WWE NXT unter Druck: Überraschende Call-ups und neue Rekrutierungsstrategie sorgen für Unruhe

Mehrere WWE NXT Wrestler im Backstagebereich

Innerhalb der Entwicklungsmarke WWE NXT kam es zuletzt zu erheblichen Irritationen. Auslöser waren mehrere kurzfristige Call-ups in das Main Roster der WWE, die offenbar ohne vorherige Abstimmung erfolgten. Betroffen waren Talente, die zuvor eine zentrale Rolle in der Ausrichtung von NXT gespielt hatten und teilweise als tragende Säulen der Shows galten.

Nach Aussagen von Self Made Pro kam die Entscheidung für diese Call-ups überraschend und traf das NXT-System unvorbereitet. Hinter den Kulissen habe sich schnell Verwirrung breitgemacht, da weder kreative Übergänge noch Ersatzplanungen vorbereitet gewesen seien.

Mehrere Schlüsselpersonen plötzlich aus NXT abgezogen

Self Made Pro erklärte, dass die Veränderungen sehr tiefgreifend gewesen seien und mehrere zentrale NXT-Stars beinahe gleichzeitig aus den laufenden Shows abgezogen worden seien. Dabei nannte er unter anderem Jordynne Grace, Oba Femi, Trick Williams und Je’Von Evans als Beispiele für Talente, die kurzfristig in das Main Roster geholt wurden.

Nach seinen Angaben handelte es sich nicht um langfristig vorbereitete Beförderungen, sondern um sehr kurzfristige Entscheidungen, die selbst intern nur spät finalisiert worden seien. Besonders problematisch sei gewesen, dass es kaum Kommunikation zwischen dem Main Roster und der Entwicklungsmarke gegeben habe.

Geplatzte Doppelpläne bis WrestleMania 42

Die fehlende Abstimmung hatte direkte Auswirkungen auf laufende und langfristige Storylines. Laut Self Made ging NXT intern davon aus, dass einzelne Talente weiterhin parallel für beide Marken eingesetzt werden könnten. Besonders Oba Femi und Je’Von Evans seien bis zum WrestleMania-42-Wochenende fest für einen sogenannten doppelten Einsatz eingeplant gewesen.

Diese Annahme habe sich jedoch als falsch erwiesen. Statt eines abgestimmten Übergangs seien die Talente vollständig aus NXT abgezogen worden. Laut Self Made sei dadurch nicht nur ein organisatorisches Problem entstanden, sondern ein strukturelles Versäumnis im Entwicklungsprozess sichtbar geworden.

Fehlende Vorbereitung verschärft die Situation

Besonders kritisch sei aus Sicht von Self Made gewesen, dass keinerlei Vorbereitung für die Talente in der zweiten Reihe getroffen worden sei. Die spontane Entscheidung habe dazu geführt, dass Nachrücker nicht rechtzeitig aufgebaut werden konnten: „Das Fazit lautet: Vieles davon kam eindeutig erst spät zusammen, und es gab nicht viel Koordination von oben nach unten“, führte er weiter aus. „Die rechte Hand wusste nicht, was die linke Hand tat, in dem Sinne, dass NXT von diesen Aufstellungen irgendwie überrascht wurde.“

Er ergänzte, dass die Talente deshalb scheinbar aus dem Nichts verschwunden seien, obwohl intern weiterhin mit einem parallelen Einsatz gerechnet worden war.

Inzwischen steht NXT vor der Aufgabe, entstandene Lücken kurzfristig zu schließen, nachdem Trick Williams, Oba Femi, Jordynne Grace und Je’Von Evans nun vollständig Teil des Main Rosters sind.

Strategiewechsel bei WWE-Tryouts in Orlando

Parallel zu den internen Umstellungen bei NXT hat die WWE ihre Rekrutierungsstrategie für die aktuellen Tryouts in Orlando angepasst. Auch hierzu äußerte sich Self Made Pro ausführlich und sprach von einem grundlegenden Umdenken, insbesondere im Bereich der Mens-Division.

Self Made Pro machte deutlich, dass die WWE intern zu dem Schluss gekommen sei, dass die Entwicklung männlicher Nachwuchstalente zuletzt hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben sei. Diese Einschätzung stamme nach seinen Angaben direkt aus der Führungsebene und gehe auch auf Aussagen von Paul „Triple H“ Levesque zurück, der demnach offen darauf hingewiesen habe, dass der Performance-Center-Prozess bei Männern nicht die gleiche Erfolgsquote erreiche wie bei den Frauen.

Fokus auf kampferprobte Indie-Talente

Als Konsequenz daraus habe die WWE ihr bisheriges Entwicklungsmodell angepasst und konzentriere sich nun stärker auf Wrestler, die bereits in der Independent-Szene Erfahrung gesammelt haben. Diese Talente sollen schneller für TV-Auftritte vorbereitet werden, sodass die sonst übliche, längere Ausbildungszeit im Performance Center verkürzt wird. Nach Angaben von Self Made setze NXT deshalb gezielt auf externe Verpflichtungen, was sich auch darin zeige, dass bei den aktuellen Tryouts zahlreiche bekannte Namen aus dem Independent-Bereich vertreten sind.

Auffällig sei dabei, dass viele dieser Wrestler nicht einmal die üblichen WWE-ID-Grafiken erhalten hätten. Stattdessen würden sie direkt in den Auswahlprozess integriert: „Sie haben sie einfach direkt zum Probetraining geschickt, weil sie vorhaben, einige von ihnen unter Vertrag zu nehmen und sie innerhalb von ein oder zwei Monaten direkt ins Fernsehen zu schicken. Das ist die Absicht.“

Schneller Weg ins NXT-TV geplant

Die WWE zielt dabei bewusst auf etablierte Namen aus Promotions wie XDPW, West Coast Pro und Prestige Wrestling. Diese Talente sollen laut Self Made nach einem kurzen Regeltraining direkt bei NXT eingesetzt werden.

Mit diesem Ansatz will die WWE kurzfristig Stabilität schaffen und das NXT-Produkt mit erfahrenen Akteuren stärken, die sofort einsatzfähig sind.

1 Kommentar

  1. Das deckt sich doch sehr mit meiner Einschätzung welche ich unter den Artikel über die Übernahme von Leon Slater geschrieben habe.

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