Jim Ross spricht offen über seine gesundheitlichen Belastungen und teilt Hintergrundwissen zu Kobashi und Nakamura

Jim Ross winkt den Fans bei seinem Auftritt zu

Jim Ross gehört zu den einflussreichsten Kommentatoren in der Geschichte des professionellen Wrestlings und ist für Generationen von Fans die Stimme großer Momente. Gleichzeitig hat er in den vergangenen Monaten Entwicklungen erlebt, die ihn selbst tief erschüttert haben. In seinem Podcast Grilling JR sprach er jetzt außergewöhnlich offen über die gesundheitlichen Belastungen, die ihn seit seiner Darmkrebsoperation im Mai beschäftigen.

Ross erklärte, dass es in den vergangenen sechzig Tagen mehrere Situationen gab, in denen er ernsthaft daran zweifelte, diese Phase zu überstehen. Er betonte, dass seine Gesundheit das alles bestimmende Thema geworden sei und er mit Situationen konfrontiert wurde, die ihm klar machten, wie fragil die eigene körperliche Verfassung sein kann. Ross formulierte es eindringlich. Er sagte, es gehe im Leben letztlich nur um die Gesundheit und dass es Momente gegeben habe, in denen er nicht wusste, ob er es schaffen würde.

Diese Offenheit setzte Ross fort, als er über seine aktuellen Einschränkungen sprach. Er berichtete, dass er heute regelmäßig einen Gehstock oder eine Gehhilfe benötigt, um sich fortzubewegen, und dass er auf Unterstützung angewiesen ist, sobald er fliegt oder längere Strecken zurücklegen muss. Dennoch hält ihn sein angeschlagener Gesundheitszustand nicht davon ab, weiterhin an Fanveranstaltungen teilzunehmen. Ross erzählte, dass ihm die Begegnungen mit den Zuschauern sehr viel geben. Wenn er Geschichten von Fans hört, die mit ihm aufgewachsen sind oder die besondere Momente mit seiner Stimme verbinden, ist das für ihn eine Form der emotionalen Stärkung.

Ross erklärte außerdem, dass ihm bewusst sei, dass diese Termine nicht unbegrenzt möglich sein werden. Seine Mobilität sei spürbar eingeschränkt, weshalb er nicht wisse, wie viele dieser Veranstaltungen er in Zukunft noch wahrnehmen könne. Dennoch betonte er, dass er aus jeder Begegnung Kraft schöpfe und diese Treffen für ihn eine wichtige Stütze seien. Auch wenn er in den regulären AEW-Shows nur noch sporadisch auftritt, meist bei Pay-per-View-Übertragungen, macht er deutlich, dass er weiterhin den Wunsch verspürt, dem Wrestling und den Fans etwas zurückzugeben.

Die Wahrheit hinter WWE’s gescheiterten Bemühungen um Kenta Kobashi

Neben seinem Gesundheitszustand sprach Ross im Podcast über ein Thema, das Wrestlingfans seit Jahren beschäftigt. Es geht um die Frage, warum WWE die japanische Wrestling-Ikone Kenta Kobashi nie unter Vertrag nahm, obwohl dieser zu den einflussreichsten Performern seiner Generation gehört. Ross erklärte, dass Kobashi während seiner Tätigkeit in der WWE-Talentabteilung selbstverständlich beobachtet wurde. Es sei unmöglich, ein Talent dieser Qualität zu ignorieren.

Ross schilderte, dass WWE durchaus Interesse hatte und sich Kobashi angeschaut habe. Er betonte jedoch, dass es Faktoren gab, die eine Verpflichtung nahezu unmöglich machten. Der Hauptgrund lag in der tiefen Verwurzelung Kobashis im japanischen Wrestling. Viele etablierte Stars aus Japan hätten langfristige Verpflichtungen und eine enge Bindung an ihr Heimatland, wodurch es schwierig sei, für amerikanische TV-Produktionen regelmäßige Verfügbarkeiten zu garantieren. Ross erklärte, dass dies bei Kobashi deutlich erkennbar gewesen sei. Wenn die WWE jedoch in TV-Produktionen investiert, müsse ein Talent verlässlich zur Verfügung stehen. Genau diese organisatorischen Hürden hätten letztlich den Ausschlag gegeben, Kobashi nicht zu verpflichten.

Ross über Shinsuke Nakamura und ungenutzte Chancen

Im selben Zusammenhang äußerte sich Ross auch zu Shinsuke Nakamura und dessen Einsatz bei WWE. Er erzählte, dass Nakamura alle Fähigkeiten mitbrachte, um dauerhaft auf höchstem Niveau präsent zu sein. Ross ist überzeugt, dass WWE ihm nicht immer die ideale Plattform geboten habe. Besonders die Präsentation und die kreativen Möglichkeiten seien bisher nicht ausgeschöpft worden.

Ross erklärte, dass Paul Heyman für Nakamura ein entscheidender Faktor hätte sein können. Seiner Ansicht nach ist Heyman jemand, der jedes Talent besser macht. Ross formulierte es klar. Heyman hätte auch Nakamura auf ein höheres Niveau heben können. Er vermutet, dass eine Zusammenarbeit der beiden zu beeindruckenden Ergebnissen geführt hätte.

Darüber hinaus erinnerte sich Ross an ein Gespräch mit Triple H, in dem dieser erklärte, dass Nakamura nicht fließend Englisch sprechen müsse, um das Publikum zu erreichen. Er betonte, dass Nakamura die Fähigkeit besitze, emotional mit den Fans zu kommunizieren – unabhängig von der Sprache. Ross betonte, dass diese natürliche Bindung zum Publikum ausreiche, um erfolgreich zu sein. Gerade diese Perspektive habe Triple H sehr fasziniert, so Ross.

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