Der WWE Royal Rumble 2026 in Saudi-Arabien sorgte nicht nur im Ring für Aufmerksamkeit, sondern dominierte auch die Nachberichterstattung. Neben dem historischen Austragungsort rückten vor allem Produktionsentscheidungen, optische Auffälligkeiten, geheime Überraschungen und interne Bewertungen der WWE in den Fokus der Diskussionen.
Warum große Teile der Arena im TV leer wirkten
Wie bereits berichtet (siehe hier) fiel vielen Zuschauern auf, dass weite Bereiche der Arena auffallend leer wirkten. In den sozialen Medien entwickelte sich schnell die Vermutung, dass der Ticketverkauf hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei oder Probleme beim Weiterverkauf zu überhöhten Preisen viele Fans vom Besuch abgehalten hätten. Neben den bereits erwähnten Hintergründen gibt es eine weitere Ursache.
Wie Mike Johnson bei PWInsider Elite berichtete, lag die Ursache laut WWE-internen Quellen jedoch nicht nur bei der erwähnten Ursache, sondern auch bei einem gescheiterten Produktionsexperiment. In Riad wurde demnach erstmals eine spezielle LED-Beleuchtung direkt an den Sitzplätzen eingesetzt, die im Fernsehen einen deutlich leereren Eindruck vermittelte als in der Halle selbst.
Johnson zitierte dazu eine Quelle mit den Worten: „Für diejenigen, die sich über den leeren Eindruck des Royal Rumble-Events gewundert haben: Uns wurde mitgeteilt, dass die LED-Beleuchtung den Veranstaltungsort tatsächlich weniger voll erscheinen ließ, als er tatsächlich war.“
Nach Angaben von WWE-Vertretern sollen rund 25.000 Tickets für den Royal Rumble 2026 verkauft worden sein. Wäre diese Zahl korrekt, würde es sich um eine der größten internationalen Shows in der Geschichte des Unternehmens handeln. Allerdings habe die eingesetzte Technik im TV nicht wie geplant funktioniert.
Dazu hieß es weiter: „WWE-Quellen gaben an, dass sie 25.000 Tickets für die Veranstaltung verkauft hatten, aber die LED-Beleuchtung der Sitze kam in der Übertragung nicht so gut zur Geltung wie live.“
Eine weitere Quelle deutete bereits an, dass dieses Produktionselement künftig nicht erneut eingesetzt werden dürfte: „Eine Person merkte an, dass sie nicht davon ausgehen, dieses Produktionselement bei ihrer Rückkehr nach Saudi-Arabien erneut zu versuchen.“
Zuvor hatten insbesondere Fans aus Saudi-Arabien vermutet, dass leere Bereiche auf Probleme beim Ticketweiterverkauf zurückzuführen seien. Ursprünglich wurden Tickets für rund 80 Riyal angeboten, was etwa 21 US-Dollar entspricht. Auf dem Zweitmarkt sollen Preise von bis zu 1.012 Riyal, umgerechnet etwa 270 US-Dollar, verlangt worden sein.
Wer die Verantwortung für die Übertragung trug
Parallel zu den Diskussionen um die Optik der Show wurden auch Details zur personellen Besetzung im Produktionsbereich bekannt. Laut PWInsider lag die Verantwortung für die Regie des Royal Rumble 2026 in Riad bei Lee Lipschulz, dem langjährigen Regisseur von WWE SmackDown. Ihm oblag die vollständige Kontrolle über die In-Ring-Action sowie über alle Segmente vor und nach der Show.
Üblicherweise übernimmt Marty Miller die Regie bei den größten WWE-Events, darunter WrestleMania, SummerSlam und auch der Royal Rumble. Dieses Mal war Miller jedoch nicht verfügbar. Er blieb in den USA, um zeitgleich die Übertragung von TKO’s Zuffa Boxing zu leiten, die am selben Wochenende live auf Paramount+ ausgestrahlt wurde.
Miller gilt als einer der erfahrensten Produktionsleiter der WWE und ist seit 1995 für das Unternehmen tätig. Seinen ersten großen Auftrag erhielt er ausgerechnet beim Royal Rumble jenes Jahres. Seitdem prägte er über Jahrzehnte hinweg die TV-Präsentation und das Tempo der Shows.
Durch seine Abwesenheit erhielt Lipschulz die volle Verantwortung für eine Veranstaltung, die ohnehin unter genauer Beobachtung stand. Die Kombination aus ungewohnten Kameraeinstellungen, Problemen mit der LED-Beleuchtung und wahrgenommenen Unterschieden im Erzähltempo führte dazu, dass Fans mehrere Produktionsentscheidungen kritisch hinterfragten.
Wie Brie Bellas Rückkehr geheim gehalten wurde
Einer der emotionalsten Momente des Abends war die überraschende Rückkehr von Brie Bella im Women’s Royal Rumble Match. Ihr Comeback sorgte für eine der lautesten Reaktionen in der Arena und entwickelte sich schnell zu einem der meistdiskutierten Highlights der Show.
Laut PWInsider ging die WWE außergewöhnlich weit, um diese Rückkehr geheim zu halten. Brie Bella wurde demnach bis wenige Stunden vor dem Match vollständig von anderen Talenten abgeschirmt. Öffentliche Proben oder Vorbereitungen fanden nicht statt. Selbst ein Großteil des Rosters wusste bis zuletzt nichts von ihrem Auftritt.
