Seth Rollins spricht offen über Verletzung, Zweifel und Druck im Wrestling

Seth Rollins hält ein Mikrofon in der Hand

Seth Rollins befindet sich aktuell in einer der schwierigsten Phasen seiner Karriere. Seit Oktober 2025 ist der frühere World Champion außer Gefecht, nachdem er sich eine schwere Schulterverletzung zugezogen hat. Diese zwingt ihn seit WWE Crown Jewel zur Pause und wirft große Fragen im Hinblick auf seine mögliche Rückkehr bei WrestleMania 42 auf. In mehreren Gesprächen mit Men’s Health sprach Rollins offen über seinen Gesundheitszustand, die intensive Rehabilitation und den enormen Druck, dem moderne WWE-Stars ausgesetzt sind.

Verletzung, Operation und ein offener Zeitplan

Im Gespräch mit Men’s Health wurde Rollins direkt gefragt, ob er bis WrestleMania im April wieder einsatzbereit sein werde. Seine Antwort fiel bewusst zurückhaltend aus, um falsche Erwartungen zu vermeiden: „Ich weiß es nicht. Darauf habe ich noch keine Antwort. Die Zeit bis zur Schulteroperation und -rekonstruktion beträgt etwa vier bis sechs Monate. Ich habe mir im Oktober die Rotatorenmanschette verletzt. Ich bin in der Reha und hoffe, dass ich bis zur WrestleMania im April wieder fit bin, sofern es keine Rückschläge gibt.“

Rollins machte zudem deutlich, dass selbst ein positiver medizinischer Verlauf keine Garantie für eine Rückkehr darstellt, da die finale Entscheidung nicht allein bei ihm liegt: „Letztendlich ist diese Entscheidung nicht meine. Ich kann nur Tag für Tag mein Bestes geben, mich in eine gute Position bringen und auf das Beste hoffen.“

Eine Reha, die selbst frühere Verletzungen übertrifft

In der Men’s-Health-Podcastreihe Strong Talk ging Rollins noch detaillierter auf die körperlichen und mentalen Herausforderungen seiner Genesung ein. Dabei zog er einen direkten Vergleich zu seiner schweren Knieverletzung aus dem Jahr 2015, die ihn damals auf dem Höhepunkt seiner Karriere stoppte. Überraschend deutlich stellte er klar, dass die aktuelle Schulterrehabilitation für ihn belastender ist: „Als mein Chirurg dort ankam, war er ehrlich gesagt angenehm überrascht. Das Labrum sah gut aus und die Bizepssehne war in Ordnung. Also hat er nur die Rotatorenmanschette repariert. Und die Reha war furchtbar. Es war schrecklich. Ich habe mir 2015 das vordere Kreuzband, das Innenband und den Meniskus gerissen. Und ich würde sagen, das war viel schlimmer.“

Besonders die ersten Wochen nach dem Eingriff beschreibt Rollins als extrem kräftezehrend. Dauerhafte Schmerzen, fehlender Schlaf und die erzwungene Immobilisierung hätten ihn stark belastet: „Es ist sehr schmerzhaft, und das Schlafen war extrem schwierig, weil ich sechs Wochen lang ununterbrochen eine Schiene tragen musste. Deshalb musste ich aufrecht schlafen, was sehr unbequem ist. Man kann sich nicht richtig ausruhen. Jede kleine Bewegung weckt einen auf. Man kann nicht tief schlafen, daher ist die Genesung schlecht, die Stimmung schlecht und der Stress hoch. Und dann ist die Reha einfach nur schmerzhaft. Sie ist langsam und schmerzhaft.“

Skepsis der Fans und Rollins’ offene Reaktion

Rollins ging auch auf die wiederkehrenden Zweifel ein, die ihm bei Verletzungspausen entgegengebracht werden. In der Vergangenheit gab es mehrfach Storylines rund um angebliche Verletzungen, weshalb einige Fans erneut skeptisch reagierten. Der WWE-Star nahm diese Reaktionen mit gewohntem Sarkasmus auf: „Ich schätze, Sie wissen es nicht. Sie können gerne meinen Arzt anrufen. Ansonsten müssen Sie mir einfach glauben. Aber ja, das ist meine Schuld. Ich habe meine Glaubwürdigkeit in Bezug auf meine Verletzungen verspielt, bekomme aber trotzdem dasselbe Gehalt, weshalb es mir eigentlich egal ist.“

Warum der Druck im Wrestling heute größer ist denn je

Abseits seiner Verletzung sprach Rollins auch über die generellen Veränderungen im Wrestling-Geschäft. Im Vergleich zu früheren Generationen sei der Alltag heute körperlich sicherer, gleichzeitig aber mental deutlich anspruchsvoller. Er zog dabei Parallelen zu bekannten Wrestling-Filmen und erklärte, warum diese Darstellungen heute kaum noch zutreffen würden: „Wenn man heute einen Film über Wrestler drehen würde, wäre das total langweilig. Es wäre langweilig, weil all die lustigen Sachen und das Chaos irgendwie verloren gegangen sind. Alles ist sicherer und sauberer geworden, der Zeitplan ist weniger voll. Es ist alles ein bisschen mehr Showbiz und ein bisschen weniger Rodeo.“

Für Rollins ist der gestiegene Perfektionsanspruch der größte Unterschied zur Vergangenheit: „Das Einzige, was ich an einer Rückkehr in diese Zeit schätzen würde, ist, dass die Erwartungen an das, was gut ist, heute viel höher sind. Es müssen immer 100 von 100 Punkten sein. Alles muss perfekt sein.“

Eine Rückkehr mit vielen Unbekannten

Seth Rollins zeigt sich entschlossen, gleichzeitig aber realistisch. Ob er rechtzeitig für WrestleMania 42 zurückkehrt, bleibt offen. Sicher ist jedoch, dass seine aktuelle Verletzung, die intensive Rehabilitation und der enorme Leistungsdruck ein eindrucksvolles Bild davon zeichnen, welchen Belastungen WWE-Stars abseits des Rings ausgesetzt sind.

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