CM Punk hat schon viele Karrierehöhepunkte erlebt, doch seine Rückkehr zur WWE bei Survivor Series in Chicago war für ihn mehr als ein klassischer Comeback-Moment. Sie war ein emotionales Heimkehren. In einem ausführlichen Interview mit WGN schilderte Punk, dass es nicht die Jubelrufe oder die Kameras waren, die ihm am stärksten im Gedächtnis blieben, sondern ein einziger Fan.
Während er die Bühne betrat, stürzte sich ein Zuschauer in den Gang und umarmte ihn voller Erleichterung, Begeisterung und Dankbarkeit. Die Szene verbreitete sich innerhalb von Minuten viral und wurde zu einem Sinnbild dafür, wie tief die Bindung zwischen Punk und seiner Heimatstadt verwurzelt ist. Punk sagte rückblickend: „Du hast den Typen gesehen, der mich umarmt hat. Es ist wie eine herzliche Umarmung von ganz Chicago, und ich spüre sie noch immer. Ich spüre sie auch heute noch. Ich liebe es, hier zu sein.“
Punk erklärte, dass Chicago für ihn immer eine besondere Rolle gespielt hat. Es sei nicht nur der Ort, an dem er aufgewachsen ist. Die Stadt stehe für ihn für Zugehörigkeit, Loyalität und Authentizität. Genau deshalb berührte ihn die Umarmung so nachhaltig. Sie spiegelte die Verbindung wider, die viele Fans mit ihm empfinden, und sie erinnerte ihn daran, wie tief diese emotionale Basis verwurzelt ist.
Wie Punk seine aktuelle Titelregentschaft erlebt: Freude statt Druck
Im selben Interview sprach Punk auch darüber, wie er seine Position als WWE World Heavyweight Champion wahrnimmt. Der Titel sei für ihn heute etwas komplett anderes als früher. Er sagte: „Oh, es ist großartig. Ich habe buchstäblich die Zeit meines Lebens und ich glaube, das kommt auch rüber. Ich denke, man kann das sehen.“
Dabei machte er deutlich, dass der Titel für ihn heute weniger Belastung bedeutet, obwohl er die Verantwortung weiterhin ernst nimmt. Punk beschrieb, dass seine Perspektive mit den Jahren gereift sei. Er sei älter, erfahrener und gehe bewusster mit Erfolgen und Erwartungen um.
„Das ist eine unerwartete Freude. Natürlich bin ich älter, reifer und habe das Gefühl, dass ich es jetzt verstehe. Die Last davon ist nicht so schwer, aber ich habe jetzt mehr Verständnis dafür. Ja, das gehört zum Job dazu, und ich weiß, dass das alles irgendwann vorbei sein wird, also genieße ich es einfach.“
Blick auf Survivor Series: WarGames als nächster Kraftakt
Vor Punk liegt nun ein weiteres großes Kapitel. Bei der kommenden Survivor Series: WarGames im Petco Park in San Diego tritt er gemeinsam mit Roman Reigns, Cody Rhodes und The Usos an. Ihr Gegnerteam besteht aus Brock Lesnar, Drew McIntyre, Logan Paul, Bronson Reed und Bron Breakker.
Für Punk ist das Match ein weiterer Meilenstein seiner Rückkehr, doch selbst diese große Herausforderung kann den emotionalen Stellenwert der Fan-Umarmung nicht übertreffen. Der Moment bleibt für ihn unantastbar und wird von vielen Fans als einer der ehrlichsten und menschlichsten Augenblicke der WWE-Geschichte betrachtet.
Die neue TKO-Ära: Wie sich Punks Gehaltssystem komplett verändert hat
In einem zweiten Interview, diesmal mit Brandon Walker, gab Punk einen seltenen Einblick in die finanzielle Struktur der WWE nach der Fusion mit UFC zu TKO. Seine Aussagen zeigen deutlich, wie stark sich die Arbeitsrealität der Wrestler verändert hat.
