei und nicht ausschließlich auf einer geschäftlich motivierten Entscheidung der WWE beruhe. Sane habe seines Wissens nach angedeutet, dass sie nach Japan zurückziehen wolle.
Meltzer wies auf den ungewöhnlichen Zeitpunkt der Entlassung hin und machte deutlich, dass es aus seiner Sicht hier nicht ums Geld gehe. Bei den Milliarden-Einnahmen, die TKO durch UFC und WWE generiere, wäre der saubere Abschluss einer Storyline keine kostspielige Entscheidung gewesen. Die WWE gebe für Dinge, die im Vergleich völlig nebensächlich seien, vermutlich deutlich mehr aus.
Diesen Hintergrund relativierte allerdings Bryan Alvarez bei Wrestling Observer Live. Er verwies darauf, dass Sanes Reisen nach Japan auch während ihres aktiven WWE-Engagements nichts Außergewöhnliches gewesen seien. Das nimmt Meltzers These ein Stück weit die Eindeutigkeit, ohne sie zu widerlegen.
WrestleVotes: Keine R-Truth-artige Kehrtwende
Während die Fans im Netz weiter Druck aufbauten, lieferte WrestleVotes am 27. April im Rahmen einer Frage-und-Antwort-Runde die wahrscheinlich wichtigste Aussage zur Zukunftsperspektive. Auf die Frage, ob es zu einer ähnlichen Kehrtwende wie bei R-Truth im vergangenen Jahr kommen könnte, fiel die Antwort eindeutig negativ aus.
WrestleVotes argumentierte, dass die WWE eigentlich auch R-Truth nicht habe zurückholen wollen, am Ende aber doch eingeknickt sei. Genau das könne man nicht innerhalb eines Kalenderjahres erneut machen, weil sonst jedes Mal, wenn die kritischen Stimmen laut genug würden, die Erwartung entstehe, dass das jeweilige Talent zurückgeholt werde.
In Bezug auf die wachsende #WeWantKairi-Bewegung deutete WrestleVotes an, dass die Strategie der WWE darin bestehe, den Aufruhr schlicht auszusitzen. „Sie hoffen, dass es im Sande verläuft, und das war’s dann.“ Als Vergleich diente die #WeWantKross-Bewegung des Vorjahres rund um Karrion Kross, die ebenfalls ohne Konsequenzen für den entlassenen Wrestler verpufft sei.
Chants in Laredo und kleine Spitzen am Kommentatorenpult
Dass die Bewegung trotzdem weiter an Fahrt gewinnt, zeigte sich in der Raw-Ausgabe vom 27. April aus der Sames Auto Arena in Laredo. Während Asukas Angriff auf IYO SKY, mit dem das Backlash-Match am 9. Mai aufgebaut wurde, setzten Teile des Publikums lautstarke „We Want Kairi”-Chants an. Mehrere Beobachter gehen davon aus, dass die WWE diese Reaktion bewusst zu dämpfen versuchte.
Erste Wortmeldung: The Pirate Princess setzt die Segel
Sane selbst hatte sich bereits am 25. April auf X mit einer ersten Stellungnahme an die Fans gewandt, ohne jedoch konkrete Details zu ihrem Weggang zu nennen. Die Botschaft war kurz, poetisch und im Stil ihres Pirate-Princess-Charakters formuliert. Sie bedankte sich bei den Menschen, die an ihrer Seite seien, und kündigte mit einer maritimen Metapher an, dass sie zu ihrer eigenen Zeit die Segel setzen werde.
„Ich habe niemals aufgegeben“ – die zweite Stellungnahme
Nachdem Meltzers Bericht und die WrestleVotes-Aussage öffentlich geworden waren, meldete sich Sane am Dienstagabend erneut auf X. Diesmal fielen die Worte deutlich konkreter aus. Sie erklärte, dass sie wisse, wie viele Spekulationen im Umlauf seien, und stellte klar: „Ich habe niemals aufgegeben und bei allem, was ich tue, mein Bestes gegeben.“ Sie betone weiterhin ihre Liebe zu ihrer Arbeit, zu ihren Teamkolleginnen und Teamkollegen sowie zu ihren Fans.
What I can say is I know there’s been a lot of speculation,
but I truly love this work, my teammates, and my fans.
I’ve never walked away, and I’ve given my all in everything I do.
I hope you’re all doing well ❤️— Kairi Sane (@KAIRI_official) April 28, 2026
Branchen-Kritik an der WWE-Logik
Auch die Wrestling-Fachpresse hat die Entscheidung kritisch eingeordnet. Sean Radican hob bei PWTorch hervor, dass Sanes Cut in mehrfacher Hinsicht Fragen aufwerfe. Der Zeitpunkt, die laufende Storyline und die parallel veröffentlichten TKO-Vergütungszahlen für Top-Manager hätten zusammen ein Bild ergeben, das bei Fans und Beobachtern für Unverständnis sorge. Diese Einordnung wird durch die anhaltende Reaktion in den sozialen Medien bestätigt, in denen #WeWantKairi weiter aktiv bleibt und auch Wrestler aus dem Roster öffentlich Sympathie zeigen.
Selbstverständlich wird Sane dauerhaft nach Japan zurückkehren. Sie ist mit einem Japaner verheiratet. Welcher Ehemann würde es wollen, seine Frau nur alle zwei Monate für drei bis vier Tage sehen zu können? Die Liebe leidet und eine Familiengründung mit Kindern ist nicht möglich, weil Kairi Sane auf weltweiter Tournee ist. Viele Wrestler und Wrestlerinnen stehen mindestens 300 Tage im Jahr im Ring. Erholung gibt es nur bei Verletzungspausen.
Sie war absolut nicht in einer top Position. Das sind dann Rhea, Jade, Paige/Bellas, Io, Tiffany, Blake, Charlotte uva – eher Mid Card. Und da rückt bereits die nächste Generation Damen nach. Warum sollt sie zurückkehren? Auch die US Wrestler gehen nahezu alle nach wenigen Jahren von Japan/NJPW zurück in die USA. Nicht jeder will ewig im Ausland leben. Hat jemand Kairi gefragt ob sie eigentlich nach der 2. Entlassung bei WWE zum 3. mal wieder eingestellt werden will um wieder Midcarder zu sein?