Hulk Hogans letzte Enthüllungen: Fentanyl, Suizidgedanken und Rassismus-Abrechnung

Hulk Hogan blickt in die Kamera

Am 22. April 2026 erschien auf Netflix die Dokumentarserie „Hulk Hogan: Real American“ – und sie enthält weit mehr als eine Wrestling-Biografie. Das letzte große Interview, das Hulk Hogan vor seinem Tod im Juli 2025 gab, ist ein schonungsloses Dokument eines Lebens voller Höhen, Abstürze und Momente, die er lange für sich behalten hatte. Regisseur Bryan Storkel spricht zudem offen darüber, wie Hogans Tod das Projekt von Grund auf veränderte.

Hogans Tod veränderte die gesamte Dokumentation

Die Dreharbeiten waren größtenteils abgeschlossen, als sich Hogans Gesundheitszustand im Sommer 2025 verschlechterte. Als er am 24. Juli 2025 starb, stand Storkel vor der Aufgabe, ein Projekt zu vollenden, das plötzlich eine ganz andere Bedeutung hatte. Was als rückblickende Dokumentation geplant war, wurde nach Hogans Tod zu einem nachdenklicheren, persönlicheren Werk: „Es traf mich hart – völlig unerwartet – und dann auch emotional. Ich war ziemlich am Boden zerstört, versuchte aber trotzdem weiter zu filmen, und dachte mir: ‚Moment mal, wie kann ich das – ich bin hier doch nur der Dokumentarfilmer. Ich sollte gar nicht so starke Gefühle haben.'“

Das Team fügte 15 Minuten neues Material hinzu, das die Ereignisse nach Hogans Tod zeigt und dem bereits gedrehten Filmmaterial eine neue Dimension verleiht. Regisseur Chris Moore sagt dazu: „Das hat das Ende definitiv verändert. Wir haben natürlich 15 Minuten mehr Material, das nach seinem Tod spielt. Wir erzählen zwar immer noch dieselbe Geschichte, aber vieles von dem, was er gesagt hat, gewinnt plötzlich an Bedeutung.“

Aussagen, die im Nachhinein anders klingen

Beim erneuten Sichten des Materials fiel Storkel auf, wie nachdenklich Hogan während der gesamten Dreharbeiten war. Bestimmte Aussagen, die damals unscheinbar wirkten, lassen sich im Rückblick kaum ignorieren: „Als ich mir das Filmmaterial noch einmal ansah – er ist in seinem Fitnessstudio und trainiert –, fing er an zu sagen: ‚Ich merke, wie ich langsam zur Ruhe komme. Ich weiß einfach nicht, wann das Nachlassen aufhören wird.‘

Und in einem Interview, als wir für den Tag fertig waren, stand er auf und sagte: ‚Mann, ich bin einfach froh, dass wir das jetzt machen. Wenn wir das erst in ein oder zwei Jahren machen würden, weiß ich nicht, ob wir es dann noch schaffen würden.'“

Storkel machte deutlich, dass er diese Aussagen damals nicht als Warnsignale wahrnahm. Hogan wirkte gesund, engagiert und erzählte seine Geschichte mit voller Überzeugung. Erst im Rückblick entfalten sie ihre eigentliche Wirkung.

Donald Trump im Weißen Haus – und das letzte Telefonat

Storkel enthüllte in einem TMZ-Interview auch, wie ein Gespräch mit Donald Trump Teil der Dokumentation wurde. Hogan hatte Trump schlicht direkt angerufen, während er mit dem Regisseur zusammensaß: „Es gibt auch ein nettes kleines Überraschungsinterview mit Donald Trump. Er (Hogan) hat mir dabei geholfen, das zu organisieren – wir (das Team) sind ins Weiße Haus gegangen und haben ihn interviewt. Als ich das erste Mal mit Hulk zusammen war, fing er an, davon zu erzählen, wie gut er sich mit dem Präsidenten versteht, und dann meinte er: ‚Lass mich ihn mal anrufen‘, und schaltete ihn auf Lautsprecher.“

Hogan konnte beim Interview selbst nicht dabei sein, da er kurz zuvor operiert werden musste. Storkel führte das Gespräch allein im Weißen Haus und telefonierte danach mit Hogan. Dieses Telefonat sollte ihr letztes sein: „Ich stehe da vor dem Weißen Haus und telefoniere mit Hulk Hogan. Er war so begeistert, dass wir das Interview bekommen hatten. Das war tatsächlich das letzte Telefonat, das ich mit ihm geführt habe – direkt vor dem Weißen Haus.“

Morddrohungen nach der Trump-Unterstützung

Hogans öffentliche Unterstützung für Donald Trump hatte nicht nur Fan-Kritik zur Folge. Seine Ehefrau Sky Daily Hogan enthüllte in der Dokumentation, dass die Situation weit darüber hinaus eskaliert war.

