Mike Bailey wird deutlich: Exklusivverträge schaden dem Wrestling

Mike Bailey in rot goldener Ringkleidung vor blau beleuchtetem Hintergrund

AEW-Star Mike Bailey hat sich im Zuge der aktuellen Debatte um TNAs Talent-Rückzug grundsätzlich zur Rolle von Exklusivverträgen im professionellen Wrestling geäußert. Der ehemalige AEW World Trios Champion kritisiert solche Vertragsmodelle als schädlich für die Entwicklung von Wrestlern, erkennt aber zugleich an, warum sie aus unternehmerischer Sicht notwendig sind. Damit liefert er eine differenzierte Stimme innerhalb einer Kontroverse, die zuletzt unter anderem durch Will Ospreay und Kenny Omega öffentlich befeuert wurde.

Grundsätzliche Kritik an Exklusivverträgen

In einem Interview mit Adrian Hernandez im Podcast „The Unlikely“ legte Bailey seine Haltung ausführlich dar. Für ihn sind exklusive Verträge ein grundlegendes Problem, da sie sowohl die sportliche Entwicklung als auch die Nachwuchsförderung im Wrestling hemmen. Gleichzeitig räumt er ein, dass die Promotions ohne solche Modelle kaum funktionieren könnten.

„Das ist meine Meinung zum Thema Pro-Wrestling: Exklusivverträge sind schlecht. Für die Pro-Wrestler und die Nachwuchsförderung. Ich verstehe, dass es einen Bedarf dafür gibt, für das Ökosystem und die Unternehmen. Ohne sie funktioniert es nicht, und das ist nachvollziehbar. Aber wenn jeder auf der Welt gegen absolut jeden anderen antreten könnte, unabhängig von Verträgen, welche Matches es dann wohl gäbe?“

AEW als Vorbild für internationale Zusammenarbeit

Bailey verwies auf die bestehenden Partnerschaften von AEW mit CMLL und New Japan Pro Wrestling als den aktuell besten Weg, die Grenzen zwischen den Ligen durchlässiger zu machen. Gerade diese Kooperationen öffneten das Feld dafür, die weltweit besten Wrestler ungeachtet ihrer Herkunft oder Vertragslage an die Spitze zu bringen: „Das, was dem am nächsten kommt, ist das, was AEW macht: Partnerschaften mit CMLL und New Japan Pro Wrestling eingehen und zusammenarbeiten, um die besten Wrestler aus aller Welt zu präsentieren.“

Kritik an sprachlichen Barrieren im Titelkampf

Zugleich richtete Bailey einen überraschend deutlichen Blick auf Strukturen, die er als rückständig empfindet. Er sprach sich offen gegen Barrieren aus, die bestimmte Wrestler allein aufgrund ihrer Herkunft oder Muttersprache von großen Titelprogrammen ausschließen würden. Dass das Beherrschen von Englisch als Voraussetzung für einen Titelkandidaten gelte, nannte er kontraproduktiv und absurd:

„Es ist schon seit langer Zeit ein Problem im Pro-Wrestling, dass es an Vielfalt mangelt, was die Champions aus verschiedenen Kulturen und Ethnien angeht. Ich finde es lächerlich und extrem kontraproduktiv, dass man, um als Anwärter auf einen Titel infragezukommen, Englisch sprechen muss – vor allem als Muttersprache. Ich bin froh, dass dies immer weniger eine Rolle spielt. Ich denke, das liegt an Partnerschaften wie dieser, die das Spielfeld öffnen, sodass buchstäblich jeder, der im Pro-Wrestling der Beste ist, an der Spitze antreten kann, so wie es sein sollte. Ich halte es für absolut lächerlich, hier irgendwelche Barrieren zu errichten. Was AEW gerade tut, ist genau das, was im Pro-Wrestling passieren muss. Man sieht es daran, dass andere Unternehmen nachziehen.“

Baileys eigene internationale Rolle

Bailey untermauert seine Position auch mit seiner eigenen jüngsten Vergangenheit. Gemeinsam mit Kevin Knight und Mistico gewann er bei AEW Revolution die AEW World Trios Championships und verteidigte den Titel unter anderem in CMLL-Shows in der Arena México und der Arena Coliseo in Mexiko. Das Trio zeigte damit in der Praxis, wie promotionsübergreifende Zusammenarbeit aussehen kann. Am 11. April verlor das Team die Titel bei Collision an The Dogs (David Finlay, Gabe Kidd, Clark Connors), was die nächste Phase in Baileys Karriere einleiten dürfte.

Einordnung in die TNA-Debatte

Baileys Aussagen fallen in eine Phase, in der die Diskussion um promotionsübergreifende Zusammenarbeit so intensiv geführt wird wie selten zuvor. TNA hatte unter Präsident Carlos Silva zuletzt mehrere Talente von Indie-Shows zurückgezogen, auf denen AEW-Stars gebucht waren. Als offizielle Begründung nannte die Promotion „Konflikte mit Partnern“.

Betroffen waren unter anderem das geplante Match zwischen MJF und Nic Nemeth sowie der Auftritt von Leon Slater gegen Ricochet. Baileys Beitrag ergänzt die bereits scharfen Reaktionen von Will Ospreay, Kenny Omega und MJF um eine strukturelle Perspektive und rückt die Frage in den Mittelpunkt, welche Vertragsmodelle dem Wrestling langfristig tatsächlich dienen.

Siehe auch: Will Ospreay nennt TNAs Vorgehen „feige“

AEW Dynamite Spring BreakThru Vorschau

AEW reagiert auf die Nachwirkungen von Dynasty mit einem doppelten Special. Am Mittwoch, dem 15. April 2026, kehrt das „Spring BreakThru“-Branding mit einer Live-Ausgabe von AEW Dynamite zurück, gefolgt von einer Collision-Aufzeichnung für Donnerstag. Beide Shows werden in der Angels of the Wind Arena in Everett, Washington, produziert. Für die Dynamite-Ausgabe wurden bereits drei Titelmatches angekündigt.

Angekündigte Matches für AEW Dynamite Spring BreakThru

AEW World Championship
MJF (c) vs. Darby Allin

AEW TNT Championship
Kevin Knight (c) vs. Claudio Castagnoli

AEW TBS Championship
Willow Nightingale (c) vs. Kamille

Segment
Renee Paquette interviewt Chris Jericho

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