„Nein heißt Nein“: Chelsea Green über Fan-Grenzen, Respekt – und ihren dreijährigen Kampf um ein eigenes WWE-Merchandise

Chelsea Green mit ihrem glitzernden Hut auf der Stage

Chelsea Green gehört zu den WWE-Superstars, die keine Scheu davor haben, offen über den Umgang mit Fans zu sprechen. In einem ausführlichen Interview mit Unlikely nutzte sie die Gelegenheit, um klarzustellen, wie wichtig Respekt und das Erkennen von Grenzen bei persönlichen Begegnungen sind. Anlass war ein viraler Moment rund um ein unangenehmes Meet-and-Greet mit AJ Lee. Obwohl Green bewusst darauf verzichtete, diesen Vorfall im Detail zu kommentieren, gab sie eine deutliche Einschätzung zur allgemeinen Situation ab, die sowohl Fans als auch Wrestlern im Alltag begegnet.

Green erklärte, dass sie sehr dankbar für ihre Unterstützer sei. Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass Wrestler Menschen mit wechselnden Tagesformen sind. Sie sagte: „Ja, aber ich denke, dass das mal so und mal so ist, denn manchmal möchte ich um fünf Uhr morgens am Flughafen einfach meine Ruhe haben.“ Sie betonte, dass dies kein Zeichen mangelnden Respekts sei, sondern schlicht der Realität des WWE-Reiselebens entspreche. „Und ich sage das nur ungern, denn die Fans sind wirklich wichtig. Sie sind der Grund, warum ich hier bin.“

Ihre Ausführungen zeigen, wie intensiv Wrestler durch Reisen, kurze Ruhephasen und lange Arbeitstage belastet sind. Chelsea beschrieb diese Balance mit den Worten: „Es gibt Zeiten, in denen ich schlecht gelaunt bin, müde bin, hungrig bin, und dann gibt es andere Zeiten, in denen ich den besten Tag überhaupt habe und man mich überall nerven kann.“ Entscheidend sei ihrer Meinung nach das richtige Gefühl für die Situation, denn jeder Star habe Momente, in denen ein freundliches Gespräch willkommen sei, und andere, in denen Rückzug notwendig sei.

Warum „Nein heißt Nein“ auch im Wrestling unverzichtbar ist

Chelsea war besonders deutlich, als es um das Akzeptieren persönlicher Grenzen ging. Sie sprach direkt aus, wie wichtig es für sie ist, dass Menschen ein Nein respektieren. „Ich denke, es geht einfach darum, die Stimmung zu erkennen und respektvoll zu fragen. Und wenn sie nein sagen, dann ist nein nein. Verstehst du? Nein heißt nein.“ Dieser Satz fasst ihren gesamten Ansatz zusammen. Für sie ist ein höfliches Nein nichts, was jemanden verletzen oder abschrecken soll, sondern eine Form von Selbstfürsorge.

Trotz dieser Klarheit möchte sie jedoch nicht, dass Fans Hemmungen entwickeln, mit ihr zu sprechen. Sie erklärte: „Ich persönlich möchte nicht, dass jemand das Gefühl hat, er könne nicht auf mich zukommen und mich etwas fragen. Ich möchte nur, dass ihr wisst, dass ich einen Grund habe, wenn ich nein sage.“ Damit stellt sie klar, dass sie Begegnungen schätzt, aber auch die Freiheit braucht, entscheiden zu können, wann der Moment passt.

Wie Chelsea Green die Rolle der Fans in ihrem Alltag sieht

Im weiteren Verlauf des Interviews machte Chelsea deutlich, dass sie ein starkes Bewusstsein für den Wert ihrer Fan-Community hat. Sie beschrieb, wie wichtig ihr diese Bindung ist, und wie stark sie der Unterstützung der Zuschauer ihre Karriere zu verdanken glaubt. „Die Fans sind wichtig, sie sind der Grund, warum ich hier bin“, sagte sie noch einmal ausdrücklich. Gleichzeitig erklärte sie aber auch, dass ihre Energie nicht unbegrenzt sei und sie Zeit brauche, um zwischen Terminen oder auf Reisen Momente für sich zu haben.

Green sprach außerdem über die Erwartungshaltung, die viele Fans an WWE-Stars stellen. Manchmal werde übersehen, dass Wrestler nicht rund um die Uhr in „On-Screen-Stimmung“ seien. Sie sind Menschen, die schlafen, essen, sich konzentrieren oder entspannen müssen. Dass dies vor allem in Flughäfen, Hotels und auf dem Weg zu Shows kaum möglich sei, gehöre zum Job, aber es rechtfertige, dass ein Superstar auch einmal ablehnt, Fotos zu machen oder Gespräche zu führen.

Der glitzernde Hut: Chelseas persönliches Herzensprojekt innerhalb der WWE

Der zweite große Teil des Interviews widmete sich einem auf den ersten Blick weniger emotionalen Thema, das für Chelsea Green jedoch von enormer Bedeutung ist. Über drei Jahre lang arbeitete sie daran, dass ihr glitzernder Hut ein offizieller Merchandise-Artikel der WWE wird. Dieser Prozess war geprägt von Beharrlichkeit, Geduld und Eigeninitiative.

