Tony Khan spricht auf der AEW World’s End 2025 Medienkonferenz über Turnierplanung, AEW Stars und Feiertage

Tony Khan sitzt vor einem AEW Mikrofon

Seit drei Jahren bildet das AEW Continental Classic Tournament den sportlichen Höhepunkt der letzten Wochen des Wrestling-Jahres. Das Turnier findet traditionell im November und Dezember statt und mündet beim AEW Worlds End Pay per View, der zugleich den Jahresabschluss von All Elite Wrestling markiert. Diese zeitliche Einordnung fällt bewusst in die Weihnachtszeit, eine Phase, in der AEW vermehrt auf aufgezeichnete Episoden von Dynamite und Collision zurückgreift.

Auf der Medienkonferenz zu „AEW Worlds End 2025” sprach Jason Powell von Pro Wrestling Tony Khan an und fragte ihn, ob intern jemals darüber nachgedacht wurde, das Turnier zeitlich zu verlegen. Hintergrund der Frage war die Annahme, dass Live-Shows außerhalb der Feiertage möglicherweise mehr Zuschauer erreichen und weniger Aufzeichnungen erforderlich wären.

Khan stellte klar, dass er die Platzierung des Turniers bewusst gewählt habe. Er betonte, dass es gerade während der Feiertage wertvoll sei, ein starkes Wrestling-Produkt anzubieten. Auch wenn diese Zeit logistisch herausfordernd sei und Familien andere Prioritäten hätten, verleihe genau das den Shows eine besondere Anziehungskraft. Für ihn gehöre professionelles Wrestling traditionell zur Weihnachtszeit, und genau dieses Gefühl wolle er mit dem Continental Classic transportieren.

Er erklärte weiter, dass sein Ziel sei, AEW-Shows in dieser Phase zu sogenannten Pflichtterminen zu machen. Wrestling solle etwas sein, das Fans gemeinsam mit Familie und Freunden verfolgen könnten. Statt die Herausforderungen dieser Jahreszeit zu beklagen, versuche man bewusst, die Situation positiv zu nutzen und ein hochwertiges Alternativangebot zum üblichen Feiertagsprogramm zu schaffen.

Offenheit für ein Womens Turnier, aber ohne festen Zeitplan

Im Zuge der Diskussion wurde Tony Khan auch auf die Möglichkeit einer Womens-Variante des Continental Classic angesprochen. Konkret ging es um die Idee, ein solches Turnier zu einer anderen Jahreszeit zu veranstalten, um die Belastung rund um die Feiertage zu entzerren und zusätzliche Zuschauerpotenziale zu nutzen.

Khan bezeichnete diesen Ansatz als interessant und zeigte sich grundsätzlich offen für neue Modelle. Gleichzeitig stellte er klar, dass er mit der aktuellen Struktur des Mensturniers sehr zufrieden sei. Die Continental Classic passe aus seiner Sicht hervorragend in den Winterkalender von AEW und liefere gerade in dieser Phase besonders ansprechende Inhalte.

Er unterstrich erneut seine persönliche Verbindung zwischen Wrestling und den Feiertagen und machte deutlich, dass diese emotionale Komponente eine wichtige Rolle in seinen Überlegungen spiele. Konkrete Pläne für ein separates Womens-Turnier existieren derzeit nicht, doch Khans Aussagen lassen erkennen, dass die Idee nicht vom Tisch ist und zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgegriffen werden könnte.

Der langfristige Bookingansatz hinter dem Continental Classic

Ein weiterer Schwerpunkt der Medienrunde lag auf Khans Booking-Philosophie rund um das Turnier. Mike Johnson von PWInsider wollte wissen, ob Khan mit dem Finale beginne und anschließend rückwärts plane oder ob sich der Verlauf organisch entwickle, insbesondere unter dem Einfluss von Verletzungen.

Khan erläuterte, dass das Continental Classic für ihn eine ideale Möglichkeit darstelle, das Wrestling-Jahr abzuschließen. Bereits im Sommer beginne er mit ersten Überlegungen und plane grobe Richtungen für große Matches und mögliche Rivalitäten. Diese Überlegungen würden häufig im Umfeld von AEW Full Gear konkretisiert, wohl wissend, dass Verletzungen jederzeit Anpassungen erzwingen könnten.