Brie betrat das Match als Nummer 29 und wurde im Riyadh Season Stadium frenetisch gefeiert. Kurz darauf kam es zur ersten gemeinsamen Aktion mit ihrer Schwester Nikki Bella seit Jahren. Zusammen eliminierten die Bella Twins Bayley und Lyra Valkyria, bevor sie wenig später selbst aus dem Match geworfen wurden.
Nach dem Auftritt sorgten zwei Tweets von Nikki Bella für zusätzliche Aufmerksamkeit. Sie schrieb wörtlich:
„BELLA TWINS ARE BACK!!!!“ und „WE RUN IT, WE RULE IT!!“
Diese Aussagen heizten unmittelbar Spekulationen über eine mögliche vollständige Rückkehr der Bella Twins weiter an, auch wenn Liv Morgan letztlich das Women’s Royal Rumble Match gewann.
Warum Chris Jericho nicht beim Royal Rumble auftauchte
Wo es große Überraschungen gab, blieben andere erhoffte Auftritte aus. Einer der meistdiskutierten Namen im Vorfeld war Chris Jericho, der in Wettquoten und Fan-Diskussionen als möglicher Überraschungsteilnehmer gehandelt wurde.
Sean Ross Sapp stellte nach dem Royal Rumble klar, dass Chris Jericho weiterhin bei AEW unter Vertrag steht und nie Free Agent war. Gerüchte über ein Vertragsende Ende 2025 erwiesen sich als falsch. Laut Sapp ist Jerichos Vertrag nicht ausgelaufen, unabhängig davon, ob er verlängert oder anders geregelt wurde. Auch Backstage bei AEW gab es zuletzt kaum Gespräche über ihn, was bestätigt, dass Jericho weiterhin Teil des AEW-Rosters ist.
Zusätzlich ist Jericho außerhalb des Rings stark eingebunden. Er wird ab dem 15. April in der Apple-TV-Serie „Margo’s Got Money Troubles“ zu sehen sein, während seine Band Fozzy im Februar mit der „Eyes On You“-Tour startet.
AJ Styles und das mögliche Ende seiner WWE-Karriere
Auch AJ Styles stand beim Royal Rumble 2026 im Fokus zahlreicher Diskussionen. Nach seiner Niederlage gegen GUNTHER verdichteten sich die Anzeichen, dass dies das Ende seiner aktiven WWE-Karriere gewesen sein könnte. Direkt nach dem Match zog Styles zunächst seine Handschuhe aus, setzte sie später jedoch wieder auf und zeigte die „Too Sweet“-Geste.
Viele Fans interpretierten diese Szenen als Hinweis darauf, dass Styles außerhalb der WWE weiterhin in den Ring steigen könnte. Kürzlich hatte er sich zudem die Rechte an den Marken „Phenomenal AJ Styles“ und „P1“ gesichert. Laut Dave Meltzer vom Wrestling Observer dient dieser Schritt jedoch in erster Linie dazu, die Kontrolle über Auftritte, Merchandise und weitere Projekte außerhalb des WWE-Rahmens zu behalten.
PWInsider berichtete außerdem, dass AJ Styles definitiv nicht bei der folgenden Ausgabe von Monday Night RAW auftreten wird. Intern sei der Royal Rumble bereits lange als Wendepunkt in seinem letzten Vertragsjahr eingeplant gewesen. Dies könnte darauf hindeuten, dass lediglich seine WWE-Ringkarriere beendet ist, nicht jedoch seine Laufbahn insgesamt. Mehrere Promotions sollen bereits großes Interesse an dem Veteranen haben, sobald sein WWE-Vertrag ausläuft.
WWE bewertet Roman Reigns’ Rumble-Sieg höher als den von Liv Morgan
Die WWE stufte Roman Reigns’ Royal-Rumble-Sieg trotz gemischter Fanreaktionen als wichtigsten Moment des Events ein und setzte ihn auf Platz 1 der „25 besten Momente“, während Liv Morgans Sieg Rang 2 belegte. Diese Entscheidung fiel trotz einer polarisierten Resonanz im Netz: Das offizielle YouTube-Video zu Reigns’ Triumph erreichte 234.000 Aufrufe bei einem Like-Dislike-Verhältnis von 54,5 Prozent mit 10,8 Tausend Likes und 9,1 Tausend Dislikes. Für die WWE überwog dennoch die Bedeutung von Reigns’ Comeback-Sieg gegenüber Morgans lang erwartetem Durchbruch.
Die LED Lichter in den Rängen waren ein echtes Eigentor. Das sah katastrophal im TV aus und ich kann mir auch vorstellen das es in den Rängen durchaus störend ist wenn da überall so LED Lampen montiert wurden an den Plätzen. Man hat ja während des Events gemerkt das sie aktiv in die ursprüngliche Regie eingegriffen haben und haben die Lichter kaum noch genutzt, dann sahen auch dir Ränge deutlich besser besetzt an. Diese LEDs wären für den Thunderdome ne gute Lösung gewesen aber so war es komplett für die Füße. Kann mir halt auch vorstellen das sie schlicht keine Zeit hatten das zu testen angesichts der abenteuerlichen Konstruktionsgeschichte der Arena.