Green berichtete, dass sie das Produkt Woche für Woche vorgeschlagen habe und dabei jeden notwendigen Schritt selbst recherchierte. Sie ergänzte, dass sie sich sogar darum kümmerte, zu verstehen, wer bei WWE tatsächlich über den Einkauf entscheidet und wie Produktionsprozesse ablaufen.

Chelsea erklärte, dass sie Schritt für Schritt herausgefunden habe, wie der gesamte Entscheidungsprozess im WWE-Merchandise funktioniert. Sie sagte: „Ich habe herausgefunden, wer überhaupt dafür zuständig ist, solche Artikel einzukaufen. Dann habe ich herausgefunden, wo diese Produkte normalerweise produziert werden. Ich habe herausgefunden, warum mein Hut zunächst nicht umgesetzt werden konnte. Und ich habe herausgefunden, wie ich ihn so gestalten kann, dass er für meine Fans zu einem fairen Preis verfügbar ist.“

Warum dieser Hut für sie größer ist als Titelgewinne

Chelsea erklärte, warum der fertige Hut für sie mehr bedeutet als manche ihrer sportlichen Erfolge. Titelgewinne seien besondere Momente, aber gleichzeitig abhängig von kreativen Entscheidungen des Unternehmens. Der Hut hingegen sei ein Produkt, das allein aufgrund ihrer eigenen Entschlossenheit Wirklichkeit geworden sei. Sie formulierte es so: „Ich meine es ernst, wenn ich sage, dass das vielleicht meine größte Leistung in der WWE oder in meiner Wrestling-Karriere ist, denn letztendlich habe ich das möglich gemacht.“

Sie sagte weiter: „Diese Championships habe ich nicht unbedingt selbst erreicht. Ich habe mir den A*sch aufgerissen, aber letztendlich entscheidet jemand anderes darüber, oder? Wie auch bei diesem Hut. Ich habe alles getan, damit er in den Verkauf kommt.“ Als der Hut schließlich im WWE-Shop für 34,99 Dollar erschien, war für sie klar, dass sie mit diesem Projekt ein persönliches Ziel verwirklicht hatte, das weit über gewöhnliches Merchandise hinausging.

Green erklärte zudem, warum ihr das Produkt auch emotional wichtig sei. Sie sagte: „Ich bin so stolz darauf, weil ich weiß, dass kleine Mädchen und Jungen hingehen, sich die Wand mit den Merchandise-Artikeln ansehen und diesen glitzernden Hut entdecken werden, und dass sie ihn einem Yeet-Shirt vorziehen werden, Mann.“

3 Kommentare

  1. Nein heißt Nein, und zwar immer und überall. Traurig das man dies noch erklären muss.

    Spontan würde mir nur eine Situation einfallen in der man ein Nein ignorieren sollte, und zwar wenn es demjenigen schadet oder er jemand anderen schaden würde.

    Arbeite als Berufsbetreuer und kriege täglich von meinen Betreuten ein „Nein“ zu hören, doch die wissen meist nicht mehr was gut und richtig für sie ist, also muss ich da über einen gewissen Schatten springen und trotzdem gegen ihren Willen entsprechend handeln und Schritte einleiten… Ist manchmal gar nicht so einfach auch für mich selbst weil das schon regelrecht dramatisch werden kann. Respekt steht da aber an oberster Stelle und das Wohl des Betreuten (und der Menschen im Umfeld)

    Dabei erzähle ich auch mal das ich in einer Wohngegend lebe in der man recht häufig auch Prominenten Menschen über den Weg läuft… man möchte es nicht glauben, aber auch die gehen einfach mal spazieren auf der normalen Straße. Mir würde es dabei aber nie einfallen sie anzusprechen und irgendwie um ein Autogramm zu bitten oder andersweitig zu nerven… würde mir doch auch auf den Keks gehen. Ich sage freundlich Moin, wie ich das bei jedem tue und gehe weiter.

    auch Promis, egal ob Wrestler, Politker oder andere wollen sich auch im Alltag normal durch die gegend Bewegen… traurig das dies viele nicht mehr können…

  2. Ich muss mal loswerden wie gut ich deine Kommentare finde@huhn,sind fachlich,meistens objektiv wenn möglich(😉)fair und Promotion unabhängig sehr oft treffend.ohne rosa rote fanbrille und auch wenn oft lang trotzdem auf den Punkt.so geht Diskussionskultur.dafür meinen ehrlichen Respekt.👍

    • Danke, schön zu lesen das einige meine Kommentare unvoreingenommen lesen und lesenswert finden. Auf den Punkt kommen fällt mir schwer, ich schweife oft aus… schreibe gern und viel, was solls 😀 Muss ja nicht jeder alles lesen, aber wenn man schon auf meine Kommentare eingeht fänd ichs schön das dann auch alles gelesen wird um zu verstehen worauf ich hinaus will… das ist hier aber leider selten der Fall. Noja, hält mich nicht davon ab trotzdem meinen Senf zur Wurst zu geben wenn ich Lust dazu habe.

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