Die dritte Folge der Netflix-Dokumentarserie „Hulk Hogan: Real American“, betitelt „Hollywood Hogan“, widmet sich einem der umstrittensten Momente der Wrestling-Geschichte: dem spontanen Titelgewinn von Hulk Hogan nach dem WrestleMania-IX-Main-Event 1993. Die Dokumentation lässt beide Männer ausführlich zu Wort kommen und macht dabei deutlich, wie fundamental unterschiedlich Bret Hart und Hogan denselben Abend erlebt haben. Harts abschließendes Urteil ist dabei eines der direktesten, die er je öffentlich geäußert hat.
Ein Handschlag, der verweigert wurde
Harts Schilderung beginnt mit einem Backstage-Moment, der aus seiner Perspektive alles auf den Punkt brachte, was an diesem Abend schieflaufen sollte. Er schilderte, wie er auf Hogan zuging und die Hand ausstreckte, ohne eine Reaktion zu erhalten: „Ich erinnere mich, wie ich auf ihn zuging und sagte: ‚Hey Terry.‘ Ich stand da, streckte ihm etwa 30 Sekunden lang die Hand zum Gruß entgegen, aber er sah mich nicht einmal an. Er redete einfach weiter mit Beefcake.“
Hogan räumte ein, ohne volle Verantwortung zu übernehmen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das absichtlich getan habe. Vielleicht hatte ich einfach einen schlechten Tag. Vielleicht war ich betrunken, vielleicht war ich high. Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was ich dir sagen soll, aber es wäre nicht absichtlich gewesen.“
Für Hart war dieser Moment eine unmissverständliche Botschaft: „Ich wusste es sofort. Ich dachte mir: ‚Ich habe den Belt, ich habe das, was er will, und jetzt bin ich der Feind.'“
Hogans Einfluss auf die WWE-Führung
Hogan räumte in der Dokumentation offen ein, welchen Einfluss er damals auf kreative Entscheidungen hatte, und lieferte damit ungewollt eine Bestätigung für das, was Hart seit Jahrzehnten behauptet.
Hogan beschrieb seine damalige Beziehung zu Vince McMahon als außergewöhnlich eng und vertrauensvoll, fast symbiotisch. Diese Nähe habe ihm einen Einfluss verschafft, den kaum jemand anderes in der WWE zu jener Zeit besaß. Er habe aktiv Einfluss auf bestimmte Entscheidungen nehmen können, sowohl was das Programm als auch was einzelne Personen betraf. Damit bestätigte er im Kern genau das, was Hart immer wieder als Erklärung für die Ereignisse rund um WrestleMania IX angeführt hatte.
Das Publikum hatte sich verändert
Hart schilderte, warum der Ausgang des Abends aus seiner Sicht nicht nur persönlich, sondern auch narrativ falsch war. Das Publikum hatte sich verändert, und der plötzliche Titelwechsel zurück zu Hogan passte nicht mehr dazu: „Ich erinnere mich, dass ich an diesem Tag dachte: Was für ein Rückschritt. Es war ein ganz anderes Publikum, und sie mochten mich, nicht Hulk Hogan. Ich sagte: „Das wird nach hinten losgehen und es wird richtig schlimm werden.“
Wrestling-Autor David Shoemaker, der ebenfalls in der Dokumentation zu Wort kommt, unterstützte Harts Einschätzung des Moments und beschrieb den Vorgang als kurzfristigen Mechanismus, um den Titel zurück auf Hogan zu bringen. Hogan hingegen stellte die Entscheidung als alleinige Kreativwahl von Vince McMahon dar: „Bret ist mir direkt ins Gesicht gesprungen und hat sich total aufgeregt. Ich sagte: ‚Was ist denn mit dem los? Ich dachte, er wäre ein Teamplayer, Mann.‘ Vince hat die Entscheidung getroffen, so ist das eben.“
Das abschließende Urteil
Hart ließ in seiner Bewertung keinen Spielraum für Interpretation. Er beschrieb das Match, das Hogan inszenierte, als genau die Art von Auftritt, die Hogan sich selbst ausdenken würde, um auf Kosten anderer als Held dazustehen.
