Booker T über alte WWE-Vorwürfe: Warum Erinnerungen, Perspektiven und Verantwortung eine Rolle spielen

Der langjährige Konflikt zwischen Jim Ross und D-Von Dudley basiert auf Vorwürfen, die D-Von Dudley öffentlich thematisiert hat und die sich auf ihre gemeinsame Zeit bei WWE beziehen. Die Aussagen rückten erst Jahre später wieder stärker in den Fokus, sorgten jedoch für erneute Diskussionen über den Umgang miteinander hinter den Kulissen während dieser Phase. D-Von schilderte mehrere Situationen, in denen er sich nach eigener Darstellung rassistisch behandelt gefühlt habe und die ihn nachhaltig beschäftigt hätten.

Im Zentrum seiner Schilderungen stand dabei eine angebliche Aussage von Jim Ross gegenüber Bubba Ray Dudley. Demnach habe Ross erklärt, dass er D-Von Dudley nicht möge, weil dieser schwarz sei. Darüber hinaus berichtete D-Von von einem weiteren Vorfall im Cateringbereich, bei dem Jim Ross ihn ignoriert habe. Als D-Von Ross später direkt auf diese Situation angesprochen habe, sei es nach seiner Darstellung nicht zu einer Klärung gekommen, sondern die Lage habe sich weiter zugespitzt.

D-Von Dudley gab zudem an, dass Jim Ross bei mindestens einer dieser Begegnungen betrunken gewesen sei, was aus seiner Sicht eine Rolle für den Verlauf der Situation gespielt habe. Trotz der Schwere der Vorwürfe machte D-Von jedoch deutlich, dass er für sich persönlich einen Abschluss gefunden habe. Er erklärte, dass er Jim Ross vergeben habe. Eine Entschuldigung habe es seiner Aussage nach allerdings nie gegeben, was den Vorgang für ihn zwar nicht ungelöst, aber dennoch unausgesprochen zurücklasse.

Jim Ross weist Vorwürfe zurück

Jim Ross reagierte auf die Anschuldigungen mit einer klaren Zurückweisung. Er erklärte, dass er sich an die geschilderten Vorfälle nicht erinnern könne und bestritt ausdrücklich, rassistische Aussagen getätigt zu haben. Beide Seiten machten im weiteren Verlauf deutlich, dass sie den Konflikt beilegen möchten. Sowohl D-Von Dudley als auch Jim Ross signalisierten, dass sie die Angelegenheit als abgeschlossen betrachten.

Booker T ordnet die Situation im Hall of Fame Podcast ein

In seinem Hall of Fame Podcast griff Booker T das Thema erneut auf und sprach darüber, dass die Geschichte rund 25 Jahre später wieder öffentlich diskutiert werde. Auf die Frage, ob er sich an Jim Ross’ Stelle nach so langer Zeit noch einmal dazu äußern würde, erklärte Booker T, dass er die Situation möglicherweise anders bewerten würde, wenn er selbst betroffen wäre. Er brachte außerdem die Möglichkeit ins Spiel, dass Jim Ross sich aus bestimmten Gründen nicht an die Aussagen erinnern könne: „Ich möchte JR nicht in die Pfanne hauen oder so, aber früher hat JR ein bisschen getrunken. Vielleicht hat er vergessen, dass er das gesagt hat. Vielleicht hat er es als Scherz gemeint.“

Booker T verwies darauf, dass D-Von Dudley erklärt habe, Jim Ross habe bestimmte Aussagen getätigt, diese jedoch von Ross bestritten würden. Anschließend weitete Booker T seine Einschätzung auf das größere Bild aus und sprach über eigene Erfahrungen im Wrestling-Geschäft: „Der Grund, warum ich das sage, ist, dass auch ich rassistische Erfahrungen mit bestimmten Personen gemacht habe, die sehr bekannt sind. Über sie könnte ich sprechen, und die Leute könnten diese Person fokussieren, obwohl sie heute eine ganz andere ist.“

Persönliche Erfahrungen und differenzierte Sichtweise

Booker T erklärte weiter, dass es Situationen gebe, die man ruhen lassen könne, während andere Erfahrungen nicht einfach verdrängt werden könnten. Gleichzeitig betonte er erneut, dass es möglich sei, dass Jim Ross sich ehrlich nicht an die angeblichen Aussagen erinnere: „Vielleicht erinnert er sich wirklich nicht daran. Komm schon, ich meine es ernst, auch wenn ich lache. Ich sage das nur, weil ich während meiner gesamten Wrestling-Karriere seit der WWE mit JR zu tun hatte. JR hat mich bei der WWE unter Vertrag genommen. JR hat mir sehr dabei geholfen, und ich sage das jetzt nicht, um JR zu retten, aber ich habe viele Erfahrungen gemacht, die für Menschen mit anderer Hautfarbe in diesem Geschäft ganz anders sind.“

Booker T. fügte hinzu, dass sein Werdegang im Pro-Wrestling nicht ohne Widerstände verlaufen sei und es Momente gegeben habe, in denen er bereit gewesen sei, für seine Überzeugungen seinen Job zu riskieren. Gleichzeitig stellte er klar, dass er persönlich nie rassistische Erfahrungen mit Jim Ross gemacht habe.