Stephanie Vaquer gesteht: Nicht bei 100 Prozent vor WrestleMania

Stephanie Vaquer im Scheinwerferlicht

Stephanie Vaquer gibt wenige Tage vor WrestleMania 42 einen ungewohnt offenen Einblick in ihren aktuellen Zustand und gleich mehrere persönliche Themen. Die WWE Women’s World Champion räumt ein, nicht bei voller Kraft in die Titelverteidigung gegen Liv Morgan zu gehen, berichtet davon, wie sie ihren Signature Move beinahe aufgegeben hätte, und spricht offen über ihre Unzufriedenheit mit dem Wechsel ihres Entrance-Songs.

Nicht zu 100 Prozent fit vor dem größten Match

Im Gespräch mit Chris Van Vliet gab Vaquer einen detaillierten Einblick in ihre körperliche Verfassung kurz vor der Titelverteidigung gegen Royal-Rumble-Siegerin Liv Morgan bei WrestleMania 42. Dabei zerstreute sie einerseits Bedenken hinsichtlich einer schweren Verletzung, machte aber andererseits kein Hehl daraus, dass die Abnutzungserscheinungen von zwölf Karrierejahren sie aktuell deutlich beeinträchtigen: „Habe ich Schmerzen? Wenn du von Verletzungen sprichst, dann nein, mir geht es gut. Aber nach zwölf Jahren in meiner Karriere schmerzt mein Körper, also muss ich mich erholen. Ich habe jedoch keine Verletzungen.“

Noch konkreter wurde sie mit Blick auf WrestleMania selbst und räumte unumwunden ein, die Show nicht in Bestform zu bestreiten: „Ich bin für WrestleMania 42 nicht wirklich zu 100 % fit. Ich muss mich noch von vielen kleineren Wehwehchen in meinem Körper erholen, aber ich habe keine Verletzung.“

Knöchel und Knie erfordern mehr Zeit

Bereits Anfang des Jahres hatte Vaquer mit einer Knöchelverletzung zu kämpfen gehabt. Auch wenn diese sie aktuell nicht akut einschränkt, benötigen sowohl der Knöchel als auch ihr Knie weiterhin mehr Erholungszeit, als der dichte WWE-Zeitplan zulässt. Das Training habe sich spürbar verändert, erklärte die Chilenin: „Ich trainiere immer, aber nicht mehr so wie früher, weil ich keine Zeit habe. Manchmal bin ich so müde, manchmal muss ich mich erholen – wie bei meinem Knöchel und meinem Knie – ich brauche mehr Zeit.“

Darüber hinaus benannte Vaquer die permanenten Reiseanforderungen der WWE als einen der wesentlichen Belastungsfaktoren. Zwar gebe es eingeplante freie Tage, dennoch komme ihr Körper dabei nicht ausreichend zur Ruhe. Die Schmerzen seien zwar Teil des Berufs als Profi-Wrestlerin, trotzdem habe sie erkannt, dass sie künftig achtsamer mit sich umgehen müsse, um langfristig auf diesem Niveau bestehen zu können.

Devil’s Kiss stand kurz vor dem Aus

Im selben Interview sprach Vaquer auch über einen überraschenden Wendepunkt bei einem ihrer bekanntesten Moves. Der „Devil’s Kiss“ gehört mittlerweile fest zu ihrer Identität in der WWE und wurde nicht zuletzt durch Booker Ts lautstarke Reaktionen am Kommentatorenpult zum Fan-Liebling. Doch nach ihrem Wechsel zur WWE hatte Vaquer ernsthaft darüber nachgedacht, den Move komplett zu streichen: „Ich habe diesen Move schon lange gezeigt, noch bevor ich zur WWE gekommen bin. Früher sah er allerdings etwas anders aus. Als ich dann bei der WWE unterschrieben hatte, wollte ich ihn aus verschiedenen Gründen eigentlich nicht mehr zeigen. Ein Grund war, dass manche Leute den Move falsch verstehen oder auf andere Art interpretieren. Das mochte ich nicht.“

Erst die Überzeugungsarbeit der NXT-Trainer hielt sie davon ab, den Move endgültig aus ihrem Repertoire zu streichen. Als sie ihn während einer Trainingseinheit vorführte, reagierte ihr Trainer positiv und verwies darauf, dass die Fans den Move bereits kennen und schätzen würden. Vaquer ließ sich davon jedoch nicht sofort überzeugen. Innerlich haderte sie weiterhin mit der Art und Weise, wie manche Menschen den Move interpretierten, und empfand die Reaktionen als unangenehm. Trotz dieser Vorbehalte entschied sie sich letztlich dafür, ihn wieder einzusetzen, auch wenn ihr Unbehagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig ausgeräumt war.

Booker T als entscheidender Faktor

Den endgültigen Sinneswandel bewirkte ausgerechnet Booker T. Durch seine lautstarken und enthusiastischen Reaktionen am Kommentatorenpult veränderte der Hall of Famer die öffentliche Wahrnehmung des Moves grundlegend. Vaquer schilderte, dass Booker Ts Art, den Devil’s Kiss zu präsentieren, dafür gesorgt habe, dass die Fans den Move inzwischen feiern. Genau diese Energie habe auch bei ihr selbst einen Umschwung ausgelöst, sodass sie mittlerweile wieder eine positive Verbindung zu dem Move aufgebaut habe, die vorher verloren gegangen war.

Ehrliche Worte zum neuen Entrance Theme

Ein weiterer persönlicher Punkt betraf die Änderung ihres Entrance-Themes. Vaquer hatte bereits zuvor öffentlich gemacht, dass sie hart dafür gekämpft habe, ihren ursprünglichen Song „Bury Me“ von Chris Egert zu behalten, der eng mit ihrem Aufstieg innerhalb der WWE verbunden war.

Die emotionale Bindung an den Song ist nach wie vor spürbar. Vaquer erklärte, dass ihr der neue Entrance-Song zwar gefalle, sie ihn jedoch nicht liebe, während sie zu ihrem alten Stück eine deutlich tiefere Verbindung empfunden habe. Der Wechsel sei letztlich nicht ihre Entscheidung gewesen, sondern durch Rechtefragen und weitere Hintergründe erzwungen worden. An die Fans richtete sie die Bitte um Verständnis und äußerte die Hoffnung, dass sich der neue Song mit der Zeit etablieren werde.

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