Jade Cargill vor WrestleMania 42: Fan-Kritik, Frust und klare Ansage

Jade Cargill zeigt den Fans ihre Muskeln

Jade Cargill hat sich in mehreren Interviews ausführlich zu ihrer aktuellen Situation in der WWE geäußert. Die amtierende WWE Women’s Champion sprach über Kritik an ihrem Stil, ihre begrenzte Matchanzahl sowie ihre Ziele mit Blick auf WrestleMania 42. Ihre Aussagen geben einen umfassenden Einblick in ihre Entwicklung, ihren Umgang mit Kritik und ihre Motivation im professionellen Wrestling.

Kritik am In-Ring-Stil und Erfahrungen mit technischem Wrestling

Während ihrer Zeit bei AEW arbeitete Jade Cargill intensiv mit Bryan Danielson zusammen und erlernte dabei zahlreiche technische Wrestling-Elemente. Sie versuchte, diese Fähigkeiten auch im Ring einzusetzen, stellte jedoch fest, dass die gewünschte Reaktion des Publikums ausblieb: „Bryan Danielson hat mir viele technische Wrestling-Griffe beigebracht, die ich ausprobiert habe. Es ist lustig, denn ich habe es ausprobiert, aber das Publikum hat nicht reagiert. Ich habe so viel gelernt. Die Fans wollen mich dabei sehen, wie ich Leute hochhebe und werfe. Sie wollen mich nicht auf dem Boden wrestlen sehen. Sie jubeln, buhen und stehen auf, wenn ich Leute zu Boden haue. Das ist es, was sie sehen wollen.“

Auch in einem weiteren Gespräch bestätigte sie diese Erfahrungen und betonte, dass sie ihre technischen Fähigkeiten bewusst nicht in den Vordergrund stellt, da die Zuschauer darauf kaum reagieren: „Er hat mir so viel über technisches Wrestling beigebracht. Und ich habe es versucht.“ Sie ergänzte: „Geht zurück und schaut euch meine alten Sachen bei meiner vorherigen Company (AEW) an. Ich habe es wirklich versucht. Doch es gab keine Reaktion von den Fans.“

Aus ihrer Sicht liegt das nicht an fehlendem Können. „Ich beherrsche den Ringkampf am Boden. Ich weiß, wie es funktioniert. Aber sie wollen es einfach nicht sehen. Wenn ich jemanden zu Boden werfe, jubeln sie, buhen sie, springen sie von ihren Sitzen auf. Kurzum: Sie reagieren genauso, wie sie sollen.“

Zusätzlich verwies sie auf die Unterstützung von Booker T. und Billy Gunn. Sie hätten ihr geraten, ihre körperlichen Vorteile stärker auszuspielen. „Ich bin 1,78 Meter groß, ich bin eine große Frau. Es gibt keinen Grund, warum ich mich mit kleinen Mädchen auf Augenhöhe messen sollte.“

Frust über wenige Matches und klare Forderungen

Neben der Kritik an ihrem Stil äußerte Cargill auch Unzufriedenheit über ihre bisherige Einsatzzeit als Champion. Seit ihrem Titelgewinn gegen Tiffany Stratton am 01. November 2025 bei WWE Saturday Night’s Main Event absolvierte sie lediglich sechs TV-Matches, die überwiegend kurz ausfielen.

Sie machte deutlich, dass sie sich mehr Einsätze wünscht und aktiv im Ring stehen möchte: „Ich möchte wrestlen. Wenn man Champion wird, will man seinen Titel so oft wie möglich verteidigen. Wir haben eine großartige Locker Room-Besetzung, aber viele sind im Tag Team Bereich eingebunden. Ich möchte Matches gegen Charlotte Flair, Alexa Bliss, Tiffany Stratton und Nia Jax. Ich möchte kämpfen. Ich liebe Wrestling, dafür bin ich hier.“

Dabei betonte sie, dass es für sie keine Rolle spiele, ob sie gegen Heels oder Faces antritt. Entscheidend sei allein die Möglichkeit, regelmäßig Matches zu bestreiten und ihren Titel zu verteidigen.

Umgang mit Kritik und klare Grenzen im Privatleben

Cargill ging ebenfalls auf Kritik an ihren Fähigkeiten ein, insbesondere auf den Spitznamen „Jadeberg“, der in Anlehnung an Goldberg entstanden ist. „Ich wurde ‚Jadeberg‘ genannt. Man sagt mir, ich kann nicht wrestlen,“ erklärte sie.

Statt sich auf negative Stimmen zu konzentrieren, verwies sie auf ihre bisherigen Erfolge: „Ich bin Champion. Ich war Champion in zwei Companies. Ich stand auf Werbetafeln. Ich verdiene viel Geld.“

Gleichzeitig zog sie eine klare Grenze, wenn es um persönliche Themen geht. „Das Einzige, worum ich bitte, ist: Redet nicht über meine Kinder.“

Diese Aussagen unterstreichen ihre Haltung, Kritik sportlich zu nehmen, aber private Bereiche konsequent zu schützen.