Er erinnerte daran, dass er beim ersten Turnier eng mit Bryan Danielson zusammengearbeitet habe. Inzwischen entwickelt er das Konzept meist allein, umgeben von Notizen und Ideen. Mit zunehmender Erfahrung habe er das Format verfeinert und strukturelle Anpassungen vorgenommen. Beispiele dafür seien personelle Umstellungen durch Verletzungen wie im Fall von Juice Robinson im Vorjahr oder die diesjährigen Änderungen an der Halbfinalstruktur. Auch die Ausfälle von Darby Allin hätten erneut zu umfangreichen Anpassungen geführt.

Khan betonte, dass genau diese Dynamik Teil des Reizes sei und das Turnier durch seine Platzierung in der Weihnachtszeit nicht nur sportlich, sondern auch strategisch zusätzlichen Wert für AEW habe.

Lob für mehrere AEW‑Stars

Im Verlauf des weiteren Gesprächs äußerte er sich unter anderem respektvoll über Andrade und machte deutlich, dass bei AEW weiterhin Wert auf gegenseitigen Respekt gelegt werde. Auch Toni Storm und Kris Statlander wurden von Khan ausdrücklich gelobt, wobei er Statlanders athletische Entwicklung hervorhob und seine Vorfreude auf ihr Titelmatch bei Worlds End betonte.

Zur Rückkehr von MJF erklärte Khan, dass dieser zu den besten Wrestlern und Rednern der Branche zähle. Er nutzte die Gelegenheit, um das anstehende AEW World Championship Match bei Worlds End hervorzuheben, an dem unter anderem Samoa Joe, MJF, Swerve Strickland und „Hangman“ Adam Page beteiligt sind.

Wie es beinahe zur ersten AEW Dynamite im Madison Square Garden gekommen wäre

Ein weiterer zentraler Punkt der Medienrunde betraf die frühen Gespräche zwischen AEW und dem Madison Square Garden. Bereits beim Dynamite-Taping „Dynamite on 34th Street“ im Hammerstein Ballroom hatte Khan öffentlich gemacht, dass der MSG ursprünglich Interesse hatte, die erste Episode von AEW Dynamite im Jahr 2019 auszurichten – wie bereits berichtet.

Auf Nachfrage von Sean Ross Sapp von Fightful schilderte Khan nun detailliert den zeitlichen Ablauf. Anfang 2019 sei er von einer Person kontaktiert worden, zu der er ein sehr gutes Verhältnis habe. Diese Person habe AEW aktiv eingeladen und signalisiert, dass man die Premiere von Dynamite gerne im MSG ausrichten würde, zu einem Zeitpunkt, als der Starttermin und sogar der Sendetag noch nicht endgültig feststanden.

Kurz darauf sei das Angebot jedoch zurückgezogen worden. Khan berichtete, dass ihm erklärt worden sei, die Umsetzung sei nach weiteren internen Prüfungen nicht realisierbar. Die Absage sei freundlich und respektvoll erfolgt, und Khan habe deutlich gemacht, dass er die Entscheidung nachvollziehen könne. Er betonte mehrfach, dass er keinerlei böswillige Absichten vermute und dass die beteiligten Personen AEW gegenüber wohlgesonnen gewesen seien.

Khan verwies darauf, dass AEW anschließend an anderen Standorten in New York sehr erfolgreich gewesen sei und dass er weiterhin offen für kreative Gespräche bleibe. Die Episode habe keinen nachhaltigen Schaden an den Beziehungen verursacht.

Blick auf Partnerschaften und Khans persönliche Motivation

Im weiteren Verlauf des Media Calls sprach Khan auch über die Beziehung zu Warner Bros. Discovery und würdigte insbesondere David Zaslav für dessen Rolle bei der Entstehung von AEW Collision. Er erklärte, dass er sich seit seiner Kindheit eine Wrestling-Show wie Dynamite vorgestellt und entsprechende Ideen über Jahre hinweg festgehalten habe, lange bevor AEW Realität wurde.

Zum Abschluss zeigte sich Khan stolz auf die zehn Jahresendauszeichnungen von Sports Illustrated, die AEW erhalten habe. Er bezeichnete 2025 als sein persönliches Lieblingsjahr im professionellen Wrestling und betonte, dass Wrestling auch während der Feiertage stets für die Fans da sei.