ESPN-Reporter und Influencer: WWE verweigert beiden Zugang zu WrestleMania 42

Einem ESPN-Journalisten und Influencer wurde der Zutritt zu WrestleMania in Las Vegas verwehrt

WrestleMania 42 hat rund um den Samstagabend zwei Fälle hervorgebracht, die den Umgang der WWE mit Zugang und Kritik in den Fokus rücken. Ein renommierter ESPN-Journalist berichtete öffentlich, dass ihm die Presseakkreditierung ohne Begründung verweigert wurde. Parallel dazu behauptet der Influencer und Content-Wrestler GFed, trotz gültiger Eintrittskarte des Geländes verwiesen worden zu sein.

ESPN-Journalist erhält keine Akkreditierung

Andreas Hale, ESPN-Kampfsportreporter und zugleich einer der profiliertesten Wrestling-Journalisten der Plattform, gab am Samstag öffentlich bekannt, dass er WrestleMania 42 nicht wie geplant für seinen Arbeitgeber begleiten könne. Die WWE habe ihm die Presseakkreditierung verweigert und seinen Zugang blockiert. Eine Erklärung habe weder er noch ESPN erhalten: „Ich werde nicht für ESPN über WrestleMania berichten. Die WWE hat mir die Akkreditierung verweigert und mir den Zugang gesperrt. Weder mir noch ESPN wurde mitgeteilt, warum. Ihr könnt über die Gründe spekulieren, aber wenn ihr Antworten wollt, fragt die WWE. Lasst mich wissen, was sie euch sagen.“

Hintergrund: Note C und Janel-Grant-Berichterstattung

Hales Bekanntgabe kam nicht aus heiterem Himmel. Zwei Entwicklungen der vergangenen Monate könnten den Kontext bilden. Als die WWE im September 2025 ihren Fünfjahresvertrag mit ESPN Unlimited in Kraft setzte und das erste Premium Live Event unter diesem Deal, „Wrestlepalooza”, auf der Plattform ausgestrahlt wurde, bewertete Hale die Veranstaltung in seiner Rezension mit der Gesamtnote C (Schulnote 3). Er lobte dabei das Match zwischen Stephanie Vaquer und Iyo Sky, kritisierte jedoch die übrige Show deutlich – wir berichteten.

Hale verteidigte seine Einschätzung öffentlich und betonte die Notwendigkeit journalistischer Unabhängigkeit gegenüber dem Übertragungspartner. Nach einer weiteren Rezension mit der Note B (Schulnote 2) für das „Crown Jewel”-Pay-per-View-Event im Oktober verschwanden die Buchstabennoten anschließend vollständig aus Hales WWE-Reviews, während er dasselbe Bewertungssystem in seinen UFC-Rezensionen unverändert beibehielt. Im März 2026 berichtete POST Wrestling, dass ESPN diese Änderung vorgenommen habe, nachdem die WWE Einwände gegen das System geäußert hatte.

Parallel dazu hatte Hale über die Klage von Janel Grant gegen die WWE und Vince McMahon berichtet. Erstmals im Januar 2024 erschienen, folgte am 2. April 2026 ein ausführlicher Nachfolgebeitrag bei ESPN, in dem Hale darauf hinwies, dass die WWE auf seine Anfrage nach einer Stellungnahme nicht reagiert habe.

ESPN betonte redaktionelle Unabhängigkeit

Bei einer Pressekonferenz im September 2025 war ESPN Senior Vice President John Lasker gefragt worden, ob Reporter des Senders bei der Berichterstattung über die WWE ihre journalistische Unabhängigkeit behalten würden. Seine Antwort war eindeutig, ebenso wie die seines damaligen Kollegen Matt Kenny, der das Prinzip der Trennung von redaktioneller und kommerzieller Seite ausdrücklich bestätigte. Beide verwendeten dafür die Formulierung eines klaren „Ja“. Angesichts der jüngsten Entwicklungen bekommt diese Zusicherung nun einen neuen Kontext.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte die WWE auf Anfragen von POST Wrestling nicht reagiert. ESPN lehnte eine Stellungnahme ab. Hale selbst war einen Tag vor seiner Bekanntgabe noch an einem WrestleMania-Roundtable für ESPN.com beteiligt gewesen, gemeinsam mit mehreren Kollegen.

