Das dreistündige Format von WWE SmackDown könnte schon früher enden, als man denkt. Laut Bodyslam soll der „Blue Brand“ in naher Zukunft die zusätzliche Stunde streichen und zu ihrem üblichen zweistündigen Format zurückkehren. Ein genaues Datum oder weitere Einzelheiten zum offiziellen Inkrafttreten der Änderung wurden bislang nicht genannt: „Quellen berichten Bodyslam, dass SmackDown in wenigen Wochen das dreistündige Format aufgeben und wieder auf zwei Stunden umstellen wird.“
Bryan Alvarez sah die Entwicklung früh kommen
Diese Meldung untermauert frühere Spekulationen, dass das dreistündige Format möglicherweise nur vorübergehend ist. Bryan Alvarez hatte die Situation bereits in „The Bryan and Vinny Show“ erörtert und erklärt, dass die verlängerte Sendezeit nicht wie eine dauerhafte Maßnahme wirke und dem gleichen Muster folgen könnte wie im Jahr 2025.
Alvarez begründete seine Einschätzung mit Blick auf die Rückkehr zum Dreistundenformat zu Beginn dieses Jahres. Demnach habe es bei der ersten dreistündigen Ausgabe einen entsprechenden Hinweis im Programm selbst gegeben. Zwar habe er sich die genaue Formulierung nicht notiert, der Tonfall habe jedoch klar in Richtung einer jährlich wiederkehrenden, zeitlich befristeten Maßnahme gedeutet.
Als Vergleich verwies er auf das Vorjahr, als SmackDown ebenfalls ungefähr im ersten Halbjahr drei Stunden lief, bevor das Format anschließend wieder auf zwei Stunden reduziert wurde.
Darüber hinaus berichtete Alvarez, dass ihm bereits unmittelbar nach der Ankündigung im Januar 2026 ein vergleichbares Szenario in Aussicht gestellt worden sei. Aus seinem Umfeld habe er gehört, dass die Sendezeit wohl auch in diesem Jahr nach demselben Schema gehandhabt werden dürfte, also drei Stunden in der ersten Jahreshälfte und anschließend eine Rückkehr zum gewohnten Umfang.
Bekanntes Muster: Schon 2025 lief SmackDown nur halbjährlich drei Stunden
Tatsächlich wäre eine baldige Verkürzung keine Premiere, sondern die Wiederholung eines bekannten Musters. Am 3. Januar 2025 wechselte SmackDown erstmals in der über 25-jährigen Geschichte der Show zum Dreistundenformat – parallel zum Senderwechsel von Fox zurück zu USA Network.
Im selben Atemzug verließ Raw den Sender in Richtung Netflix. Bereits damals galt die zusätzliche Stunde intern als befristete Maßnahme. Mit der Ausgabe vom 4. Juli 2025 kehrte SmackDown nach exakt sechs Monaten zum klassischen Zweistundenformat zurück. Am 2. Januar 2026 begann das Spiel mit der Episode aus Buffalo, NY, von vorn.
Triple H bestätigte die Strategie selbst
WWE-Chef Paul „Triple H“ Levesque ließ keinen Zweifel an dem geplanten Wechsel. In einem Auftritt in der „Pat McAfee Show” Anfang 2025 räumte er ein, dass die zusätzliche Stunde nicht dauerhaft bestehen bleiben werde, ohne jedoch ein konkretes Enddatum zu nennen.
Hintergründe: Vertragsgefüge und Road to WrestleMania
Hinter der wiederkehrenden Verlängerung dürfte ein Mix aus vertraglichen Vereinbarungen mit USA Network und einem kalkulierten redaktionellen Plan stehen. Insbesondere im Zeitraum des Road to WrestleMania bietet die zusätzliche Stunde Raum für längere Promos, mehr Matches und ausgedehnten Storyline-Aufbau.
Kritiker bemängelten zuletzt jedoch, dass die zusätzliche Sendezeit häufig durch künstliche Streckung gefüllt werde, anstatt das Programm tatsächlich zu stärken. Eine Rückkehr zum kompakten Zweistundenformat, wie sie sich nun erneut abzeichnet, dürfte daher von Teilen des Publikums positiv aufgenommen werden.
Mehr Bühne oder zu viel Fülle? Die Debatte um das Dreistundenformat
Seit ihrer ersten Einführung wird die zusätzliche Stunde in der Wrestling-Community kontrovers diskutiert. Befürworter argumentieren, dass mehr Sendezeit gleichbedeutend mit mehr TV-Zeit für die Stars ist. Aufstrebende NXT-Call-ups, unterbeschäftigte Roster-Mitglieder, das Tag-Team-Geschehen und die Women’s-Division erhalten so deutlich mehr Aufmerksamkeit.
Auch dominante Storylines, wie sie in der Vergangenheit ganze Shows prägten – man denke an die ausgedehnten Bloodline-Promos der vergangenen Jahre, drängen in einem dreistündigen Format nicht mehr automatisch alle anderen Show-Teilnehmer an den Rand.
Kritische Stimmen warnen vor Langatmigkeit
Andererseits mehren sich die kritischen Stimmen. Beobachter wie Bully Ray bei „Busted Open Radio” halten ein dreistündiges Wrestling-Programm grundsätzlich für ermüdend – unabhängig von der jeweiligen Liga. Sein Co-Host Dave LaGreca weist darauf hin, dass die WWE im Gegensatz zu klassischen US-Sportligen wie der NFL nahezu ganzjährig produziert. Das erhöht die kreative Belastung der Writer-Teams enorm und erschwert die Konsistenz über mehrere Stunden hinweg.
Die Erfahrung mit Raw zeigt zudem, dass die Quoten in der dritten Stunde regelmäßig einbrechen, weil die Zuschauer abschalten und eher ins Bett gehen. Raw lief von 2012 bis zur Verkürzung dreistündig.
Auch das Live-Publikum verliert in der späten Phase der Show häufig sichtbar an Energie. Hinzu kommt das Risiko der Überpräsenz für gerade besonders beliebte Stars. Anstatt die Storylines zuzuspitzen, können sie in einem zu langen Format ins Stocken geraten oder durch diverse Videorückblicke und Segmente künstlich gestreckt wirken. Genau dieses Risiko bemängelten Kritiker bereits beim ersten dreistündigen Versuch im Jahr 2025, als die WWE auffällig viele kurzfristige Tag Team Matches zur Zeitfüllung ansetzte.
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