Booker T, X-Pac und weitere WWE-Stars berichten von Sicherheitschaos im WrestleMania-Hotel: Die Lage war schlimmer als bekannt

Booker T befindet sich in einem Hotel in Las Vegas

Die Berichte über die Sicherheitslage rund um das WWE-Hotel beim WrestleMania-42-Wochenende in Las Vegas verdichten sich zu einem einheitlichen Bild. Mehrere WWE-Superstars, Legenden und Backstage-Mitarbeiter haben sich nun öffentlich und intern zu den Zuständen geäußert, und die Kritik ist deutlich: Das MGM Grand Hotel war auf die Masse an Fans nicht vorbereitet, und die Konsequenzen für die Talente waren erheblich.

Intern kursierte nur eine Frage: „Welche Sicherheit?“

Laut Fightful Select war die Unzufriedenheit über die Sicherheitslage nahezu einhellig. Wrestler und Mitarbeiter äußerten intern Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Privatsphäre, da Autogrammjäger und Fans das ganze Wochenende über die Gemeinschaftsbereiche des Hotels überfüllten. Eine Reaktion, die sich hinter den Kulissen schnell verbreitete, brachte die Stimmung auf den Punkt: „Welche Sicherheit?“

Berichten zufolge herrschte nahezu Einigkeit darüber, dass WWE und TKO bei Großveranstaltungen wie WrestleMania für einen eigenen Sicherheitsdienst vor Ort sorgen müssen, insbesondere wenn zahlreiche Wrestler in zentralen Hotels untergebracht sind. Einige Wrestler sollen sogar in anderen Hotels übernachtet haben, nur um den Fanmassen zu entgehen, was zwar zu logistischen Problemen führte, ihnen aber mehr Privatsphäre bot.

Eine bekannte Wrestlerin benennt das strukturelle Problem

Eine namentlich nicht genannte Wrestlerin machte Berichten zufolge die besondere Herausforderung von Las Vegas als Veranstaltungsort und die fehlende Vorausplanung für die angespannte Lage verantwortlich: „Das ist Vegas, wir waren von Anfang an am A*sch. Die WWE sorgt eigentlich nie im Voraus für gute Sicherheitsvorkehrungen. Es ist, als würden sie warten, bis etwas schiefgeht, und dann Schadensbegrenzung betreiben oder mehr Sicherheitspersonal aufstellen. Wir schätzen die persönlichen Sicherheitsteams sehr, und sie haben getan, was sie konnten, aber das Hotel-Sicherheitspersonal war damit beschäftigt, sich um die Probleme zu kümmern, die man in Las Vegas ohnehin schon hat.“

Ein weiterer ehemaliger WWE-Champion brachte die Gesamtsituation mit einer knappen Bewertung auf den Punkt: „Es war schlimm.“

Booker T: Schlimmste Erfahrung in seiner gesamten WrestleMania-Geschichte

In seinem Hall of Fame Podcast fand Booker T sehr deutliche Worte für die Zustände rund um das WrestleMania-Wochenende in Las Vegas. Zwar machte er klar, dass ihm seine Fans grundsätzlich viel bedeuten, gleichzeitig stellte er aber heraus, dass die Situation diesmal aus seiner Sicht weit über das normale Maß hinausging.

Er warb um mehr Verständnis dafür, was Wrestler nach einer Show körperlich und mental leisten müssen, und betonte, dass ihnen in solchen Momenten auch Privatsphäre zustehe.

Vor allem wenn Talente nach der Veranstaltung mit ihren Partnerinnen, Kindern oder Familien unterwegs seien, müsse dieser persönliche Raum respektiert werden. Booker T machte deutlich, dass fehlender Abstand und mangelnder Respekt in solchen Situationen schnell dazu führen könnten, dass die Lage eskaliert.

