Seth Rollins: Vertragslaufzeit, Verletzung und ein früher Wendepunkt seiner WWE-Karriere

Seth Rollins steht lächelnd im Ring und hält eine Rede

Seth Rollins befindet sich aktuell in einer Phase, in der sportliche Erfolge, körperliche Rückschläge und langfristige Weichenstellungen eng miteinander verknüpft sind. Während der frühere World Champion verletzungsbedingt pausiert und nach einer Operation an der Rotatorenmanschette an seinem Comeback arbeitet, richtet sich der Blick vieler Fans verstärkt auf seine Zukunft bei WWE.

Inmitten dieser Situation hat Rollins nun selbst für Klarheit gesorgt und öffentlich über seinen Vertragsstatus gesprochen. In einem Gespräch im Podcast Mohr Stories wurde er von Moderator Jay Mohr direkt darauf angesprochen, wie lange sein aktueller WWE-Vertrag noch läuft. Rollins reagierte ohne Umschweife, ruhig und bestimmt, und machte seine langfristige Bindung an das Unternehmen mit einer kurzen Antwort deutlich: „Drei Jahre.“

Bereits im Mai 2024 berichtete Fightful Select, dass Rollins einen neuen, lukrativen Mehrjahresvertrag unterschrieben habe. Im Podcast präzisierte Rollins jetzt selbst die Struktur dieser Vereinbarung. Er erklärte, dass es sich um einen einheitlichen Vertrag mit festem Jahresgehalt handle und keine gesonderten Bonuszahlungen für Großveranstaltungen enthalten seien. Über seine aktuelle Situation bei WWE äußerte er sich zufrieden, bevor das Gespräch zu anderen Themen überging.

Rollins steht seit August 2010 bei WWE unter Vertrag, nachdem er zunächst einen Developmental Deal unterzeichnet hatte. In den folgenden Jahren entwickelte er sich zu einem der prägendsten Stars seiner Generation und gewann im Laufe seiner Karriere mehrfach World Championships.

Verletzungspause nach WWE Crown Jewel

Derzeit ist Rollins verletzungsbedingt nicht im WWE-TV zu sehen. Er zog sich bei WWE Crown Jewel eine Verletzung an der Rotatorenmanschette zu, die eine Operation erforderlich machte. Ein konkreter Zeitpunkt für seine Rückkehr in den Ring steht aktuell noch nicht fest. Auch seitens der WWE gibt es bislang keine offizielle Prognose.

Beinahe-Aus in den Anfangsjahren

Im selben Podcast sprach Rollins offen über eine schwierige Phase zu Beginn seiner WWE-Karriere, in der er nach eigenen Worten kurz davorstand, entlassen zu werden. Trotz seiner Leistungen im Ring habe er damals unterschätzt, wie entscheidend das Auftreten hinter den Kulissen sei.

Rollins beschrieb den Kulturschock nach seinem Wechsel aus der Independent-Szene und erklärte: „Die WWE ist etwas ganz anderes. Man muss hinter den Kulissen genauso hart arbeiten wie im Ring.“

Er räumte ein, dass er gegenüber Trainern und Produzenten oft trotzig und konfrontativ auftrat. Dieses Verhalten habe intern für Unmut gesorgt und schließlich zu einer klaren Warnung geführt. Diese kam von Triple H, der Rollins unmissverständlich klarmachte: „Es ist mir egal, wie gut du bist. Noch ein Vorfall, und du bist weg!“

Rollins erklärte, dass er in diesem Moment ernsthaft darüber nachgedacht habe, seine WWE-Karriere zu beenden.

Der prägende Rat von Joey Mercury

Einen entscheidenden Wendepunkt stellte ein Gespräch mit dem ehemaligen WWE-Wrestler Joey Mercury dar. Mercury nahm Rollins beiseite und gab ihm einen Rat, der seine Sichtweise nachhaltig veränderte: „Wenn du in den Ring gehst, bist du nicht einfach du selbst, sondern schlüpfst in eine Rolle. Genau das gilt auch für den Umgang mit den Menschen hier. Auch dort spielst du eine Rolle. Erst zu Hause, bei deiner Freundin und deinem Hund, bist du wirklich du selbst. Im Job spielst du immer eine Rolle.“

Rollins gab zu, dass sich diese Erkenntnis zunächst falsch anfühlte. Rückblickend beschrieb er diesen inneren Konflikt so: „Ich hatte das Gefühl, mein wahres Ich zu verraten.“

Doch Mercury habe es anders eingeordnet und ihm klargemacht, dass es sich nicht um Selbstverleugnung handle, sondern um das Verständnis eines professionellen Umfelds: „Es ist nur eine Rolle. Man spielt immer ein Spiel.“

Vom schwierigen Talent zur Führungsfigur

Nachdem Rollins diese Denkweise akzeptiert hatte, änderte sich sein Standing innerhalb der WWE nachhaltig. Heute gilt er als feste Führungsfigur im Locker Room und als einer der verlässlichsten Leistungsträger des Unternehmens. Seine Karriere zeigt, dass sein Aufstieg nicht nur von Erfolgen im Ring, sondern auch von Lernprozessen abseits der Kameras geprägt war.