Der Undertaker hat sich in der aktuellen Ausgabe seines Podcasts Six Feet Under kritisch zu Wrestling-Formaten geäußert, die den Blick hinter die Kulissen des Geschäfts ermöglichen. In einem Gespräch mit Cody Rhodes machte der WWE Hall of Famer deutlich, dass er zwar die Entwicklung und den Wandel der Präsentation grundsätzlich befürwortet, für ihn persönlich jedoch eine Grenze erreicht ist, wenn zu viele interne Abläufe offen gezeigt werden.
Dabei bezog er sich auch auf die Doku-Serie „WWE: Unreal“, die sich mit dem Geschehen abseits der Kameras beschäftigt. Der Undertaker erklärte, dass er die handwerkliche Umsetzung der Serie anerkenne, jedoch grundsätzlich kein Freund davon sei, wenn der Vorhang des professionellen Wrestlings zu weit geöffnet werde. Aus seiner Sicht schade es dem Produkt, wenn zu viel darüber bekannt werde, wie Matches und Storylines entstehen. Er betonte, dass diese Haltung nichts mit einem bestimmten Zeitgeist zu tun habe, sondern unabhängig vom jeweiligen Jahr gelte.
„Ich möchte nicht zu einem Zauberer gehen und wissen, wie er alles macht“
Im Podcast erklärte der 59-Jährige ausführlich, warum ihn diese Entwicklung stört und weshalb für ihn ein gewisser Rest an Geheimnis weiterhin wichtig ist. Wörtlich erklärte der Undertaker: „Alles ist wunderbar, aus meiner Sicht und aus meiner Perspektive in diesem Geschäft gefällt mir das nicht. Alle werden sagen: ‚Oh mein Gott, das ist Old School. Er (der Undertaker) ist ein Old-School-Typ, der versucht, Kayfabe zu schützen.‘ Mir ist es aber egal, ob es 2025, 1990 oder 1984 ist. Jeder versteht, was Wrestling ist, jeder weiß es. Es wurde kein großer Schleier gelüftet. Nur möchte ich nicht zu einem Zauberer gehen und wissen, wie er alles macht.“
Deshalb ist es dem Taker wichtig, dass während eines Matches zumindest für einen Moment der Eindruck entsteht, das Geschehen sei real. Genau dieses Gefühl dürfe aus seiner Sicht nicht vollständig verloren gehen.
Wahrnehmung der Fans und der Wunsch nach echter Wirkung im Ring
Der Undertaker machte deutlich, dass er gut nachvollziehen kann, warum viele Zuschauer neugierig darauf sind, wie es hinter den Kulissen des Wrestlings abläuft. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass diese Neugier aus seiner Sicht auch die Wirkung der Matches beeinträchtigen kann. Obwohl den meisten Fans bewusst sei, wie Wrestling grundsätzlich funktioniert, gehe es ihm im Ring darum, zumindest für einen Moment den Eindruck zu erzeugen, dass das Geschehen echt wirkt und das Publikum emotional daran glaubt, was es gerade sieht.
Für ihn stehe weiterhin im Vordergrund, dass zumindest ein Teil des Publikums emotional in das Geschehen eintauchen könne. Selbst wenn viele Zuschauer die Mechanismen des Wrestlings kennen, solle der Moment im Ring noch immer so wirken, als würde dort ein echter Kampf stattfinden.
Umgang mit Kritik aus dem Internet
Der Undertaker war sich auch bewusst darüber, wie seine Aussagen in sozialen Netzwerken und Fanforen aufgenommen werden könnten. Er rechnet damit, dass viele ihn als altmodisch oder nicht mehr zeitgemäß bezeichnen werden. Gleichzeitig machte er deutlich, dass ihn diese Kritik nicht davon abhält, seine Meinung offen zu vertreten. Dazu erklärte er: „Es gibt immer Zweifel. Und ich weiß, dass die Internet-Wrestling-Community und die Kids da draußen das alles auseinandernehmen werden. Aber das ist mir eigentlich egal.“
Für ihn sei entscheidend, dass Wrestling weiterhin in der Lage bleibe, Geschichten zu erzählen, die emotional funktionieren. Aus seiner Sicht werde dieses Ziel erschwert, wenn zu viele Details über Planung, Absprachen und interne Entscheidungen öffentlich diskutiert werden.
Auch im Podcast ein innerer Konflikt
Interessant ist, dass der Undertaker einräumte, selbst während der Aufzeichnung seines eigenen Podcasts mit diesem Thema zu kämpfen. Er erklärte, dass es schwierig sei, persönliche Erfahrungen zu schildern, ohne dabei zwangsläufig einen Teil der internen Abläufe offenzulegen. Dazu sagte er: „Ich glaube, wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, über unser Geschäft zu sprechen … Es ist schwer, Geschichten zu erzählen, ohne dabei ein wenig zu übertreiben. Aber ich glaube, wir sind zu weit gegangen. Ein wenig Geheimnisvolles muss doch bleiben.“
Aus seiner Sicht gehöre ein gewisser Grad an Ungewissheit zum Wrestling dazu, selbst in einer Zeit, in der Fans über soziale Medien, Podcasts und Doku-Formate sehr viele Informationen erhalten.
Cody Rhodes über neue Formen der Täuschung
Cody Rhodes schilderte, dass es aus seiner Sicht heute vor allem darum gehe, Zuschauer auch dann noch zu überraschen, wenn sie sich der Mechanismen des Wrestlings bewusst sind. Er versuche deshalb, neue Wege zu finden, um Erwartungen gezielt zu unterlaufen und dem Publikum das Gefühl zu geben, nicht alles vorhersehen zu können, selbst wenn viele Fans glauben, bereits genau zu wissen, wie das Geschäft funktioniert. Für Rhodes liege der Reiz darin, Erwartungen bewusst zu unterlaufen und dem Publikum trotz moderner Transparenz weiterhin das Gefühl zu geben, überrascht zu werden.
„WWE: Unreal“ startete mit neuer Staffel
Die Diskussion findet vor dem Hintergrund statt, dass die Doku-Serie „WWE: Unreal“ zuletzt weiter ausgebaut wurde. Die zweite Staffel der Serie startete am 20. Januar 2026. Eine dritte Staffel wurde bereits bestätigt. In der Serie erhalten Zuschauer detaillierte Einblicke in kreative Prozesse, Storyline-Planungen und die Arbeit im Backstagebereich.
Er hat doch Recht. Muss man heutzutage immer alles bis ins kleinste auseinander nehmen? Da hätte doch eine Doku von 1-2 Folgen gereicht und man hätte genauso einen Einblick bekommen.