Influencer GFed trotz Ticket des Geländes verwiesen

Ebenfalls rund um WrestleMania 42 Nacht 1 sorgte ein weiterer Fall für Aufmerksamkeit. Der Influencer und Content-Wrestler GFed behauptet, trotz regulär erworbener Eintrittskarte von der WWE des Geländes verwiesen worden zu sein. Er zeichnete die gesamte Begegnung mit dem Sicherheitsdienst auf, das Video verbreitete sich anschließend rasch in sozialen Netzwerken.

Der Sicherheitsdienst stellte von Beginn an klar, dass er nicht aus eigener Initiative handelte. Die Anweisung zum Verweis stammte nicht vom Stadion selbst, sondern direkt von der WWE. Als möglichen Hintergrund nannte das Sicherheitspersonal einen Vorfall in den sozialen Medien, ohne dabei jedoch konkret zu werden. In dieser Angelegenheit hatten die Stadionmitarbeiter keinen Spielraum, da sie lediglich eine Weisung der WWE ausführten.

Keine Erklärung, kein Einspruch

GFed drängte wiederholt auf eine konkrete Begründung und verwies auf die Tatsache, dass er seinen Platz regulär erworben habe wie jeder andere Zuschauer. Eine klare Antwort erhielt er nicht: „Ihr habt also keine Ahnung, warum wir rausgeworfen werden? Ich habe mir wie jeder andere auch eine Eintrittskarte gekauft und bin wie jeder andere auf meinen Platz gegangen. Ich werde buchstäblich hinausgeworfen, nur weil ich hier bin und eine Eintrittskarte gekauft habe.“

Der Sicherheitsdienst bestätigte lediglich, dass die Entscheidung direkt von der WWE-Sicherheitsleitung getroffen worden sei und er daran gebunden sei. Weitere Handlungsspielräume hatte das Personal vor Ort nicht. Der Verweis sei die einzige Maßnahme, die ausgeführt werde, und eine Rückkehr für die zweite WrestleMania-Nacht am Sonntag halte man für unwahrscheinlich. Wer Einspruch erheben wolle, müsse sich selbst direkt an die WWE wenden, da das Stadionpersonal in dieser Angelegenheit nichts ausrichten könne.

NFL-Theorie zurückgewiesen

In den Kommentaren zum Video tauchte die Behauptung auf, ein bestehendes NFL-Verbot im Allegiant Stadium könnte der eigentliche Grund für den Verweis gewesen sein. GFed wies diese Theorie entschieden zurück. Er betonte, dass WrestleMania eine eigenständige Veranstaltung ohne Bezug zur NFL sei und er seit dem angeblichen Verbot bereits mehrere Veranstaltungen in NFL-Stadien ohne jegliche Probleme besucht habe. Er bat die Kommentatoren ausdrücklich darum, seine Beiträge zunächst vollständig zu lesen, bevor sie in den Kommentaren Vermutungen über mögliche Hintergründe anstellten.

Zwei Fälle, ein gemeinsames Muster

Die beiden Vorfälle sind in ihrer Natur verschieden. Hale ist ein akkreditierter Journalist eines der wichtigsten WWE-Übertragungspartner, GFed ein zahlender Zuschauer. Was sie verbindet, ist die Tatsache, dass die WWE in beiden Fällen ohne öffentliche Begründung gehandelt hat und auf Nachfragen bislang schweigt. Ob ein Zusammenhang zwischen Hales kritischer Berichterstattung und der Zugangsverweigerung besteht, bleibt ohne offizielle Stellungnahme Spekulation. Klar ist jedoch, dass beide Vorgänge Fragen aufwerfen, die über das WrestleMania-Wochenende hinaus relevant bleiben.

Siehe auch: WWE WrestleMania 42 Samstag – Night 1: Alle Ergebnisse & Videos aus Las Vegas, Nevada (18.04.2026)

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