Die Umstände rund um Andrades Entlassung aus der WWE sorgen weiterhin für große Aufmerksamkeit. Während Andrade selbst in öffentlichen Interviews von einem respektvollen und ruhigen Abschied berichtet, zeichnet ein Bericht von Dave Meltzer im Wrestling Observer Newsletter ein deutlich anderes Bild. Laut Meltzer entspricht die interne Darstellung der WWE nicht der Version, die Andrade öffentlich vermittelt hat. WWE-Quellen sollen die Situation vielmehr als eine Trennung bezeichnen, die aufgrund disziplinarischer Verstöße notwendig gewesen sei.
Meltzers Darstellung zufolge betrachtet die WWE die Entlassung als Konsequenz mehrerer Verstöße gegen die Wellness Policy. Diese Einordnung soll für das Unternehmen die rechtliche Grundlage geschaffen haben, Andrade ohne Abfindung zu entlassen und dennoch eine weltweite einjährige Wettbewerbsklausel zu aktivieren. Dies widerspricht klar der Darstellung von Andrade, der seinen Abgang bislang als einvernehmlich beschrieben hatte.
Die Position der WWE zur Wettbewerbsklausel
Im Bericht des Wrestling Observer wurde ausgeführt, dass die WWE Andrade ohne die üblichen neunzig Tage Abfindung aus dem Vertrag entlassen habe. Gleichzeitig soll die WWE darauf bestehen, dass die dort festgelegte einjährige Wettbewerbssperre gültig bleibt. Innerhalb der WWE soll dies als gerechtfertigt betrachtet werden, da der Vertrag aufgrund mehrfacher Verstöße beendet worden sei. Die Klausel untersagt dem Wrestler für zwölf Monate weltweit jeden aktiven Wettkampf, sofern die WWE sie vollständig durchsetzt.
Dieser Standpunkt hebt sich deutlich von Andrades Sicht ab. Er erklärte in früheren Interviews, er habe erst nach seiner Rückkehr zu AEW erfahren, dass eine solche Klausel in seinem Vertrag verankert wurde. Sein Anwalt habe die Klausel beim Unterzeichnen übersehen. Andrade betonte mehrfach, dass er seinen Vertrag ursprünglich ohne eine solche Bestimmung abgeschlossen habe. Erst später sei die Klausel hinzugefügt worden, was ihn selbst überrascht habe.
Andrades öffentliche Reaktion und persönliche Einblicke
In einem Interview mit „Los Protagonistas“ beschrieb Andrade seine Situation ausführlich. Er erklärte, dass persönliche Belastungen wie die Scheidung von Charlotte Flair und die gemeinsame anwaltliche Vertretung ihn in eine schwierige Lage gebracht hätten. Durch diese privaten Herausforderungen habe er nicht alle Vertragsdetails im Blick gehabt. Laut Andrade sei die Wettbewerbsklausel erst dann zu einem Problem geworden, als die WWE seine Rückkehr zu AEW wahrnahm.
Er schilderte, dass seine Anwälte inzwischen im direkten Austausch mit den Rechtsvertretern der WWE stehen. Laut seiner Aussage existiere bereits eine grundsätzliche Übereinkunft, die eine Verkürzung der einjährigen Sperre ermöglichen könnte. Die finale Bestätigung seitens der WWE stehe jedoch noch aus. Andrade beschrieb sich als geduldig und betonte, dass er seinem Team vertraue, während er sich auf Training und Ruhe konzentriere.
Meltzers Einschätzung der laufenden Verhandlungen
Dave Meltzer berichtete im Wrestling Observer, dass die WWE zwar fest davon überzeugt sei, zur Durchsetzung der Klausel berechtigt zu sein, diese jedoch möglicherweise nicht vollständig ausschöpfen werde. Dies deutet darauf hin, dass der Ausgang der Gespräche weiterhin offen ist. Die Verhandlungen seien nach seinen Informationen umfangreich und von juristischen Details geprägt. Obwohl Andrade selbst optimistisch wirkte, sei die endgültige Einigung laut Meltzer noch nicht unmittelbar abgeschlossen.
Andrades Rückkehr zu AEW und die aktuelle Unsicherheit
Die Situation nahm neue Wendungen, nachdem Andrade wenige Wochen nach seiner WWE-Entlassung erstmals wieder bei AEW in Erscheinung trat. Sein TV-Comeback erfolgte Anfang Oktober 2025, bevor er aus dem laufenden Programm genommen wurde. Dies geschah, nachdem Unklarheiten über die Gültigkeit und das Ausmaß seiner Wettbewerbsklausel aufgekommen waren.
Damit rückte die Frage in den Mittelpunkt, ob Andrade überhaupt berechtigt war, erneut im AEW-TV aufzutreten. AEW entfernte ihn daraufhin vorsorglich aus den Shows, um mögliche rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Seitdem dominiert Unsicherheit über seine Zukunft und die verbleibende Dauer der Sperre.
Andrades Klarstellung zu Vertragsgerüchten
In den sozialen Medien reagierte Andrade inzwischen auf Dave Meltzer und korrigierte mehrere seiner Aussagen. Er stellte klar, dass er nach seiner Entlassung aus der WWE keinen offiziellen Vertrag mit AEW unterschrieben habe. In seinem Kommentar erklärte er, die gegenteilige Behauptung sei falsch. Er betonte, er sei zwar in fortgeschrittenen Gesprächen mit Tony Khan gewesen, diese seien jedoch nicht abgeschlossen worden.
Andrade führte aus, er sei dankbar für die Gespräche mit dem AEW-Team und sprach von einer hervorragenden Verständigung. Gleichzeitig erklärte er, dass ihn die Wettbewerbsverbotsklausel nach seinem ersten Match in Tijuana ausgebremst habe. Er betonte jedoch, nicht sicher zu wissen, ob dies direkt mit der WWE zusammenhänge, da er hierzu keine klare Antwort erhalten habe.
Der Wrestler schloss seinen Kommentar mit einem höflichen Wunsch für sein Gegenüber und machte noch einmal deutlich, dass er seine aktuelle Situation transparent darstellen möchte, um Missverständnisse auszuräumen.
Hinterlasse jetzt einen Kommentar