Hart schilderte, wie Hogan die Situation nach dem Main Event Match bei WrestleMania IX für sich nutzte, indem er als vermeintlicher Freund und Retter in den Ring kam und sich dabei als strahlender Held inszenierte, während Hart selbst als Verlierer dastand. Aus Harts Sicht war das kein spontaner Moment der Solidarität, sondern ein kalkulierter Auftritt, der exakt dem entsprach, wie Hogan seine eigene Rolle in solchen Situationen stets gestaltet hatte. Sein abschließendes Urteil über Hogan als Person fiel dabei vernichtend aus. Hogan sei einst jemand gewesen, dem er Respekt entgegengebracht habe, doch das Verhalten rund um WrestleMania IX habe dieses Bild für ihn endgültig zerstört.
Die Nachgeschichte: 70 Tage und ein kurzes Kapitel
Hogan hielt den WWF Championship nach WrestleMania IX lediglich 70 Tage, bevor er ihn beim King of the Ring 1993 wieder an Yokozuna verlor. Was wie ein triumphaler Moment aussehen sollte, entwickelte sich also rasch zu einer der am heftigsten kritisierten Booking-Entscheidungen der damaligen Ära. Harts Worte aus der Dokumentation geben dieser Geschichte nach mehr als drei Jahrzehnten einen neuen, abschließenden Rahmen, der durch Hogans Tod im Juli 2025 eine zusätzliche Endgültigkeit erhält.
Keine weiteren Folgen geplant
Während die dritte Episode mit Harts vernichtendem Urteil eines der inhaltlichen Highlights der Serie liefert, bleibt die Frage offen, ob weitere Kapitel aus Hogans Leben dokumentarisch aufgearbeitet werden. Regisseur Bryan Storkel stellte in einem Interview klar, dass derzeit keine zusätzlichen Folgen über die bestehenden vier Episoden hinaus geplant seien.
Storkel räumte ein, dass es rund um Hogans Karriere und Privatleben deutlich mehr Material gegeben habe, als in der finalen Fassung untergebracht werden konnte. Das Produktionsteam habe sich bewusst auf vier Teile festgelegt und daraus jene Inhalte ausgewählt, die aus seiner Sicht am wichtigsten und passendsten gewesen seien.
Über eine mögliche Fortsetzung oder ergänzende Episoden wird aktuell nicht gesprochen. Die Dokuserie beleuchtet in ihren vier Folgen Hogans Kindheit, seinen Aufstieg in der Wrestling-Welt, seine zahlreichen Kontroversen sowie seinen Tod im Juli 2025. Alle Episoden stehen inzwischen vollständig bei Netflix zum Abruf bereit.

Also einfach so in eine Unterhaltung platzen ist allerdings auch ziemlich unhöflich. Man sollte schon warten, bis das Gespräch vorbei ist, oder einer von beiden sich dir zuwendet. Wie Peinlich will Hart noch werden?
Ja schon etwas seltsam die Schilderung…
Also wenn ich mir jemandem Rede und es kommt jemand von der Seite und will meine Aufmerksamkeit, bekommt er diese von mir auch nicht bis das Gespräch beendet ist. Jedenfalls unter normalen Umständen.
Ist für mich was unhöflichkeit angeht auf einer Stufe wie das Handy nutzen während man mit jemandem Zeit verbringt. Leute die sich gegenüber im Restaurant sitzen und dann auf dem Handy rumwischen… geht gar nicht. Und in eine Konversation „eindringen“ nur um sich „Bestätigung“ zu holen (nichts andere wollte Bret da) ist ebenfall maximal unhöflich.
Wobei ich jetzt nicht so weit gehen würde und sagen würde das Hogans Nicht-Reaktion eine maßregelung in Sachen Höflichkeit war.
