Aleister Black über Online-Hass: Warum soziale Medien Unsicherheit verstärken und weshalb er sich zurückzieht

Aleister Black ist erstaunt

Aleister Black hat sich in einem aktuellen Interview mit Cody Tucker intensiv mit der Wirkung sozialer Medien auseinandergesetzt. Der WWE-Star nutzte das Gespräch, um in bemerkenswerter Offenheit zu schildern, wie die digitale Kommunikation seiner Meinung nach den Umgang zwischen Menschen verändert hat und warum Hass im Internet so weitverbreitet ist. Er betonte, dass die Art, wie Nutzer heute miteinander kommunizieren, wenig mit den Verhaltensweisen vergangener Jahrzehnte zu tun hat.

Nach seiner Einschätzung hat die permanente Verfügbarkeit digitaler Plattformen dazu geführt, dass Kritik, Meinungen und negative Kommentare rund um die Uhr und in unmittelbarer Form geäußert werden können. Dadurch entsteht ein Umfeld, das nach Blacks Worten immer schneller, spontaner und oft auch rücksichtsloser geworden ist.

Sofortige Meinungskultur und ein Gefühl grenzenloser Verfügbarkeit

Aleister Black sprach darüber, dass der größte Unterschied zwischen früher und heute die Geschwindigkeit sei, mit der Kommunikation stattfindet. Er erklärte, dass alles sofort zugänglich sei und Nutzer nicht lange überlegen müssen, bevor sie eine Nachricht verfassen. Für ihn hat diese Direktheit die Hemmschwelle gesenkt, andere zu kritisieren oder herabzusetzen.

Er brachte diesen Gedanken mit einer deutlichen Gegenüberstellung auf den Punkt. „Heutzutage ist alles sofort verfügbar: eine sofortige Verbindung, eine sofortige Konversation und eine sofortige Rückmeldung in Form von Kritik. Jeder muss ständig eine Meinung zu allem haben. In den 90ern hätte ich zu dir kommen und es dir ins Gesicht sagen müssen, was niemand getan hätte.“

Für ihn zeigt dieser Vergleich, dass sich Menschen hinter der Distanz des Internets sicherer fühlen. Diese Form der Anonymität entfernt sie von den Konsequenzen ihrer Worte und erleichtert negative oder verletzende Äußerungen.

Anonymität nimmt nichts von der Wirkung – Kritik trifft trotz Unsichtbarkeit

Aleister Black macht klar, dass Worte ihre Wirkung nicht verlieren, obwohl soziale Medien ein anonymes Umfeld bieten. Er erklärte, dass viele Nutzer glauben, die fehlende Identität mindere den emotionalen Einschlag, doch diese Annahme hält er für falsch. Black äußerte sich dazu wie folgt: „Diese Anonymität dämpft den Schlag nicht.“

Er führte weiter aus, dass die Aussagen im Internet oft von Personen stammen, die selbst mit Unsicherheit zu kämpfen haben. Diese Unsicherheit äußert sich in seiner Wahrnehmung häufig in Angriffen gegen Menschen, die im öffentlichen Licht stehen. Besonders bemerkenswert war sein weiterer Kommentar: „Ich habe noch nie einen erfolgreichen Menschen getroffen, der Zeit hätte, so etwas zu tun.“

Mit dieser Formulierung unterstreicht er seine Beobachtung, dass destruktive Online-Aktivitäten selten von Menschen ausgehen, die mit sich selbst zufrieden sind.

Anschließend machte er einen seiner deutlichsten Punkte:
„Unsichere Menschen wollen, dass du dich unsicher fühlst. Hasserfüllte Menschen wollen, dass du dich gehasst fühlst.“

Digitale Konflikte als Ablenkung von eigenen Problemen

Aleister Black ging noch einen Schritt weiter und erklärte, dass viele Formen von Online-Hass aus persönlichem Frust entstehen. Er sprach darüber, dass manche Nutzer ihre Zeit damit verbringen, im Internet nach neuen Themen zu suchen, über die sie sich aufregen können. Diese Beschäftigung sei jedoch in vielen Fällen eine Flucht vor eigenen Herausforderungen oder Enttäuschungen.

