AEW World Champion MJF hat in einem Interview mit Denise Salcedo offen über den Wechsel von Wrestlern zur WWE, seine Rolle bei All Elite Wrestling und seine Zukunft in der Branche gesprochen. Dabei äußerte er deutliche Kritik an Talenten, die AEW verlassen, obwohl sie dort seiner Ansicht nach bessere finanzielle Bedingungen haben könnten. Gleichzeitig unterstrich er seine Überzeugung, dass AEW über einige der besten Wrestler der Welt verfügt, und erklärte, warum er sich selbst als zentralen Bestandteil des Erfolgs der Promotion sieht.
MJF sieht AEW als Heimat der besten Wrestler der Welt
Im Gespräch machte MJF deutlich, dass er All Elite Wrestling für die Heimat der besten Wrestler der Branche hält. Um seine Aussage zu untermauern, nannte er eine Reihe von Namen aus dem AEW-Kader, die für ihn zur absoluten Elite des professionellen Wrestlings gehören: „Ja, wir sind die besten Wrestler, und das ist einfach eine Tatsache. Ich, Swerve Strickland, Hangman Adam Page, Samoa Joe, Kenny Omega, Brody King, Bandido. Ich sag’s einfach mal, nachdem ich letzte Woche gegen ihn antreten musste – der verdammte Kevin Knight. Speedball Mike Bailey hat echt was drauf. Kyle Fletcher, Okada, Takeshita, Jon Moxley. Ich könnte so weitermachen, bis mir buchstäblich die Luft ausgeht.“
Nach dieser Aufzählung erklärte der AEW World Champion, warum sich die Umkleidekabine von AEW seiner Meinung nach von der anderer Wrestling-Unternehmen unterscheidet. Viele der Talente seien mit dem klaren Ziel aufgewachsen, professionelle Wrestler zu werden, und hätten ihre gesamte Karriere diesem Weg gewidmet: „Hier treten die Besten gegeneinander an. Wir sind echte Spitzensportler. Wir sind keine Models. Wir sind keine ehemaligen Football- oder Volleyballspieler oder was auch immer. Das ist es, was wir von Anfang an machen wollten.“
Kritik an Wrestlern, die AEW für WWE verlassen
Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews war der Trend, dass einige Wrestler AEW verlassen, um zur WWE zu wechseln. MJF machte deutlich, dass er diesen Schritt nicht nachvollziehen kann, insbesondere dann nicht, wenn die finanziellen oder beruflichen Bedingungen dort nicht besser sind: „Gott segne die Leute, die das tun, aber manche wechseln einfach zum Konkurrenten, um dort zu denselben oder schlechteren Konditionen unter Vertrag genommen zu werden und weniger Geld zu bekommen. Warum? Ich weiß es nicht.“
Für MJF spielt vor allem der finanzielle Aspekt eine zentrale Rolle. Er erklärte, dass er nicht bereit wäre, eine geringere Bezahlung zu akzeptieren, nur um einen besonderen Moment bei WrestleMania zu erleben: „Ich werde mich nicht mit einer geringeren Gage zufrieden geben, nur um einen WrestleMania-Moment zu erleben. Das ergibt für mich keinen Sinn. Mein Vermächtnis ist meine Familie. Mein Vermächtnis ist meine Frau. Mein Vermächtnis sind meine Kinder und meine Enkelkinder.“
In diesem Zusammenhang erläuterte er, dass seine Vorstellung von beruflichem Vermächtnis nicht aus Titeln oder besonderen Momenten bestehe. Für ihn bedeute Legacy vor allem, seiner Familie ein sicheres und komfortables Leben zu ermöglichen. Seine Kinder sollen jede Schule besuchen können, in Restaurants essen, Urlaub machen und hochwertige Kleidung tragen können. All das müsse durch eine Bezahlung möglich sein, die seinem Talent entspreche.
Lob für Tony Khan und Bezahlung der Wrestler
Während des Interviews ging MJF auch auf die Rolle von AEW-Präsident Tony Khan ein. Er erklärte, dass Khan die Belastungen des Wrestlings verstehe und seine Talente entsprechend entlohne. Wrestler würden ihren Körper regelmäßig großen körperlichen Strapazen aussetzen und sollten deshalb angemessen bezahlt werden: „Wir wachen jeden Morgen mit starken Schmerzen auf. Was wir tun, ist unglaublich schmerzhaft. Was wir tun, ist unglaublich hart.
Und bezüglich Tony Khan teilte MJF Folgendes mit: „Er ist fürsorglich und aufrichtig und versteht, was wir tun. Wir setzen unseren Körper aufs Spiel, damit er Geld verdienen kann. Also ist es das Mindeste, was er tun kann, uns etwas davon zurückzugeben.“
Im selben Zusammenhang bezeichnete MJF den AEW-Präsidenten zwar augenzwinkernd als „Mark“, betonte jedoch gleichzeitig, dass Khan die Schwierigkeiten des Wrestling-Alltags kenne und seine Athleten entsprechend bezahle. Es sei wichtig, Sportlerinnen und Sportler leistungsgerecht zu entlohnen, da sie ihren Körper für das Unternehmen einsetzen und einen Teil der erwirtschafteten Einnahmen zurückerhalten sollten.
MJF über seine Zukunft und seine Rolle bei AEW
Neben den Themen Geld und Konkurrenz sprach MJF auch über seine eigene Zukunft im professionellen Wrestling. Auf die Frage, ob er AEW möglicherweise nie verlassen werde, erklärte er zunächst, dass in dieser Branche nichts jemals sicher sei: „Okay. Im Wrestling kann man nie ‚nie‘ sagen – es ist schließlich Pro-Wrestling. Jemand, den ich hasse, hat einmal gesagt, er würde das niemals tun, und dann hat er es doch getan.“
MJF verweist auf Hollywood-Projekte und Karriere außerhalb des Wrestlings
Der AEW World Champion betonte außerdem, dass eine Wrestling-Promotion seiner Ansicht nach einen Star benötige, der auch über die Grenzen des Wrestlings hinaus Bekanntheit erreicht, wenn sie sich als ernsthafte Alternative etablieren möchte. In diesem Zusammenhang verwies er auf seine eigenen Aktivitäten außerhalb des Rings und hob hervor, dass er bereits an bedeutenden Filmprojekten beteiligt gewesen sei. So sei er in dem meistgestreamten Film in der Geschichte von Netflix zu sehen gewesen, während mit „Violent Night 2“ eine weitere Produktion von Universal Pictures im Dezember in die Kinos kommen solle.
Darüber hinaus deutete MJF an, dass weitere Projekte in der Filmbranche in Planung seien. Zum Abschluss des Gesprächs erklärte er, dass er seine aktuelle Entwicklung als Beleg für den Erfolg von AEW im Jahr 2026 sehe: „Und ich habe noch viele andere Projekte in Hollywood am Laufen, über die ich im Moment noch nicht sprechen kann. Es läuft also gerade großartig.“
MJF und AEW einigten sich bereits im Jahr 2024 auf einen neuen langfristigen Vertrag. Die genaue Laufzeit dieses Vertrags wurde bislang nicht öffentlich bekannt gegeben.
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