Punk erklärte, dass die Bezahlung früher eng an die Leistung gekoppelt war. Wer die großen Matches bestritt, wer Titel hielt oder wer die größeren Zuschauerzahlen zog, verdiente spürbar mehr Geld. Er sagte:
„Die Sache mit dem Titel ist auch, dass man dadurch mehr Geld verdient hat. Das gibt es heute nicht mehr. Das hat Vor- und Nachteile. Wir verdienen jetzt alle mehr Geld, was natürlich toll ist. Aber mein Gehalt hing immer davon ab, wie viele Leute im Gebäude waren. Deshalb habe ich mich auf den Ticketverkauf und das Geschäftliche konzentriert. Und wenn man bei den Hauptveranstaltungen dabei war, hat man mehr Geld verdient.“
Früher war der Ehrgeiz für Wrestler wie Punk nicht nur emotionaler Antrieb, sondern auch finanzieller. Heute sei die Situation jedoch vollkommen anders. Die meisten Talente haben garantierte Verträge, was bedeutet, dass sie unabhängig von der Matchposition gleich bezahlt werden.
Punk sagte dazu: „Jetzt bekommt jeder einfach sein Gehalt. Ich finde das gut und schlecht zugleich. Für die Jungs ist es gut, aber ich habe auch das Gefühl, dass sie nicht mehr denselben Ehrgeiz haben. Ich wollte immer im Main Event dabei sein, weil ich dadurch mehr Geld verdient habe. Jetzt ist es mir egal, ob ich im Eröffnungsmatch antrete, weil ich trotzdem dasselbe verdiene. Und ich kann jetzt duschen und mir die Show ansehen.“
Mit diesen Aussagen beschreibt Punk nicht nur eine persönliche Veränderung, sondern auch eine Verschiebung der Wrestling-Kultur. Früher habe man sich durch Leistung, Risiko und harte Arbeit nach oben kämpfen müssen. Heute sei der finanzielle Druck geringer, aber damit gehe ein Stück der früheren Motivation verloren.
Das Mindestgehalt im Hauptkader liegt Medienberichten zufolge bei rund 350.000 Dollar pro Jahr. Für viele eine erhebliche Sicherheit. Doch Punk weist auch darauf hin, dass die Fusion Nachteile bringt, insbesondere für frühere Talente, deren Tantiemen seit der Umstrukturierung geringer ausfallen.
Warum CM Punk kein Interesse an einem Enthüllungsbuch hat
Im dritten Interview, geführt bei Mostly Sports, sprach Punk darüber, ob er jemals eine Autobiografie oder ein Enthüllungsbuch schreiben würde. Seine Antwort fiel eindeutig aus.
„Nein. Ich glaube, dass sich zu viele Leute unnötig darüber aufregen würden. Das ist ein großes Unterfangen. Ich sehe, wie mühsam meine Frau an ihrem Buch schreibt, und es sieht nicht gerade nach Spaß aus. Sie hat sehr hart daran gearbeitet, und ich müsste mich wohl zu 100 Prozent darauf konzentrieren.“
Punk machte deutlich, dass er genau weiß, mit welchen Erwartungen und Risiken ein solches Buch verbunden wäre. Fans und Verlage würden erwarten, dass er intime Details offenlegt und Tabuthemen anspricht. Doch allein diese Vorstellung ist für ihn Grund genug, sich dagegen zu entscheiden.
Er sagte: „Man würde erwarten, dass ich auch alles erzähle. Ja, und dann würden die Leute sagen: ‚Oh, ich werde dich verklagen.‘ Ach, ich meine, es gibt Dinge, die die Leute nicht wissen, aber ich weiß nicht, ob jeder alles wissen muss.“
Mit dieser Aussage beendet er die Spekulationen um eine mögliche Biografie.
Er betonte außerdem, dass ihn der Schreibprozess seiner Frau AJ Lee – deren Buch „Crazy Is My Superpower“ 2017 erschienen ist – nicht motiviert habe, selbst eins zu schreiben. Die langen Arbeitsstunden, der emotionale Druck und die damit verbundenen juristischen Risiken seien für ihn klare Gründe, diesen Weg nicht zu gehen.
Für Fans bedeutet das, dass Punks Geschichte auch weiterhin im Ring, in Momenten, Interviews und Auftritten weitergeschrieben wird und kein umfassendes Enthüllungswerk zu erwarten ist.