Doch wie Bret das schildert zeigt halt auch wie vernebelt seine Wahrnehmung ist und wie Paranoid er ist und wohl schon immer war… alle sind seine Feinde, jede negative Reaktion ist die Schuld anderer und er hat nie was falsch gemacht.
Stattdessen hätte er hier ja auch hingehen können und sagen können „Sorry, will nicht stören, wollte dir nur aus Respekt die Hand schütteln“… wäre zwar immernoch irgendwie eine Störung des Gesprächs aber immerhin schonmal mit der klaren Wahrnehmung das er weiß das er da grade eigentlich stört… er hat aber erwartet das man ihm da gefälligst die Hand geben muss. Was eine echt schräge Wahrnehmung ist in so einer Situation.
Wenn zwei Leute miteinander reden fällt er denen vermutlich auch ständig ins Wort.
Habe die Doku gesehen und wenn man jetzt mal Bret Hart durch ne andere Person austauscht, dann würden hier viele denken „Ja, typisch Hogan“.
Der Typ war außerhalb seiner Fancommunity sehr unbeliebt (vor allem bei Kollegen) und es kommt in der Doku ja sogar der Satz „Nicht schon wieder Wrestlemania IX. er will es doch nicht schon wieder machen“ Sagt sehr viel über sein Ego aus.
Und zum Handschlag. Egal, ob ich ihm Gespräch bin oder nicht. Ich nicke zumindest kurz oder gebe die Hand usw. Hart war Champion und nicht irgendwer.
Hogan sagte in der Doku mehrmals, dass er sich für den größten hielt und die Figur auf sein reales Leben überging.
Ja ihr habt ja schon Recht aber man muss Bret Hart im ganzen sehen. Das er nach so einer Karriere vor allem durch sein Karriereende verbittert ist kann man unter all den Umständen nachvollziehen. Ich meine das Ende survivor series und wcw dann Goldberg. Auch vor allem das mit Owen und all den anderen. Der hat schon viel wegzustecken. Wie man mit dem hit man umgegangen ist war nicht fair. Aber jemand der ihn gar nicht kennt und sich hier breit macht ob er unhöflich war oder gar paranoid sei was er vermutlich schon immer war ist Doppelmoral. Wrestlemania 9 Hogan hatte ein blaues Auge von Randy savage. Stimmt es wirklich? Und ja am Rande sei erwähnt das tatanka hätte da seinen IC Titel gewinnen sollen jedoch wollte sich ein Shawn Michaels sich für ihn nicht hinlegen. Darüber regt sich auch keiner mehr auf.
Für mich zeigt das ganze Drumherum um Wrestlemania 9 vor allem eins: Das Hart trotz der Steroidgeschichte gegenüber einem Big Man (in dem Fall Hogan) zurückstecken musste. Mal ein bisschen hätte wäre wenn, da ihm das selbst wohl nicht ganz bewusst ist (zumindest macht es manchmal den Eindruck); ohne diesen Skandal wäre er höchstwahrscheinlich nie über den Midcard Status hinausgekommen. Selbst in den 5 Jahren, in denen er den Main Event Status inne hatte stand er, wenn man mal genau hinschaut, eher semi im Fokus, man denke nur mal an die langen Regentschaften von Yoko und Nash die in diese Zeit fallen. Oder Luger, der als Top Face geplant war…Shawn, Sid. Oder die ganzen In your House, als er Champion war waren diese Matches auffallend selten der Main Event, wurde ähnlich stiefmütterlich behandelt wie CM Punk Anfang der 10er Jahre.
Sicher, in dieser Zeit war niemand öfter Champion, und es ist auch absolut berechtigt, dass er als das Gesicht dieser Ära angesehen wird, aber wenn man das Ganze mal genauer betrachtet, hat es doch schon viele Schatten
Stimme Mike Becker voll zu was Bret alles mitmachte schon.Doch das blaue Auge hatte Hulk bei Wrestlemania 9 weil er laut eigener Aussage kurz vor Veranstaltung einen Jetski Unfall hatte.