Booker T im Badezimmer gefilmt

Besonders gravierend war ein Vorfall, den Booker T persönlich erlebte. Er beschrieb, wie Fans ihn nicht nur in der Lobby und vor dem Hotel bedrängten, sondern ihm sogar in private Bereiche folgten: „Man konnte nirgendwo hingehen – die sind mir sogar ins Badezimmer gefolgt. Ich erinnere mich, dass der Typ mich buchstäblich im Badezimmer gefilmt hat. Und als ich hinauskam, sagte er: ‚Hey, hey, Booker‘, und ich bin einfach weitergegangen, weil ich so wütend war.“

Er erläuterte außerdem, warum schon eine einzelne Bitte um ein Foto oder Autogramm schnell eine viel größere Dynamik auslösen kann. Wenn ein Talent einer Person diesen Wunsch erfüllt, erwarten oft auch alle anderen dieselbe Behandlung. Dadurch entstehe rasch eine Kettenreaktion, die kaum noch zu kontrollieren sei. Fehle in solchen Momenten zusätzlich der nötige Respekt und würden persönliche Grenzen ignoriert, könne das bei den Betroffenen verständlicherweise Frust auslösen.

Seinen Appell richtete er direkt an WWE und TKO: „Ich wünschte nur, wir hätten bessere Sicherheitsvorkehrungen oder so etwas gehabt, um mit dieser Situation umzugehen, denn es war wirklich, wirklich schlimm – das Schlimmste, was ich je erlebt habe.“

X-Pac: Körperlicher Übergriff und Verfolgung ins Badezimmer

Auch Sean „X-Pac“ Waltman meldete sich mit beunruhigenden Details zu Wort. Er berichtete über körperliche Übergriffe, bei denen ihm eine Kamera ins Gesicht gedrückt wurde, sowie über stalkingartiges Verhalten von Fans, die ihm ebenfalls in private Bereiche folgten.

Waltman stellte dabei klar, dass er grundsätzlich nichts dagegen habe, wenn Fans in der Öffentlichkeit Fotos machen, solange ein respektvoller Abstand eingehalten werde. Was er beim WrestleMania-Wochenende erlebt habe, habe diese Grenze jedoch deutlich überschritten.

Positiv hob er im Kontrast dazu das WrestleCon-Hotel hervor, wo sich die Fans seinem Empfinden nach erheblich respektvoller verhalten hätten. Der Vergleich macht die spezifischen Probleme des MGM Grand als Veranstaltungsort noch deutlicher.

Royce Keys weist Fan öffentlich zurück

Ein weiterer Vorfall, der in dieser Woche viral ging, betraf Royce Keys. Ein im Internet kursierendes Video zeigt, wie ein Fan Keys im Hotel wiederholt um Fotos und Autogramme bittet und ihm dabei durch den Raum folgt. Keys drehte sich schließlich um und machte in aller Klarheit deutlich, dass er nicht zur Verfügung stehe. Das Video zeigt, dass der Fan auch nach dieser deutlichen Ablehnung keine Einsicht zeigte.

Fans nutzen Kinder und Mitgefühl als Druckmittel

Ein erfahrener anonymer WWE-Champion beschrieb gegenüber Fightful Select eine Taktik, die manche Fans angeblich bewusst einsetzen, um Wrestler unter Druck zu setzen: „Viele Fans nutzen ihre Kinder aus, um uns dazu zu bringen, Autogramme zu geben. Wenn wir das nicht tun, halten sie uns ihre Handys vor die Nase und versuchen, uns ein schlechtes Gewissen einzureden.“

Ein anderer WWE-Star nahm die Situation zwar nüchterner auf, brachte dabei aber die grundlegende Spannung zwischen Fan-Erwartungen und Realität auf den Punkt: „Es ist WrestleMania, und es sind Wrestling-Fans in der Stadt. Was erwarten die Leute denn?“

Und selbst WWE-Mitarbeiter sollen Berichten zufolge mit galligem Humor auf die Situation reagiert haben: „Ich finde, wir sollten jeden Tag einem nervigen Fan einen Superkick verpassen dürfen.“

Siehe auch: Sicherheitschaos im WWE-Hotel nach WrestleMania 42: Talente bedrängt, Damian Priest greift ein, Fan verlangt Entschuldigung von CM Punk

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