Im Vorfeld von WrestleMania 42 hat Liv Morgan in einem Interview mit Esteban Ramirez offen über ihre Karriere, ihre Entwicklung bei WWE und ihre bevorzugte Rollenverteilung gesprochen. Die 31-Jährige erklärte, warum sie sich in ihrer aktuellen Heel-Rolle besonders wohlfühlt und weshalb dieser Abschnitt ihrer Laufbahn für sie von entscheidender Bedeutung ist. Gleichzeitig blickte sie auf ihren Werdegang zurück und ordnete das bevorstehende Titelmatch als einen der wichtigsten Momente ihrer Karriere ein.
Vom Kindheitstraum zum etablierten WWE-Topstar
Liv Morgan machte deutlich, dass ihr Weg zur WWE ursprünglich von einem ganz anderen Ziel geprägt war. Sie erklärte, dass sie sich zwar immer erhofft habe, eines Tages erfolgreich zu sein, ihr größter Wunsch jedoch zunächst darin bestand, überhaupt Teil der WWE zu werden. Als großer Wrestling-Fan in ihrer Kindheit wurde sie insbesondere von Wrestlerinnen wie Lita inspiriert.
Die Unterschrift bei WWE beschrieb sie rückblickend als die Erfüllung eines Traums, der für sie lange unerreichbar erschien. Alles, was danach folgte, bewertet sie als zusätzlichen Erfolg. Rund ein Jahrzehnt nach ihrem Einstieg zeigte sie sich stolz auf das Erreichte und betonte, dass sie noch immer regelmäßig Momente erlebe, in denen sie sich bewusst machen müsse, wie weit sie gekommen ist.
Auf die Frage, ob sie jemals mit diesem Karriereverlauf gerechnet habe, erklärte sie: „Ich hatte darauf gehofft. Ich hatte gehofft, diesen Punkt zu erreichen, aber zugegebenermaßen war es für mich schon genug, es überhaupt zur WWE zu schaffen. Einfach meinen Kindheitstraum zu verwirklichen und das durchzuziehen, das war für mich genug. All diesen Erfolg und diese Auszeichnungen ein Jahrzehnt später zu haben, darauf bin ich einfach nur stolz, und ich muss mich jeden Tag kneifen, um zu glauben, dass das wirklich wahr ist.“
Entwicklung zur Heel-Figur und prägende Storylines
In den vergangenen Jahren hat sich Liv Morgan deutlich verändert und eine neue Ausrichtung eingeschlagen. Während sie in früheren Phasen ihrer Karriere unter anderem als Teil von „The Riott Squad“ auftrat und später als beliebte Einzelwrestlerin wahrgenommen wurde, entwickelte sie sich ab 2024 zu einer deutlich manipulativeren und selbstbewussteren Heel-Persönlichkeit.
Ein zentraler Wendepunkt war ihre sogenannte „Revenge Tour“, die vor zwei Sommern begann. In dieser Storyline stellte sie Rhea Ripley in den Mittelpunkt ihrer Aktionen. Im Verlauf der Fehde griff sie Ripley so an, dass diese verletzungsbedingt den Women’s World Title abgeben musste. Morgan konnte diesen Titel anschließend gewinnen.
Darüber hinaus griff sie auch in das Umfeld ihrer Rivalin ein, indem sie Dominik Mysterio aus Ripleys Umfeld entfernte und selbst eine zentrale Rolle innerhalb von Judgment Day übernahm. Diese Entwicklungen festigten ihr aktuelles Rollenbild und unterstrichen ihre Position als dominierende Heel-Figur.
Warum sie sich als Heel wohler fühlt
Im weiteren Gesprächsverlauf erklärte Liv Morgan ausführlich, warum sie ihre aktuelle Rolle bevorzugt. Dabei stellte sie die Unterschiede zwischen einem „Babyface“ und einem „Heel“ klar heraus und betonte die Freiheiten, die ihr die Darstellung als Bösewichtin bietet.
Sie erklärte: „Ich bin gerne das böse Mädchen (lacht). Ich glaube, das wusstest du schon. Ich finde, das böse Mädchen zu sein, macht einfach so viel Spaß, ist unkompliziert und befreiend.“
Im weiteren Verlauf ging sie detailliert auf die Herausforderungen ein, die mit der Darstellung eines positiven Charakters verbunden sind: „Wenn man ein Babyface ist, muss man tapfer sein, und die Leute müssen einen mögen. Sie müssen einen respektieren, sie müssen einem die Daumen drücken wollen, und manchmal kann das sehr schwierig und anstrengend sein. Als Heel spielt das keine Rolle. Es spielt keine Rolle, ob man Mist baut, es spielt keine Rolle, ob sie einen lieben oder hassen.“
Diesbezüglich unterstrich sie, dass sie sich langfristig in dieser Rolle sieht und keinen Wechsel anstrebt: „Natürlich willst du, dass sie dich hassen, aber es ist nicht so wichtig, wie wenn du die Gute bist und eigentlich bejubelt werden solltest. Deshalb liebe ich es, das böse Mädchen zu sein. Ich liebe die Freiheit, die mir das gibt. Ich fühle mich sehr wohl dabei und bin voll in meinem Element. Ich würde für immer die Böse bleiben.“
WrestleMania 42 als Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere
Mit Blick auf WrestleMania 42 machte Liv Morgan deutlich, welche Bedeutung dieser Moment für sie hat. Sie wird dort gegen Stephanie Vaquer um die Women’s World Championship antreten und betrachtet diesen Kampf als einen entscheidenden Meilenstein:
„Ja, ich bin unglaublich stolz. Zum ersten Mal in meiner Karriere stehe ich bei WrestleMania als Headlinerin fest im Mittelpunkt und habe ein garantiertes Singles Match um die Women’s Championship. Das ist etwas ganz Besonderes für mich. Ich habe das Gefühl, dass ich die letzten elf Jahre genau auf diesen Moment hingearbeitet habe. Jetzt will ich im Ring meine Leistung zeigen, und ich bin überzeugt, dass mir das auch gelingt. Dieser Moment bedeutet mir einfach alles.“
Die Rivalität mit Rhea Ripley im Rückblick
Neben dem bevorstehenden Titelmatch blickte Liv Morgan auch auf ihre langjährige Geschichte mit Rhea Ripley zurück. Dabei beschrieb sie die Dynamik zwischen ihnen als komplex und vielschichtig, da beide im Verlauf ihrer gemeinsamen Storyline sowohl als Heldinnen als auch als Gegenspielerinnen aufgetreten sind:
„Rhea und ich haben eine lange gemeinsame Geschichte. Ich erinnere mich noch gut an unsere Zeit im Performance Center. Als ich sie damals gesehen habe, war mir sofort klar, dass sie einmal ein Star wird. Das war einfach offensichtlich. Als ich später ins Main Roster kam, habe ich ihr sogar meinen Spind überlassen. Ich habe ihr gesagt, sie kann meine Sachen nutzen, weil sie damals noch keinen eigenen hatte. Kurz darauf wurde sie selbst ins Main Roster berufen und hat große Erfolge gefeiert.“
Abschließend zu diesem Thema machte Liv Morgan deutlich, wie sie ihre gemeinsame Geschichte mit Rhea Ripley selbst einordnet. Beide seien in den Augen der jeweils anderen zugleich Heldin und Gegenspielerin. Je nach Perspektive nehmen sie eine andere Rolle ein, wodurch ihre Rivalität eine besonders persönliche und vielschichtige Dynamik erhält.
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