Sky schilderte, dass Hogan sich bei seiner politischen Positionierung bewusst dafür entschieden hatte, als Person aufzutreten und nicht als die Kunstfigur, die die Öffentlichkeit kannte. Diese Authentizität hatte ihren Preis. Die Unterstützung für Trump spaltete sein Publikum merklich, was Hogan im Vorfeld durchaus beschäftigt hatte.

Dennoch nahm er die absehbaren Konsequenzen bewusst in Kauf. Dass die Gegenreaktion letztlich in konkreten Drohungen gipfelte, sei zwar eine ernste Eskalation gewesen, habe aber aus Sky Hogans Sicht das übergeordnete Image eines patriotischen Amerikaners letztlich gestärkt.

Rassismus-Skandal: Hogan übernimmt Verantwortung

Auch dem Skandal von 2015 weicht die Dokumentation nicht aus. Die veröffentlichten Audioaufnahmen rassistischer Äußerungen kosteten Hogan damals seinen Job bei der WWE und führten zur vorübergehenden Entfernung seines Hall-of-Fame-Status. Hogan sprach das Thema direkt an: „Ich bin jemand, der sich wegen einer persönlichen Situation sehr aufgeregt hat. Ich habe ein Wort verwendet. Ja, ich bereue es, denn selbst unter diesem heftigen, wahnsinnigen Beschuss hätte ich ruhig bleiben sollen. Ich hätte den Mund halten sollen, aber was ich gesagt habe, hallt nach und hat einen Nachhall, der noch jahrelang nachwirkt.“

Lebensgefährlicher Fentanyl-Konsum bei TNA

Einer der erschütterndsten Abschnitte der Dokumentation behandelt Hogans Schmerzmittelkonsum während seiner TNA-Zeit von 2009 bis 2013. Zahlreiche Operationen an Hüfte, Knie und Rücken hatten ihn in einen Zustand gebracht, in dem er ohne massive medikamentöse Unterstützung kaum noch funktionieren konnte. Was er täglich einnahm, überstieg jede normale medizinische Dosierung bei weitem: „Ich nahm 80-Milligramm-Fentanyl-Tabletten, zwei am Morgen, und steckte sie hier unter mein Zahnfleisch … Ich hatte zwei 300-mg-Fentanyl-Pflaster an den Beinen, und sie gaben mir sechs 1500-mg-Fentanyl-Lutscher zum Essen.“

Ein Apotheker konfrontierte ihn später mit der Realität dieser Dosierungen: „Ich ging in die Apotheke, und er sagte: ‚Du solltest eigentlich tot sein. Wir haben noch nie erlebt, dass ein Mensch so viel Fentanyl genommen hat.'“

Selbst elementarste Bewegungen waren für ihn in dieser Phase schmerzhaft und kaum möglich: „Wenn ich nur meinen Finger so bewegte, bekam ich Krämpfe im ganzen Rücken und er krümmte sich. Ich musste auf einem Stuhl schlafen.“

Suizidgedanken nach der Scheidung von Linda Hogan

Im persönlichsten und schwersten Teil der Dokumentation sprach Hogan offen über den tiefsten Punkt seines Lebens. Als seine Ehe mit Linda Hogan 2009 in die Brüche ging, geriet er in eine Abwärtsspirale, aus der er beinahe nicht mehr herausgekommen wäre.

Hogan beschrieb, wie er nach der Trennung in einen Zustand geriet, in dem er keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte. Alkohol und Tabletten hätten ihn über mehrere Tage hinweg in eine immer dunklere Phase gezogen, bis er an einem Punkt angelangt war, an dem er ernsthaft daran dachte, seinem Leben ein Ende zu setzen. Dass er diese Phase überstand, sei ihm im Rückblick selbst kaum fassbar gewesen.

Hogan schilderte auch die finanziellen Folgen der Scheidung und wie TNA ihm in dieser Phase einen Ausweg bot: „Ich war am Boden zerstört. Ich habe Linda 70 % von allem gegeben, weil ich einfach nie wieder mit ihr reden wollte. Also habe ich ihr alles gegeben, um sie loszuwerden, und nach der Scheidung hatte ich kein Geld mehr. Ich war pleite, und so hat mich TNA gerettet.“

Hulk Hogan sprach in der Dokumentation über Suizidgedanken. Wer selbst in einer Krise steckt oder Unterstützung benötigt, kann die Telefonseelsorge kostenlos und anonym rund um die Uhr erreichen: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

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