Die Rückkehr von Matt Cardona zur WWE in der SmackDown-Ausgabe vom 2. Januar 2026 sorgte nicht nur im WWE-Umfeld, sondern auch in der Independent-Szene für große Aufmerksamkeit. Cardona hatte sich nach seinem WWE-Abgang als Zack Ryder ab dem Jahr 2020 einen neuen Namen aufgebaut und galt über Jahre hinweg als einer der gefragtesten und bestbezahlten Wrestler außerhalb der großen TV-Promotions.
Im Wrestling Observer Newsletter veröffentlichte Dave Meltzer neue Details zu Cardonas Buchungspreis vor seiner Vertragsverlängerung mit der WWE. Meltzer zufolge habe ihm ein unabhängiger Promoter berichtet, dass Cardonas Preisvorstellung deutlich über dem üblichen Indie-Niveau gelegen habe: „Ein unabhängiger Promoter sagte mir, sein Preis liege bei 10.000 Dollar pro Match“, schrieb Meltzer. „Cardona galt als der bestbezahlte Vollzeit-Wrestler unter den unabhängigen Wrestlern.“
Zuvor war von einer üblichen Forderung in Höhe von rund 5.000 Dollar pro Auftritt die Rede gewesen, was Cardona bereits in den exklusiven Kreis der Topverdiener der Independent-Szene brachte. Für einen Wrestler, der nahezu jedes Wochenende im Einsatz war, stellte diese Summe einen außergewöhnlichen Marktwert dar. Meltzer verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Cardona selbst mehrfach betont habe, in seiner Zeit als „The Indy God“ mehr verdient zu haben als während seiner früheren WWE-Jahre.
Warum sich Matt Cardona erneut für die WWE entschied
Neben dem finanziellen Aspekt spielten laut Meltzer weitere Faktoren eine zentrale Rolle bei Cardonas Rückkehr zur WWE. Dazu zählte insbesondere die deutlich verbesserte wirtschaftliche Situation des Unternehmens seit der Gründung von AEW sowie die Absicherung der Talente im Verletzungsfall. Auch persönliche Gründe flossen in die Entscheidung ein: „Außerdem gibt es bei der WWE jetzt viel mehr Geld als vor der Gründung von AEW“, erklärte Meltzer. „Sie kümmern sich auch intensiver um Verletzungen. Er war seit seiner Kindheit ein Fan der WWE, und seine Frau Chelsea Green ist bei SmackDown tätig. Er hat schon lange klargemacht, dass es sein Ziel ist, zur WWE zurückzukehren.“
Im Zuge seines neuen WWE-Vertrags sagte Cardona mehrere Independent-Termine ab, darunter geplante Auftritte bei GCW sowie bei Orange Crushs Superpower Slam am 1. Februar. In einem Interview erklärte er offen, weshalb eine Fortsetzung seiner Indie-Karriere mit seinen WWE-Verpflichtungen nicht vereinbar gewesen sei: „Wenn ich alle Indie-Termine wahrnehmen würde, zu denen ich mich verpflichtet habe, könnte ich nicht bei der WWE sein. So einfach ist das“, erklärte Cardona. „Ich bin buchstäblich jedes Wochenende bis zum Sommer ausgebucht. Das macht einfach keinen Sinn.“
Mit seiner Rückkehr zur WWE beendete Cardona damit bewusst eine Phase, in der er sich zu einem der wertvollsten Namen des Independent-Wrestlings entwickelt hatte.
WWE-interne Wahrnehmung von Matt Cardona trotz Indie-Erfolg
Trotz seines starken Comebacks und seines gestiegenen Marktwerts deuteten aktuelle Aussagen von Dave Meltzer darauf hin, dass Cardona innerhalb der WWE möglicherweise nicht als langfristiger Main Event-Star eingeplant ist. In einer aktuellen Ausgabe des Wrestling Observer Radio sprach Meltzer über die mögliche interne Sichtweise auf Cardona und äußerte dabei auch seine persönliche Einschätzung: „Ich sehe Matt Cardona nur als einen weiteren (Midcard-)Wrestler im Roster. Und ehrlich gesagt glaube ich, dass er damit auch zufrieden ist. Ich glaube auch, dass er weiß, dass es so ist. Er ist in einer noch besseren Position als zu seiner Zack-Ryder-Zeit, einfach weil er sich außerhalb der WWE einen Namen gemacht hat.“
Demnach profitiert Cardona zwar von seinem neu aufgebauten Ruf, werde aber dennoch nicht zwingend als zentrale Säule für die langfristige Main Event-Planung betrachtet.
Vergleich mit Ethan Page und mögliche Grenzen im Main Roster
Im selben Zusammenhang ging Meltzer auch auf Ethan Page ein, der seit seiner Ankunft bei WWE NXT durch konstante Leistungen und starke Promos überzeugt. Trotz dieser positiven Entwicklung zeigte sich Meltzer skeptisch, was Pages mögliche Perspektive im Main Roster betrifft: „Ich denke dasselbe über Ethan Page. So großartig er auch bei NXT präsentiert wird … Wenn sie ihn tatsächlich ins Main Roster hochbringen würden, weiß ich nicht, wie weit sie mit ihm gehen würden. Ich glaube, sie sehen ihn als Mittel zum Zweck. Sie halten ihn wahrscheinlich für einen Typen, der bei NXT und AAA ganz oben mitspielen kann. Aber ich weiß nicht, ob sie das auch so sehen, wenn er im Main Roster wäre.“
Meltzer betonte damit, dass sowohl Cardona als auch Page innerhalb der WWE als wertvolle Performer gelten könnten, ohne zwingend für die oberste Ebene der Card angesetzt zu sein. Einen möglichen Durchbruch schloss er zwar nicht vollständig aus, verwies jedoch darauf, dass ein außergewöhnliches Storyline-Szenario nötig wäre.