Er formulierte es so: „Es ist fast traurig zu sehen, dass es so viele Menschen gibt, die auf ihren Handys sitzen. Alles, was sie tun, ist, das nächste Thema zu finden, über das sie streiten können. Es ist eine ständige Flucht vor dem, was man in seinem Leben nicht erreicht hat.“

Mit dieser Aussage beschreibt Black ein Verhalten, das er regelmäßig online beobachtet und als problematisch empfindet. Nach seiner Wahrnehmung entsteht ein Muster, bei dem Nutzer in einem Kreislauf aus Kritik und Negativität gefangen bleiben, statt Schritte zur persönlichen Weiterentwicklung zu unternehmen.

Unverständnis über extreme Reaktionen auf kurze TV-Auftritte

Obwohl Kritik im Wrestling üblich ist, wundert sich Aleister Black darüber, wie stark manche Reaktionen ausfallen. Er erklärte, dass es ihm schwerfällt, nachzuvollziehen, wie Menschen so heftige Emotionen entwickeln können, obwohl sie nur wenige Minuten pro Woche von ihm sehen. Er kommentierte dies mit den Worten: „Es ist verrückt, dass das, was ich mache, euch mental so sehr beeinflusst, dass ihr so fühlt, obwohl ihr vielleicht 10 Minuten pro Woche von mir im TV seht.“

Diese Aussage unterstreicht seine Verwunderung darüber, wie stark Online-Reaktionen oftmals von der eigentlichen Bildschirmzeit abweichen.

Rückzug aus sozialen Medien zum Schutz der eigenen mentalen Gesundheit

Aleister Black erklärte, dass Social Media ein kräftezehrendes Umfeld sein kann, weshalb er sich bewusst aus der aktiven Nutzung zurückgezogen hat. Er erwähnte, dass er seine Plattformen nur noch gelegentlich überprüft und zwei Personen seine Accounts verwalten. Dadurch schützt er sich vor der ständigen Konfrontation mit der digitalen Negativität, die er nicht in seinen mentalen Raum lassen möchte.

Black formulierte dies so: „Ich habe zwei Leute, die meine Social-Media-Accounts für mich verwalten. Für mich ist es zu einem Ort der Abwertung geworden.“

Diese Aussage verdeutlicht, dass der Rückzug keine spontane Entscheidung war, sondern das Ergebnis eines längeren Prozesses, in dem er erkannte, wie sehr die Plattformen seine Wahrnehmung und Energie beeinflussten.

Eine klare Botschaft gegen digitales Herabsetzen

Zum Abschluss hinterließ Aleister Black eine deutliche, eindringliche Botschaft. Für ihn entsteht Online-Hass selten aus Stärke, sondern vielmehr aus persönlichem Schmerz und Unsicherheit. Auch wenn er versteht, dass Kritik im Wrestling dazugehört, ist er nicht bereit, digitales Herabsetzen zu akzeptieren oder zu normalisieren. Seine Aussagen machen klar, dass jeder Nutzer Verantwortung für seine Worte trägt und digitale Kommunikation denselben Respekt erfordert wie persönliche Begegnungen.

Hinweis für Betroffene von Online-Hass

Wenn du von Online-Hass, Beleidigungen oder digitalen Angriffen betroffen bist, stehen dir vertrauliche Hilfsangebote zur Verfügung. Unterstützung bieten unter anderem HateAid, die Internet-Beschwerdestellen wie jugendschutz.net oder die eco-Beschwerdestelle, die Online-Wachen der Polizei sowie die Telefon- und Online-Seelsorge unter telefonseelsorge.de.

Niemand muss digitale Angriffe allein bewältigen. Hilfe ist jederzeit erreichbar.

2 Kommentare

  1. Einfach wegbleiben von den sozialen Medien, und an seiner Stelle würde ich die Beleidigungen gar nicht ernst nehmen. Ich würde mich sogar kaputtlachen über diese Leute, die sich mit anonymen namen da rumtreiben.

    • Weg bleiben ? Du weißt schon dass es eine bessere Reichweite gibt und man wegen ein paar Spinnern nicht den Ko ntakt mit echten Fans vernachlässigen wird. Black kann vielleicht drüber lachen, andere nicht und andere bringen sich um, deswegen also es runterspielen ?

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