Die Sammelklage gegen WWE wegen angeblich irreführender Aussagen rund um den Zugang zu Premium Live Events über die ESPN-App hat eine neue juristische Entwicklung erreicht. Laut PWInsider wurde WWE eine Fristverlängerung zur offiziellen Beantwortung der Klage gewährt.
Die Klage wurde am 9. Januar vor dem US-Bezirksgericht in Connecticut eingereicht. Sie bezieht sich auf die Vermarktung der Premium Live Events nach deren Verlagerung auf den Streamingdienst von ESPN. WWE hat nun bis zum 13. April 2026 Zeit, um vor Gericht Stellung zu beziehen.
Kläger werfen WWE irreführende Darstellung des Event-Zugangs vor
Eingereicht wurde die Klage von Michael Diesa aus New Jersey sowie Rebecca Toback aus New York. Laut Beschwerde soll WWE bei Fans den Eindruck erweckt haben, dass Premium Events wie Wrestlepalooza über die ESPN-App verfügbar seien, sofern ein bestehendes ESPN-Abonnement über Kabel oder Live-TV-Streaming vorhanden sei.
Viele Nutzer stellten jedoch fest, dass zusätzlich zu ihrem bestehenden ESPN-Abonnement eine weitere monatliche Gebühr von 29,99 US-Dollar erforderlich war, um Zugriff auf die Events zu erhalten.
Warum ESPN und Disney nicht Teil der Klage sind
In der Klage wird ausschließlich die WWE als Beklagte genannt. ESPN und die Muttergesellschaft Disney werden hingegen bewusst nicht aufgeführt. Grund dafür sind die in Disneys Nutzungsbedingungen enthaltenen Regelungen zu Schlichtungsverfahren und Sammelklageverzicht.
Aussagen von Nick Khan im Fokus der Beschwerde
Im Zentrum der Beschwerde stehen Aussagen von WWE-Präsident Nick Khan sowie eine Pressemitteilung vom 6. August 2025. In einem Podcast erklärte Khan: „Wenn Sie [ESPN Flagship] abonnieren, erhalten Sie WrestleMania, SummerSlam, Royal Rumble und alle unsere anderen Premium-Live-Events ohne Aufpreis.“
Die Kläger vertreten die Auffassung, dass diese Aussage Abonnenten in die Irre geführt habe, da viele davon ausgingen, bereits für den Zugriff qualifiziert zu sein.
Unterschiedliche Zugangsbedingungen bei TV-Anbietern
Während ESPN inzwischen Zugangsvereinbarungen mit mehreren Anbietern wie Cox, Verizon Fios, DirecTV, Spectrum sowie Hulu + Live TV geschlossen hat, mussten Kunden anderer Anbieter während der Einführungsphase von Wrestlepalooza zwischen dem 6. August und dem 20. September zusätzliche Gebühren zahlen. Betroffen waren unter anderem Nutzer von Xfinity oder YouTube TV.
Die Klage vertritt Kunden dieser Anbietergruppe und fordert Schadenersatz in Höhe von über „fünf Millionen US-Dollar„.
WWE äußert sich bislang nicht öffentlich
Bislang hat sich die WWE weder öffentlich zu den Vorwürfen geäußert noch auf Medienanfragen reagiert. Im weiteren Verlauf des Verfahrens wird es vermutlich darum gehen, ob WWE für technische oder vertragliche Einschränkungen auf Seiten von ESPN verantwortlich gemacht werden kann und ob die öffentlichen Aussagen als irreführendes Marketing gewertet werden könnten.
Gericht lehnt Antrag von Ted DiBiase Jr. auf Fehlprozess ab
Parallel dazu gibt es auch im Bundesverfahren gegen den ehemaligen WWE-Superstar Ted DiBiase Jr. eine neue Entscheidung.
Laut PWInsider hat das Bezirksgericht der Vereinigten Staaten für den südlichen Bezirk von Mississippi den Antrag von DiBiase auf einen Fehlprozess offiziell abgelehnt. Der Antrag war gestellt worden, nachdem DiBiases Hauptanwalt Jason Scott Gilbert einen medizinischen Notfall erlitten hatte.
Gericht ordnet neuen Pflichtverteidiger an
Das Anwaltsteam argumentierte, dass Gilberts Gesundheitszustand eine Fortführung des Verfahrens unmöglich mache. Sie forderten, den Prozess erst fortzusetzen, sobald Gilbert wieder einsatzfähig sei.
Richter Carlton Reeves lehnte diesen Antrag jedoch ab. Er erklärte, dass eine Wiederaufnahme des Verfahrens aufgrund der enormen medialen Aufmerksamkeit in Mississippi „besonders schwierig“ wäre.
Das Gericht entschied stattdessen, dass umgehend ein neuer, vom Gericht zugelassener Anwalt eingesetzt wird. Die Anwaltskosten übernimmt das Gericht. DiBiase muss jedoch die Reise- und Nebenkosten dieses neuen Anwalts tragen. Sollte sich Gilbert rechtzeitig erholen, darf er seine Rolle wieder übernehmen.
Verfahren bleibt vorerst ausgesetzt
Das Verfahren, das seit Ende Januar unterbrochen ist, bleibt bis zum 22. Februar ausgesetzt. Ted DiBiase Jr. war im April 2023 im Zusammenhang mit dem 77-Millionen-Dollar-Sozialbetrugsskandal in Mississippi festgenommen worden. Gegen ihn liegen mehrere Anklagepunkte vor. Dazu zählen Verschwörung zum Betrug und Diebstahl, mehrere Betrugsvorwürfe, Diebstahl im Zusammenhang mit Bundesprogrammen sowie Geldwäsche.
Im Falle einer Verurteilung drohen DiBiase bis zu 20 Jahre Haft pro Anklagepunkt wegen Überweisungsbetrugs, bis zu 10 Jahre pro Anklagepunkt wegen Diebstahls und Geldwäsche sowie bis zu 5 Jahre Haft wegen Verschwörung.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, illegal Bundesmittel aus Sozialprogrammen erhalten zu haben, die eigentlich für einkommensschwache Einwohner von Mississippi bestimmt waren. DiBiase weist diese Vorwürfe zurück und erklärt, dass er für legitime Dienstleistungen bezahlt worden sei.
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