WWE feiert WrestleMania 42 offiziell als eines der finanziell erfolgreichsten Events der Unternehmensgeschichte. Unabhängige Analysen zeigen jedoch, dass die Zuschauerzahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgingen. Und WWE-Legende Kevin Nash hat eine mögliche Erklärung dafür.
WWE: Rekorde in fast allen Bereichen
In einer offiziellen Pressemitteilung hob die WWE WrestleMania 42 als Meilenstein in der Unternehmensgeschichte hervor. Über beide Abende im Allegiant Stadium kamen insgesamt 106.072 Zuschauer, mit Tickets aus allen 50 US-Bundesstaaten und mehr als 69 Ländern. In mehreren wirtschaftlichen Bereichen wurden Rekord- oder nahezu Rekordwerte erzielt, darunter Ticketeinnahmen, Sponsoring, Merchandise, VIP-Erlebnisse und digitale Inhalte.
Mit 32 Marketingpartnern stellte die WWE einen neuen Sponsoring-Rekord auf. Zu den Partnern zählten unter anderem Snickers, 2K, Riyadh Season, Ram, DoorDash, Wingstop und PepsiCo. Die Samstagsshow war die meistgesehene des gesamten Jahres auf ESPN2 und die Sonntagsshow die reichweitenstärkste des Wochenendes auf ESPN. Auch das begleitende Fan-Event WWE World verzeichnete Bestwerte bei kostenpflichtigen Erlebnissen. Über alle sozialen Plattformen hinweg generierte WrestleMania 42 zudem mehr als 1,3 Milliarden Aufrufe – ein Anstieg von 18 Prozent gegenüber WrestleMania 41.
Zuschauerzahlen: Rückgang von bis zu 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr
Hinter der offiziellen Jubelmeldung verbirgt sich jedoch ein differenzierteres Bild. John Cena hatte die offiziellen Zuschauerzahlen für beide Abende bekannt gegeben: 50.816 für Nacht 1 und 55.255 für Nacht 2. Eine Analyse von Wrestlenomics zeigt, dass diese Zahlen um 17 beziehungsweise 13 Prozent unter den Vergleichswerten von WrestleMania 41 liegen.
Diese Einschätzung deckt sich weitgehend mit den Daten von WrestleTix, die für WrestleMania 42 verkaufte Ticketzahlen von 50.081 für den ersten und rund 52.000 für den zweiten Abend ausweisen. Zum Vergleich: Bei WrestleMania 41 lagen diese Werte laut WrestleTix bei 60.151 beziehungsweise 61.389. Die Las Vegas Stadium Authority gab die offiziellen Besucherzahlen für WrestleMania 41 mit 58.538 und 60.103 an, während die endgültigen Zahlen für WrestleMania 42 erst im Quartalsbericht erscheinen dürften.
Es ist dabei zu berücksichtigen, dass WrestleTix die Logenplätze nicht in seine Berechnungen einbezieht, weshalb die tatsächlichen Besucherzahlen in beiden Fällen höher liegen dürften. Zum Vergleich: WrestleMania 41 spielte an beiden Abenden zusammen 66 Millionen Dollar ein und brach damit den Rekord für Live-Eintrittsgelder im professionellen Wrestling. Ob WrestleMania 42 diesen Wert trotz geringerer Zuschauerzahlen durch höhere Ticketpreise übertreffen konnte, wird der kommende Quartalsbericht zeigen.
Kevin Nash: Kaum internationale Fans in Las Vegas
Eine mögliche Erklärung für den Besucherrückgang liefert WWE-Legende Kevin Nash, der bei WrestleCon sowie in seinem Kliq-This-Podcast auf eine auffällige Abwesenheit hinwies. Nash erklärte, dass ihm bereits am ersten Tag des WrestleMania-Wochenendes aufgefallen sei, wie wenig internationale Fans vor Ort waren. Er habe nahezu ausschließlich amerikanische Stimmen gehört und kaum die typischen Akzente aus Ländern wie Großbritannien, Irland oder Australien wahrgenommen, die bei WrestleMania-Events normalerweise omnipräsent seien.
Als mögliche Ursache nannte Nash die aktuellen Einreisebedingungen in die USA und den Umgang mit Behörden an Grenzen und Flughäfen, der viele potenzielle internationale Besucher offenbar davon abhalte, für ein Wrestling-Event anzureisen. Das internationale Ansehen der USA sei derzeit ebenfalls kein Faktor, der solche Reisen begünstige.
Spürbare Auswirkungen auf Autogrammstunden
Die Auswirkungen des ausbleibenden internationalen Publikums machten sich für Nash auch ganz praktisch bei seinen eigenen Autogrammstunden bei WrestleCon bemerkbar. Er beschrieb deutlich weniger Andrang als gewohnt und schilderte, dass er sich mehr Zeit für einzelne Fans nehmen konnte als sonst üblich, da die langen Schlangen ausblieben. Den Vergleich zu einem ähnlichen Rückgang in den Jahren nach der COVID-Pandemie zog Nash ausdrücklich selbst, auch wenn er einräumte, dass die aktuelle Situation nicht ganz so extrem sei.
Nash deutet Wechsel von WrestleCon zu WWE World an
Abseits der Zuschauerzahlen ließ Nash noch eine weitere interessante Beobachtung fallen. Er deutete an, dass er im kommenden Jahr eher an WWE World teilnehmen könnte als an WrestleCon.
Seiner Einschätzung nach versuche die WWE zunehmend, mit eigenen Fan-Angeboten Konkurrenzveranstaltungen wie WrestleCon in den Hintergrund zu drängen.
Ob WrestleMania 43 im kommenden Jahr in Saudi-Arabien ähnliche oder größere Zahlen erzielen wird, bleibt abzuwarten. Mit dem Wegfall des US-amerikanischen Heimmarkts als Standort dürfte die internationale Fan-Problematik dann eine völlig andere Dynamik annehmen.
Das Problem mit wenig Publikum aus dem Ausland, könnte sich bei der Fußball-WM wiederholen und das völlig zurecht