Persönlichkeit abseits der WWE-Rolle

Neben ihren sportlichen Themen sprach Cargill auch über ihre Persönlichkeit außerhalb der WWE. In ihrer TV-Rolle tritt sie dominant und einschüchternd auf, beschreibt sich privat jedoch deutlich anders: „Ich bin eigentlich ganz nett. Ich bin ziemlich entspannt, solange man mich nicht provoziert. Aber ich glaube, das gilt für jeden: Wenn man bestimmte Knöpfe drückt oder ständig an jemandes Tür klopft, wird er irgendwann reagieren. Aber im Großen und Ganzen bin ich wirklich ganz entspannt.“

Sie erklärte, dass viele Fans überrascht seien, wenn sie sie persönlich kennenlernen: „Wenn die Leute mich treffen, sagen sie oft: ‚Oh mein Gott, du bist so nett.‘ Ich antworte dann: ‚Ihr wisst doch, dass wir eine Rolle spielen, oder?‘ Genau wie in den Filmen, die ihr euch anschaut. Das machen wir hier. Das wisst ihr doch.“

Auch ihre abschließende Einschätzung zeigt, wie sie sich selbst sieht: „Wenn Leute mich kennenlernen, sind sie meistens ziemlich überrascht, dass ich eigentlich ganz entspannt bin. Ich bin eben entspannt.“

Sportlicher Hintergrund und Weg in den Wrestling-Ring

Vor ihrer Wrestling-Karriere war Jade Cargill im Basketball aktiv und entwickelte dort ihre Wettkampfmentalität. Während ihrer Zeit an der Jacksonville University spielte sie auf verschiedenen Positionen und passte sich taktischen Veränderungen ihres Teams an: „Hört mal, hört mal, hört mal. Ich war voll dabei. Ich war voll dabei. Ja. Also, in meinen ersten drei Jahren war ich Combo-Guard, und dann haben wir umgestellt – ich habe das schon in einem anderen Podcast erzählt, aber in meinem Abschlussjahr war ich Power Four, weil wir mit vier Spielern im Feld gespielt haben.“

Sie beschrieb ihre Leistungen selbstbewusst und verwies auf ihre Statistiken: „Double-Double pur – den ganzen Tag, jeden Tag.“

Nach ihrer College-Zeit spielte sie auch international, entschied sich jedoch aufgrund finanzieller Rahmenbedingungen gegen eine langfristige Basketballkarriere: „Ja. Ich habe dort mein Ding gemacht … aber damals, vor allem im Ausland – haben wir nicht viel Geld verdient. Also dachte ich mir: ‚Okay, ich muss etwas anderes machen.‘“

Motivation, Wrestling-Karriere und persönliche Erfahrungen

Der Wechsel ins Wrestling wurde laut Cargill vor allem durch ihre Einstellung gegenüber Herausforderungen beeinflusst: „Ich freue mich über Herausforderungen. Wenn mir Leute sagen, dass ich etwas nicht kann, liebe ich es, ihnen zu zeigen, dass sie sich geirrt haben. Ich mache das zweimal, und ich will, dass du das siehst.“

Diese Mentalität war für ihre Karrierewahl von entscheidender Bedeutung: „Wenn mir Leute sagen, ich könne dies oder jenes nicht, spornt mich das nur noch mehr an.“

Gleichzeitig machte sie deutlich, wie hart das Wrestling-Geschäft sein kann, und erinnerte an eine Verletzung im Oktober: „Ist es hart? Es ist immer noch hart. Man sieht es zwar nicht, aber Anfang Oktober hatte ich eine tiefe Platzwunde an der Stirn.“

Sie schilderte die Situation ausführlich: „Ich bin gegen die Treppe geprallt und die Wunde ist live im Fernsehen aufgegangen. Es sah wirklich schlimm aus.“

Die Schwere ihrer Verletzung wurde ihr erst später bewusst: „Es war so schlimm, dass ich drei Reihen Stiche bekam. Aber es passierte live im Fernsehen und mir wurde erst später klar, wie schlimm es wirklich war. Ich wollte gerade aufs Kommentatorenpult steigen und mir wie King Kong auf die Brust schlagen. Der Monitor war direkt auf mich gerichtet.“

Auch die Reaktion der Zuschauer blieb ihr in Erinnerung: „Die ganze Arena sah es, bevor ich es sah. Als ich nach unten schaute, sah ich eine Blutlache. Als ich in die erste Reihe schaute, wandten sich alle Frauen angewidert ab. Es war verrückt.“

Blick auf WrestleMania 42

Mit WrestleMania 42 rückt der nächste große Schritt in ihrer Karriere näher. Dort wird sich zeigen, wie ihr Stil in einem längeren Match funktioniert. Gleichzeitig bleibt ihr Ziel unverändert, mehr Matches zu bestreiten und ihre Rolle als Champion aktiv auszufüllen.

Siehe auch: Aktuelle WrestleMania 42 Matchcard